SPRECHEN · MONOLOG

C2 · Wann können wir überhaupt behaupten, etwas zu wissen?

C2~ 8 Min.
Sieh dir die Situation an und rekonstruiere, warum Johanna ihre ursprüngliche Vorstellung von historischem Wissen revidiert. Unterscheide zwischen Evidenz, Schlussfolgerung, Interpretation und Gewissheit und entwickle anschließend Kriterien dafür, wann eine Aussage trotz verbleibender Unsicherheit als Wissen gelten kann.
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SITUATION

Worum geht es?

Johanna untersucht einen historischen Industrieunfall. Je mehr Quellen sie findet, desto besser kann sie einzelne Aspekte belegen – zugleich wird eine eindeutige Gesamterklärung schwieriger.

Eine Historikerin vergleicht im Archiv widersprüchliche Quellen zu einem früheren Industrieunfall.
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DEIN MONOLOG

Sprich über diese Punkte

  1. Warum erschien Johanna der offizielle Untersuchungsbericht zunächst besonders glaubwürdig?
  2. Welche späteren Quellen erschweren die ursprüngliche Erklärung?
  3. Warum ist eine widersprechende Quelle nicht automatisch die zuverlässigere Quelle?
  4. Was kann Johanna direkt belegen und was kann sie lediglich aus mehreren Indizien ableiten?
  5. Warum können verschiedene Aussagen über dasselbe Ereignis unterschiedlich gut begründet sein?
  6. Wie unterscheidet sich die Frage, was geschehen ist, von der Frage, warum es geschehen ist?
  7. Welche Rolle spielen Fragestellung und theoretischer Blickwinkel bei der Interpretation von Evidenz?
  8. Warum führt Revidierbarkeit nicht zwangsläufig zu radikalem Skeptizismus?
  9. Warum ist umgekehrt auch eine sehr gut belegte Erklärung nicht mit absoluter Gewissheit gleichzusetzen?
  10. Unter welchen Bedingungen hält Johanna eine Wissensbehauptung für intellektuell verantwortbar?
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SOFORT SPRECHEN

Starte mit diesen Sätzen

  • Eine kohärente Erklärung ist noch kein Beweis dafür, dass sie vollständig zutrifft.
  • Ebenso wenig macht die Existenz konkurrierender Deutungen jede Erkenntnis beliebig.
  • Nicht alle Aussagen besitzen denselben epistemischen Status.
  • Bestimmte Aspekte können gut belegt sein, obwohl die umfassende Kausalerklärung offenbleibt.
  • Die Qualität einer Wissensbehauptung hängt davon ab, wie gut sie durch unabhängige Evidenz gestützt wird.
SPRACHHILFE

Alles Wichtige auf einen Blick

Weitere Redemittel

  • Revidierbarkeit ist kein Zeichen von Beliebigkeit, sondern kann Bestandteil rationaler Erkenntnis sein.
  • Unsicherheit sollte proportional zum tatsächlichen Erkenntnisstand ausgewiesen werden.
  • Es wäre ebenso problematisch, aus methodischer Vorsicht eine prinzipielle Unmöglichkeit von Wissen abzuleiten.
  • Eine Interpretation kann besser begründet sein als eine andere, ohne dadurch unfehlbar zu werden.
  • Intellektuelle Redlichkeit verlangt, zwischen Gesichertem, Wahrscheinlichem und Offenem zu unterscheiden.

Pflichtlexik

  • die Wissensbehauptung
  • die Evidenz
  • die Rechtfertigung
  • der Erkenntnisstand
  • die Schlussfolgerung
  • die Inferenz
  • die Quellenkritik
  • der Beleg
  • der Grad der Gewissheit
  • die Plausibilität
  • die Revidierbarkeit
  • der epistemische Status
  • die Erklärungskraft
  • die konkurrierende Deutung
  • eine Hypothese erhärten
  • eine Behauptung relativieren
  • etwas als gesichert betrachten
  • zwischen Evidenz und Interpretation unterscheiden

Grammatik

  • Sofern unter Wissen absolute Gewissheit verstanden wird, ließe sich einwenden, dass …
  • Diese Schlussfolgerung greift jedoch insofern zu kurz, als …
  • Dass eine Quelle zeitnah entstanden ist, verbürgt keineswegs, dass …
  • Umgekehrt lässt sich aus späteren Widersprüchen nicht ohne Weiteres folgern, dass …
  • Je unabhängiger unterschiedliche Befunde einander stützen, desto …
  • Dabei ist strikt zu unterscheiden zwischen dem Nachweis, dass …, und der Annahme, weshalb …
  • Unter epistemischen Gesichtspunkten wiegt besonders schwer, dass …
  • Ein Einwand gegen diese Interpretation bestünde darin, dass …
  • Selbst wenn man diesen Einwand zugesteht, bleibt …
  • Die stärkere Position scheint mir daher nicht darin zu bestehen, …, sondern …
  • Eine Aussage kann insofern als Wissen gelten, als …
  • Der Vorläufigkeitscharakter einer Erkenntnis mindert ihre Geltung nicht zwangsläufig, sofern …
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