LESEZIMMER
Lese-Episoden für Deutschlernende: kleine digitale Bücher mit Text, Aufgaben, Punkten und Wortschatz.
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A1.1
Das Sofa fährt durch die Stadt
Milo und seine Mama bekommen ein neues rotes Sofa. Zwei Männer tragen es aus dem Möbelwagen, aber dann rollt das Sofa auf einem kleinen Wagen davon. Milo läuft hinterher. Bald helfen ein Bäcker, eine Polizistin und ein Busfahrer bei der lustigsten Suche des Tages.
LESENDer Bus für die Braut
Lena wartet im weißen Kleid auf ihr Hochzeitsauto. Aber das Auto hat eine Panne. Ihr kleiner Bruder Emil läuft zur Haltestelle und bittet Busfahrer Theo um Hilfe. So wird aus einem normalen Bus plötzlich der wichtigste Bus der Stadt.
LESENDer Teddy bekommt einen Reisepass
Mia fährt bald mit ihrem Vater zu Tante Klara. Im Amt bekommt sie einen neuen Reisepass. Ihr Teddy Bruno sitzt dabei auf ihrem Schoß. Dann sagt Mia: „Bruno braucht auch einen.“ Alle lachen – bis der kleine Teddy plötzlich wirklich Hilfe braucht.
LESENOpa Erik sagt Regen
Im Hof planen die Nachbarn einen kleinen Flohmarkt. Die Wetter-App sagt Sonne, doch Opa Erik sagt: „Um vier Uhr kommt Regen.“ Alle lachen. Nur Nora hört zu – und am Ende bleiben die Kuchen, Bücher und Spielsachen trocken.
LESENDie leuchtenden Gläser im Hof
Mila entdeckt vor der Haustür ein Glas mit einem kleinen Licht. Am nächsten Abend stehen dort schon drei Gläser. Gemeinsam mit ihrem Nachbarn Tom folgt sie der leuchtenden Spur – und findet eine Überraschung für das ganze Haus.
LESENFips hat seinen ersten Arbeitstag
Der kleine Hund Fips begleitet seine Besitzerin Ella zum ersten Mal zur Arbeit. In der Bäckerei begrüßt er Kunden, bewacht eine Tasche und entdeckt schließlich, dass Frau Winter etwas Wichtiges vergessen hat.
LESENDas langsamste Fahrrad der Stadt
Opa Georg besitzt ein altes grünes Fahrrad und fährt damit nie besonders schnell. Als die Stadt ein ungewöhnliches Rennen organisiert, meldet seine Enkelin ihn heimlich an. Doch bei diesem Rennen gewinnt nicht, wer zuerst ins Ziel kommt.
LESENFrau Nuri nimmt kein Geld
Frau Nuri arbeitet als Schneiderin. Jeden Mittwoch repariert sie kleine Dinge kostenlos. Ihre Kunden bezahlen nicht mit Geld, sondern erzählen ihr eine persönliche Geschichte.
LESENEmils Brief kommt zu früh
Emil schreibt einen Brief an sein zukünftiges Ich und vergräbt ihn im Garten seiner Oma. Erst in zehn Jahren möchte er ihn öffnen. Doch der Hund aus dem Nachbarhaus hat einen anderen Plan.
LESENHerr Klee und die singende Teekanne
Herr Klee kocht jeden Nachmittag Tee. Seine alte Metallkanne pfeift dabei eine kleine Melodie. Die Nachbarin Amira hört die drei Töne und macht daraus ein richtiges Musikstück.
LESENDie Suppe auf dem Fahrrad
Nikos Oma ist erkältet und kann nicht zum Mittagessen kommen. Niko möchte ihr die heiße Gemüsesuppe mit dem Fahrrad bringen. Damit nichts ausläuft, muss er sehr vorsichtig fahren.
LESENMilas Laden für gute Nachrichten
Mila hört jeden Tag viele schlechte Nachrichten. Deshalb eröffnet sie im Hof einen kleinen Laden für gute Meldungen. Jeder darf einen Zettel mitnehmen, muss aber selbst eine positive Nachricht hinterlassen.
LESENDas Schaf wartet auf Grün
Das Schaf Frieda läuft aus seinem Gehege im Stadtpark. Vor einer großen Straße bleibt es an der roten Ampel stehen. Fußgänger, Autofahrer und Marktbesucher beobachten gespannt, was Frieda als Nächstes tut.
