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So könnte eure Verhandlung klingen.
Aus wissenschaftlicher Sicht brauchen wir den Feldversuch. Nach mehreren Jahren im Gewächshaus stoßen wir an einen Punkt, an dem bestimmte Fragen unter kontrollierten Bedingungen schlicht nicht mehr beantwortet werden können.
Das bestreite ich nicht. Bevor wir zustimmen, sollten wir allerdings genauer unterscheiden, welche Unsicherheiten noch bestehen und wer die möglichen Folgen trägt.
Die bisherigen Ergebnisse sind jedenfalls sehr vielversprechend. Die Pflanzen benötigen unter Trockenbedingungen deutlich weniger Wasser, und in mehreren Versuchsreihen konnten wir auch den Einsatz bestimmter Pflanzenschutzmittel reduzieren.
Das ist ein erhebliches Potenzial. Die unabhängige Prüfung hat jedoch ergeben, dass euer biologischer Begrenzungsmechanismus noch nicht unter allen Umweltbedingungen getestet wurde, die hier auftreten können.
Vollständig testen können wir ihn genau genommen erst im Freiland. Das ist eines der Argumente für den Versuch.
Richtig. Das bedeutet aber nicht, dass Größe und Standort des Versuchs bereits feststehen müssen.
Du würdest also eher die Bedingungen verändern als das Projekt grundsätzlich stoppen? B: Möglich.
Hinzu kommt nämlich, dass mehrere benachbarte Bio-Betriebe sich wegen möglicher Kreuzungen Sorgen machen. Selbst ein seltenes Ereignis könnte für sie wirtschaftliche Folgen haben, wenn ihre Zertifizierung betroffen wäre.
Das Risiko halten wir für gering, aber ich sehe deinen Punkt. Die Wahrscheinlichkeit allein reicht nicht aus, wenn die Konsequenzen für Dritte erheblich wären.
Genau. Außerdem ist noch nicht geklärt, wer in einem solchen Fall finanziell verantwortlich wäre.
Ein Unternehmen besitzt einen Teil der Patentrechte, aber die Haftungsfrage ist offen. A: Das halte ich ebenfalls für etwas, das vor dem Versuch geregelt werden sollte.
Es wäre problematisch, die wirtschaftlichen Vorteile zu privatisieren und mögliche Schäden anderen zu überlassen. B: Damit hätten wir schon ein erstes Kriterium: klare Verantwortung für mögliche Folgen.
Als zweites würde ich die wissenschaftliche Notwendigkeit nennen. Ein Risiko ist schwerer zu rechtfertigen, wenn dieselbe Erkenntnis auch mit einer weniger eingreifenden Methode gewonnen werden kann.
Einverstanden. Ein drittes Kriterium sollte Begrenzbarkeit oder zumindest möglichst hohe Reversibilität sein.
Dann könnten wir den Versuch zunächst deutlich kleiner durchführen und einen Standort wählen, der weiter von anderen entsprechenden Kulturen entfernt liegt. B: Das würde das Risiko reduzieren.
Das Monitoring müsste allerdings verlängert werden. Der bisherige Plan endet relativ früh, obwohl bestimmte Veränderungen möglicherweise erst in späteren Vegetationsperioden sichtbar werden.
Dann machen wir unabhängige Langzeitbeobachtung zum vierten Kriterium. B: Ich würde außerdem Transparenz ergänzen.
Auch unerwartete oder negative Ergebnisse müssen veröffentlicht werden. A: Damit habe ich kein Problem.
Wissenschaftlich wäre selektive Veröffentlichung ohnehin kontraproduktiv. B: Und die betroffenen Nachbarbetriebe sollten vor der endgültigen Genehmigung beteiligt werden.
Nicht weil sie ein absolutes Vetorecht über Forschung haben, sondern weil ein Teil des Risikos bei ihnen liegt. A: Das finde ich fair.
Gleichzeitig sollten wir bedenken, dass Landwirte in anderen Regionen dringend nach Lösungen für zunehmende Trockenheit suchen. Auch eine jahrelange Verzögerung hat reale Folgen.
Genau deshalb bin ich nicht für ein pauschales Verbot. Das Vorsorgeprinzip darf nicht bedeuten, jede Unsicherheit zum Grund für Stillstand zu machen.
Dann wäre unsere Entscheidung eine Genehmigung unter zusätzlichen Bedingungen? B: Ja: kleinerer und stärker isolierter Versuch, zusätzliche Prüfung des Begrenzungsmechanismus, geklärte Haftung, Beteiligung der benachbarten Betriebe, unabhängiges Langzeitmonitoring und vollständige Veröffentlichung der Ergebnisse.
Sollten diese Bedingungen nicht erfüllt werden, würde der Versuch zunächst verschoben. B: Genau.
Damit behandeln wir Unsicherheit weder als bedeutungslos noch als automatisches Verbot wissenschaftlichen Fortschritts.