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So könnte eure Verhandlung klingen.
Ich würde das zusätzliche Geld gern in Bildungsförderung investieren. Wenn wir langfristig etwas an sozialer Ungleichheit verändern wollen, müssen wir dort ansetzen, wo Bildungschancen entstehen.
Bildung ist zentral. Ich frage mich nur, ob wir damit beginnen können, solange immer mehr Familien wegen steigender Mieten aus dem Viertel wegziehen müssen.
Wie stark ist diese Entwicklung inzwischen? B: Deutlich stärker als noch vor einigen Jahren.
Besonders Haushalte mit niedrigen Einkommen ziehen häufig mehrfach um. Dabei verlieren Kinder nicht nur ihre Wohnung, sondern oft auch Schule, Betreuung und soziale Kontakte.
Das ist ein Problem, das wir auch im Bildungsbereich merken. Unsere Mentoringprogramme wirken wesentlich schlechter, wenn Schülerinnen und Schüler während der Laufzeit die Schule wechseln.
Genau. Deshalb würde ich Wohnstabilität nicht als getrennte Sozialfrage betrachten, sondern teilweise als Voraussetzung für andere Förderung.
Trotzdem sprechen die Bildungsdaten für schnelles Handeln. Leistungsunterschiede sind schon vor dem Übergang in die weiterführende Schule deutlich.
Ein früheres Mentoringprogramm hat die Abschlussquoten der Teilnehmer erheblich verbessert. B: Das ist ein starkes Argument.
Wie langfristig war die Wirkung? A: Besonders gut war sie bei Jugendlichen, die mehrere Jahre begleitet wurden.
Es ging nicht nur um Nachhilfe, sondern auch um Berufsorientierung, Bewerbungen und den Übergang an Hochschulen oder in Ausbildung. B: Dann erhöht das Programm tatsächlich Handlungsmöglichkeiten.
Beim Wohnfonds hätten wir allerdings das Problem, dass wir deutlich weniger Haushalte direkt erreichen würden. A: Das könnte politisch schnell unfair wirken.
Ja, obwohl der Nutzen für diese Familien sehr groß wäre. Genau deshalb sollten wir nicht ausschließlich nach der Zahl der Begünstigten entscheiden.
Dann brauchen wir zunächst Kriterien. Mein erstes wäre der erwartbare langfristige Effekt auf die Handlungsmöglichkeiten der Betroffenen.
Einverstanden. Als zweites würde ich die Schwere und Dringlichkeit der Benachteiligung nennen.
Drittens sollten wir berücksichtigen, wie viele Menschen realistisch erreicht werden. B: Und viertens, ob eine Maßnahme Voraussetzung für andere ist.
Ein Bildungsangebot nützt wenig, wenn jemand wegen fehlenden Verkehrs gar nicht teilnehmen kann. A: Gibt es dazu konkrete Daten?
Ja. Einige bestehende Abendangebote sind überraschend schlecht besucht, weil Busverbindungen nach bestimmten Uhrzeiten kaum noch funktionieren.
Besonders Menschen mit wechselnden Arbeitszeiten sind betroffen. A: Dann ist Infrastruktur ein echter Zugangsfaktor.
Trotzdem würde ich das neue Budget nicht vollständig in den Nahverkehr geben. B: Ich auch nicht.
Kleinere Fahrplananpassungen könnten möglicherweise aus bestehenden Verkehrsmitteln finanziert werden. A: Dann bleiben Bildung und Wohnen als Hauptprioritäten.
Das wäre auch mein Vorschlag. Allerdings müssten wir den Wohnfonds stark auf Haushalte konzentrieren, bei denen ein Wohnungsverlust unmittelbar droht.
Damit wäre er sehr gezielt, während das Mentoringprogramm an mehreren besonders betroffenen Schulen laufen könnte. B: Genau.
Wir würden also nicht versuchen, jedes Problem mit diesem einen Budget zu lösen. A: Unter dem Gesichtspunkt der langfristigen Wirkung würde ich etwas mehr Geld in Bildung geben, aber nur, wenn gleichzeitig ein begrenzter Fonds die akut bedrohten Familien stabilisiert.
Damit könnte ich leben. Gerade weil Wohnstabilität eine Voraussetzung dafür ist, dass die Bildungsförderung bei diesen Kindern überhaupt ankommt.
Und die kleineren Verbesserungen im Abendverkehr versuchen wir aus einem anderen Haushalt zu finanzieren. B: Dann sollten wir unsere Prioritätsregel ausdrücklich festhalten: Schwere des Nachteils, langfristige Wirkung, Reichweite und die Frage, ob eine Maßnahme Voraussetzung für andere Hilfen ist.
Außerdem sollten wir nach zwei Jahren prüfen, ob die Programme tatsächlich die Gruppen erreichen, für die sie gedacht sind. B: Einverstanden.
Gerechtigkeit besteht hier also nicht darin, allen denselben Betrag zu geben, sondern begründbar dort stärker einzugreifen, wo Barrieren besonders groß sind und Unterstützung real etwas verändern kann.