LESENDer Roboter sammelt Socken
Familie König kauft einen kleinen Staubsaugerroboter. Rudi reinigt jeden Morgen den Boden. Gleichzeitig verschwinden im Haus immer mehr Socken. Eines Tages folgt Lea dem Roboter.
LESENDas Geburtstagslied am falschen Fenster
Lara und Jonas möchten ihre Freundin Mia mit einem Geburtstagslied überraschen. Sie stellen sich im Innenhof unter ein Fenster mit roten Vorhängen. Doch dort wohnt eine andere Frau, die an diesem Tag ebenfalls Geburtstag hat.
LESENDer Garten auf vier Rädern
Die ehemalige Floristin Frau Elise besitzt mehr Pflanzen als Platz. Aus einem alten Handwagen baut sie einen mobilen Garten. Damit besucht sie Menschen, die nur selten selbst in einen Park oder Garten gehen können.
LESENEine Stunde am Kiosk
Die sechzehnjährige Selma macht ein Praktikum in einem kleinen Kiosk. Als Frau Martens dringend zum Zahnarzt muss, darf Selma sie eine Stunde vertreten. Doch die Kunden stellen mehr Fragen als erwartet.
LESENDer Kater mit sieben Namen
Ein grauer Kater besucht regelmäßig sieben Wohnungen in derselben Straße. Für Frau Aydin heißt er Socke, für Ben heißt er Professor. Erst bei einem Nachbarschaftsfest entdecken alle, dass sie von demselben Tier sprechen.
LESENHerr Otto und die Papierschiffe
Herr Otto faltet aus altem Papier kleine Schiffe und schreibt freundliche Nachrichten hinein. Nach dem Regen lässt er sie durch eine Wasserrinne im Park fahren. Eines Tages wartet am Ende der Strecke eine Antwort.
LESENEin Paket für den Mond
Ben möchte dem Mond eine Zeichnung schicken. In der Postfiliale erklärt man ihm, dass dort kein Briefträger arbeitet. Doch Frau Seidel findet eine Adresse, über die Bens Paket dem Mond zumindest sehr nahe kommen kann.
LESENDer Chor zwischen den Waschmaschinen
An einem regnerischen Samstag fällt im Waschsalon der Strom aus. Die Kunden müssen warten. Dann beginnt ein Junge, den Rhythmus einer alten Maschine nachzumachen, und plötzlich singen alle.
LESENOmas Bibliothek im Küchenschrank
Oma Helga braucht ihren alten Küchenschrank nicht mehr. Wegwerfen möchte sie ihn aber auch nicht. Gemeinsam mit ihrer Enkelin macht sie daraus eine kleine Bibliothek für die Nachbarschaft.
LESENDie Schildkröte im Tor
Beim Fußballspiel im Park erscheint plötzlich eine Schildkröte im Tor. Niemand kennt ihren Besitzer. Während die Kinder nach ihrem Zuhause suchen, wird das langsamste Tier im Park zum wichtigsten Spieler.
LESENDer Papagei bestellt Pizza
Jeden Freitag bestellt Nora dieselbe Pizza. Ihr Papagei Paco hört aufmerksam zu und lernt jedes Wort. Eines Tages drückt er allein die Wahlwiederholung am Telefon.
LESENDas Rennen der Schnecken
Nach dem Regen finden Mila und Jonas vier Schnecken in Omas Garten. Gemeinsam organisieren sie ein sehr langsames Rennen. Die Teilnehmer heißen Blitz, Rakete, Turbo und Sonntag.
LESENZwölf Pfannkuchen am Sonntag
Am Sonntagmorgen möchte Tom zum ersten Mal Pfannkuchen machen. Er liest das Rezept nicht bis zum Ende und bereitet viel zu viel Teig vor. Zum Glück haben seine Nachbarn Hunger.
LESENFrau Kims erster Schneemann
Als Frau Kim aus dem Fenster schaut, ist die ganze Straße weiß. Sie sieht zum ersten Mal richtigen Schnee. Mit zwei Nachbarskindern baut sie ihren ersten Schneemann.
LESENDas Picknick im Treppenhaus
Mila und ihre Familie möchten im Park picknicken. Kurz vor dem Essen beginnt es stark zu regnen. Zu Hause hat Mila eine neue Idee – und plötzlich bringt jeder Nachbar etwas mit.
