ROLLEN-DIALOG

C2 · Wer trägt Verantwortung, wenn viele kleine Entscheidungen gemeinsam großen Schaden verursachen?

C2~ 9 Min.
Arbeitet zu zweit. Ein Fluss wurde über Jahrzehnte durch viele jeweils begrenzte Belastungen ökologisch stark geschädigt. Keine einzelne Quelle erklärt den Zustand allein, und zahlreiche Beteiligte hielten die jeweils geltenden Vorschriften ein. Entwickelt ein Modell, das Verantwortung verteilt, ohne entweder alle kollektiv gleich zu behandeln oder den Schaden am Ende niemandem zuzurechnen.

Situation

Landwirtschaft, Kommunen, kleinere Industriebetriebe, Verkehr und Wasserentnahme haben gemeinsam zur Verschlechterung des Flusses beigetragen. Die Region muss nun sowohl den bestehenden Schaden beheben als auch zukünftige Belastungen deutlich reduzieren.
Gemeinsame MissionEntwickelt ein Modell geteilter Verantwortung. Unterscheidet zwischen Verantwortung für vergangene Schäden und Verantwortung für zukünftige Verbesserungen. Legt fest, nach welchen Prinzipien Kosten, Reduktionspflichten und öffentliche Unterstützung auf Behörden, Kommunen, Unternehmen, Landwirtschaft und andere Nutzer verteilt werden.
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Redemittel für eure Verhandlung

Kausale Verantwortung, moralische Schuld und praktische Zuständigkeit sind nicht deckungsgleich.Ein legaler Einzelbeitrag kann Teil eines kollektiv schädlichen Musters sein.Umgekehrt wäre es unfair, regelkonformes Verhalten rückwirkend so zu behandeln, als sei es eindeutig rechtswidrig gewesen.Die frühere Regulierung hat kumulative Belastungen selbst nur unzureichend berücksichtigt.Damit trägt auch die öffentliche Hand einen Teil der institutionellen Verantwortung.Wer stärker zum aktuellen Problem beiträgt, sollte grundsätzlich auch stärker zur Reduktion verpflichtet sein.Für historische Sanierungskosten kann zusätzlich relevant sein, wer über längere Zeit wirtschaftlich profitiert hat.Finanzielle Leistungsfähigkeit ist kein Kriterium für Schuld, kann aber für die Verteilung praktischer Lasten relevant sein.Kleine Beiträge dürfen nicht automatisch folgenlos bleiben, wenn gerade ihre Summe den Schaden erzeugt.Genauso wenig sollte jeder kleine Akteur unabhängig von seinem tatsächlichen Beitrag dieselbe Last tragen.Eine tragfähige Lösung muss Vergangenheit und Zukunft getrennt behandeln.Ziel ist nicht, Schuld mathematisch aufzuteilen, sondern begründbare Handlungspflichten zu bestimmen.
SPRACHBAU

Grammatik

  • Zunächst müsste geklärt werden, welche Form von Verantwortung jeweils gemeint ist.
  • Dass kein einzelner Akteur den Gesamtschaden verursacht hat, bedeutet nicht zwangsläufig, dass …
  • Umgekehrt wäre es ebenso problematisch, aus der bloßen Zugehörigkeit zu einer Gruppe abzuleiten, dass …
  • Rechtliche Zulässigkeit entlastet einen Akteur insofern, als …, beseitigt jedoch nicht automatisch …
  • Unter kausalen Gesichtspunkten müsste stärker berücksichtigt werden, …
  • Unter normativen Gesichtspunkten könnte dagegen ins Gewicht fallen, dass …
  • Dem Einwand, der individuelle Beitrag sei vernachlässigbar, ließe sich entgegenhalten, dass …
  • Eine solche Regel wäre nicht verallgemeinerbar, sofern …
  • Die Verantwortung des Staates ergibt sich nicht zuletzt daraus, dass …
  • Für die Beseitigung vergangener Schäden könnten andere Kriterien gelten als für …
  • Eine proportionale Lastenverteilung müsste mehrere Dimensionen miteinander verschränken.
  • Als gemeinsamer Grundsatz ließe sich festhalten, dass Verantwortung weder vollständig individualisiert noch undifferenziert kollektiviert werden darf.
© Germannika – Lernmaterial für Unterrichtszwecke.