Mira begann künstliche Intelligenz zunächst vor allem deshalb zu nutzen, weil sie damit Zeit sparen konnte. Beim Studium ließ sie sich beispielsweise Ideen strukturieren, komplizierte Formulierungen vereinfachen oder Übungsfragen erstellen.
Auch längere Texte ließ sie zunächst zusammenfassen, bevor sie die für ihre Arbeit relevanten Abschnitte selbst genauer las. Im Nebenjob nutzte sie KI außerdem für einfache Routineaufgaben.
Je häufiger sie damit arbeitete, desto stärker gewöhnte sie sich allerdings an die professionell klingenden Antworten. Bei einer Präsentation übernahm sie beinahe eine Statistik, die sehr plausibel wirkte.
Als sie die angegebene Quelle überprüfen wollte, stellte sie jedoch fest, dass sie diese überhaupt nicht finden konnte. Dadurch wurde ihr bewusst, dass sprachliche Sicherheit nicht mit sachlicher Zuverlässigkeit gleichgesetzt werden darf.
Eine weitere Grenze betrifft für sie den Datenschutz. Als ein Kollege vertrauliche Informationen in ein öffentliches KI-System eingeben wollte, wurde ihr klar, dass Bequemlichkeit schnell zu einem Sicherheitsproblem werden kann.
Heute unterscheidet Mira deshalb stärker zwischen verschiedenen Aufgaben. Für Brainstorming, sprachliche Unterstützung oder erste Strukturen hält sie KI weiterhin für sehr hilfreich.
Fakten, Quellen, wichtige Entscheidungen und endgültige Texte überprüft sie jedoch selbst. Außerdem lädt sie keine vertraulichen Daten hoch und übernimmt keine Argumente, die sie nicht erklären oder verteidigen könnte.
Ihrer Ansicht nach wäre es falsch, künstliche Intelligenz grundsätzlich abzulehnen, denn sie kann Lernen und Arbeiten effizienter machen. Ebenso problematisch wäre es jedoch, ihr Entscheidungen und Verantwortung einfach zu überlassen.
Entscheidend ist für Mira deshalb weniger die Frage, ob man KI benutzen sollte, sondern für welche Aufgaben, unter welchen Bedingungen und mit welchem Maß an menschlicher Kontrolle.