LESENKater Max und die warme Bäckerei
An einem kalten Morgen sitzt Kater Max vor der Bäckerei und friert. Die Bäckerin Leyla lässt ihn in den warmen Kundenraum. Schon bald begrüßt Max jeden Gast und bekommt seinen eigenen Platz.
LESENEin Kissen an der Bushaltestelle
Frau Berta wartet jeden Morgen an derselben Bushaltestelle. Die Bank dort ist im Winter sehr kalt. Deshalb näht sie ein gelbes Kissen – nicht nur für sich, sondern für die ganze Straße.
LESENHerr Meier kauft rosa Socken
Herr Meier trägt normalerweise nur graue und schwarze Kleidung. Für seine Enkelin sucht er rosa Socken mit gelben Enten. Zu Hause entdeckt er jedoch, dass er die falsche Größe gekauft hat.
LESENLenas Balkon für Vögel
Lenas Balkon ist klein und leer. An einem warmen Tag stellt sie Wasser für einen Spatz hinaus. Schon bald kommen immer mehr Vögel zum Trinken, Baden und Frühstücken.
LESENDer kleinste Hund im Park
Pip ist der kleinste Hund im Park. Er möchte gern mit den großen Hunden spielen, traut sich aber nicht. Als ein blauer Ball verschwindet, kann nur Pip ihn finden.
LESENOma Erna sucht ihre Brille
Oma Erna möchte ein Rezept lesen, aber ihre Brille ist verschwunden. Sie sucht in der Küche, im Bad und sogar im Kühlschrank. Dabei liegt die Brille näher, als sie denkt.
LESENDie Ziege im Blumenladen
Mila öffnet am Morgen ihren Blumenladen. Plötzlich steht eine kleine Ziege zwischen den Rosen und Tulpen. Lotte möchte jede Blume probieren und bringt den ganzen Laden durcheinander.
LESENPaul hat zweimal Geburtstag
Der kleine Hund Paul kommt aus dem Tierheim. Seine Familie weiß nicht, wann er geboren ist. Anna wählt einen Tag im Winter, Leo einen Tag im Sommer. Aber welcher Tag ist der richtige?
LESENEin Frühstück für den Igel
Früh am Morgen entdeckt Nina einen Igel im Garten. Sie möchte ihm etwas Gutes geben und bereitet eine kleine Mahlzeit vor. Doch der Igel kommt am nächsten Tag nicht allein.
LESENDer Briefträger und der kleine Hund
Briefträger Paul findet auf seiner Runde einen müden kleinen Hund. Auf dem Halsband steht die Adresse eines Cafés. Bis dorthin ist es noch weit, deshalb bekommt der Hund einen besonderen Platz in Pauls Posttasche.
LESENFrau Rosa fährt Roller
Frau Rosa sieht den Roller ihrer Enkelin und möchte ihn ausprobieren. Mit Helm, viel Geduld und ein wenig Hilfe beginnt ihre erste Fahrt. Ihr Ziel ist der kleine Eisstand im Park.
LESENDrei Katzen auf einem Stuhl
Bei Oma Berta leben drei Katzen. Im Wohnzimmer steht ein besonders warmer Stuhl. Jede Katze möchte dort schlafen. Oma Berta stellt zwei weitere Stühle auf – doch die Katzen haben einen anderen Plan.
LESENDie Maus mag keinen Käse
Lina glaubt, dass jede Maus Käse liebt. Doch ihre neue Maus Pipa möchte ihn nicht fressen. Gemeinsam mit ihrem Bruder sucht Lina nach Pipas Lieblingsessen.
LESENOpa Karl backt kleine Kuchen
Opa Karl möchte für seinen Enkel einen großen Apfelkuchen backen. Doch seine große Backform ist weg. Er benutzt zwölf kleine Formen – und bald duftet das ganze Haus nach Kuchen.
LESENMia teilt ihren Regenschirm
Mia geht bei starkem Regen zur Bibliothek. Unterwegs teilt sie ihren großen Regenschirm mit immer mehr Menschen. Dann finden sie auch noch einen nassen kleinen Hund.
LESENDer Hase im Schuhgeschäft
Frau Sommer öffnet am Morgen einen Karton mit Kinderschuhen. Doch darin liegen keine Schuhe. Ein kleiner weißer Hase springt heraus und beginnt einen lustigen Besuch im Schuhgeschäft.
LESENFrau Lotti und der schnelle Einkaufswagen
Jeden Samstag geht Frau Lotti mit ihrem gelben Einkaufswagen zum Markt. Doch heute funktioniert die Bremse nicht. Der Wagen rollt bergab, und bald läuft der ganze Markt hinter ihm her.
LESENDie Ente vor der Bäckerei
Vor der Bäckerei sitzt jeden Morgen dieselbe Ente. Sie möchte kein Brot und kein Wasser. Als Herr Demir ihr durch den Hof folgt, entdeckt er ihr kleines Geheimnis.
LESENEin Schal für Bruno
Der kleine Hund Bruno friert jeden Morgen vor der Bäckerei. Lina möchte ihm einen Schal schenken. Ihr erster Schal ist zu kurz, der zweite zu lang. Doch Lina gibt nicht auf.
LESENKater Momo fährt Straßenbahn
Kater Momo beobachtet jeden Tag die Straßenbahn vor seinem Haus. Eines Morgens läuft er zur Haltestelle und steigt ein. Die Türen schließen sich – und Momo beginnt seine erste Reise durch die Stadt.
LESENOmas neuer Mitbewohner
Oma Frieda lebt allein und strickt jeden Morgen am Fenster. Eines Tages hört sie ein leises Miauen. In ihrem Wollkorb liegt ein nasses Kätzchen. Aber wem gehört es?
LESENA2.1
Der Sonntag mit zwei Montagen
Am Sonntagmorgen fahren Schulbusse, Menschen eilen zur Arbeit und im Café gibt es das Montagsangebot. Nur die Verkäuferin am Zeitungskiosk behauptet, Max habe recht.
LESENDas Zimmer über der Garage
Beim Aufräumen des Hauses ihrer Großmutter entdeckt Anna ein verborgenes Zimmer. Darin stehen Werkzeuge, alte Spielsachen und viele Schachteln mit den Namen früherer Nachbarn.
LESENAls der Marktplatz plötzlich still war
Eines Morgens funktionieren auf dem Marktplatz weder Brunnen noch Uhr oder Glocken. Während alle nach einem technischen Fehler suchen, denkt die Besitzerin des Zeitungskiosks an einen Mann, dessen tägliche Arbeit fast niemand kennt.
LESENDer falsche Name auf der Torte
Familie König möchte Ruths achtzigsten Geburtstag feiern. Doch in der Tortenschachtel liegt eine Torte für einen unbekannten Malik. Da die Konditorei bereits geschlossen ist, beginnt die Familie selbst nach ihm zu suchen.
LESENEine Nacht im Blumenladen
Nach Ladenschluss bleiben Jule und Herr Yilmaz wegen eines kaputten Metalltors im Blumenladen eingeschlossen. Während sie auf den Techniker warten, erscheint ein Mann, der noch in dieser Nacht einen besonderen Blumenstrauß braucht.
LESENDer Hund, der keine Treppen mochte
Nur in einem einzigen Haus weigert sich Bruno, die Treppe zu benutzen. Seine Besitzerin Lena hält ihn zunächst für ängstlich – bis auch ein Kind ein seltsames Geräusch im Treppenhaus hört.
LESENDas Lied aus der Bäckerei
Nach ihrem Umzug hört Lena früh am Morgen ein altes Lied aus der Bäckerei unter ihrer Wohnung. Ihre Großmutter sang genau diese Melodie. Gemeinsam mit dem Bäcker sucht Lena nach der Geschichte der unbekannten Aufnahme.
LESENDie Frau mit dem grünen Koffer
Am Bahnhof bittet eine fremde Frau Tim, kurz bei ihrem Koffer zu bleiben. Als sie nicht zurückkommt, muss er sich zwischen seinem Zug und dem fremden Gepäck entscheiden.
LESENDer letzte Apfel im Laden
Zwei Kunden greifen gleichzeitig nach dem letzten Apfel im Lebensmittelgeschäft. Aus ihrem kleinen Streit wird eine gemeinsame Suche nach einem Abschiedsgeschenk für Herrn Birkner, der den Laden seit vierzig Jahren führt.
LESENEin Kuchen für Haus Nummer fünf
Nora backt einen Willkommenskuchen für die neue Familie in Haus Nummer fünf. Erst zwischen alten Fotos und hundert Kerzen bemerkt sie, dass sie an der falschen Tür geklingelt hat.
LESENDas Fahrrad mit dem leeren Korb
Vor Emmas neuem Wohnhaus steht ein altes Fahrrad mit einem leeren Korb. Seine Besitzerin kann nicht mehr fahren. Trotzdem verschwindet es jede Nacht – bis es eines Morgens nicht zurückkommt.
LESENHerr Paulsen kauft einen roten Hut
Der ruhige Herr Paulsen kauft zum ersten Mal etwas Auffälliges: einen leuchtend roten Hut. Am nächsten Morgen halten ihn zwölf Besucher für ihren Stadtführer – und hören nicht richtig zu, als er den Irrtum erklären will.
LESENDie Bank hinter dem Bahnhof
Auf dem Weg zur Arbeit entdeckt Selin täglich einen anderen Gegenstand auf einer Bank hinter dem Bahnhof. Als auf einem Papierboot eine Uhrzeit steht, beschließt sie, am nächsten Morgen auf die unbekannten Besucher zu warten.
LESENEine Nachricht im Kochbuch
Für sein erstes Essen mit der Familie kauft Leon ein altes Kochbuch. Zwischen zwei Rezepten liegt eine Nachricht: „Am Sonntag keine Suppe kochen!“ Gemeinsam mit seiner Schwester sucht er nach der Geschichte hinter diesem Satz.
LESENDer Schuh auf dem Dach
Bäckerin Nora entdeckt auf ihrem Dach einen einzelnen roten Tanzschuh. Gemeinsam mit zwei Nachbarn sucht sie nach seiner Besitzerin – und findet eine Frau, die ohne ihn einen wichtigen Auftritt absagen möchte.
LESENZehn Minuten zu früh
Vor ihrer Zugfahrt entdeckt Lisa zwei ältere Menschen mit demselben roten Buch. Beide warten auf jemanden, den sie noch nie gesehen haben – und beide glauben, dass diese Person nicht gekommen ist.
LESENDie Katze aus Zimmer 14
Während ihrer Nachtschicht sieht Rezeptionistin Klara eine weiße Katze aus einem unbewohnten Hotelzimmer kommen. Die Zimmertür ist verschlossen, der Schlüssel liegt an der Rezeption – und niemand im Hotel vermisst ein Tier.
LESENDer Mann, der jeden Bus grüßte
Die neue Busfahrerin Aylin sieht täglich denselben älteren Mann an der Haltestelle. Er begrüßt jeden Bus, schreibt seine Nummer auf und bleibt zurück. Eines Morgens hält Aylin an und fragt ihn nach dem Grund.
LESENEin Regenschirm für zwei
Während eines starken Regens nehmen zwei Fremde im Café denselben Schirm. Weil Busse und Straßenbahnen nicht mehr fahren, müssen sie gemeinsam durch die Stadt gehen – obwohl beide dringend zu einem anderen Ort müssen.
LESENDer Schlüssel im Blumentopf
Bei ihrer Arbeit im Gartencenter entdeckt Mila in einem alten Blumentopf einen Schlüssel mit einer Hausnummer. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Tarek sucht sie die passende Tür – und findet einen fast vergessenen Garten.
LESENDas Fenster mit dem gelben Vorhang
Seit seinem Umzug beobachtet Jonas ein Fenster im Haus gegenüber. Dort erzählen Schatten jeden Abend eine Geschichte. Als sie plötzlich verschwinden, sucht er nach der Person hinter dem gelben Vorhang.
LESENFrau Berger fährt bis zur Endstation
Frau Berger fährt jede Woche mit dem Bus zum Markt. Als dieser überraschend geschlossen bleibt, fährt sie zum ersten Mal bis zur Endstation – und beginnt dort eine Reise, die sie mit ihrem Mann immer verschoben hatte.
LESENDer Brief ohne Adresse
Briefträgerin Johanna findet einen Brief für „die Frau mit dem grünen Mantel, die jeden Morgen die Vögel füttert“. Bevor sie ihn zurückschickt, versucht sie einen Tag lang, die unbekannte Empfängerin zu finden.
LESENEin Tisch für niemanden
Im Café Morgenrot bleibt jeden Freitagnachmittag ein Tisch frei. Die neue Kellnerin Lea möchte wissen, für wen dort Kaffee und Pflaumenkuchen bereitstehen – und warum niemand auf dem Stuhl sitzt.
LESENDer Koffer vor der Tür
Frau Klein findet vor ihrer Wohnung einen alten braunen Koffer. Sie bringt ihn ins Erdgeschoss, doch am nächsten Morgen ist er wieder da. Gemeinsam mit dem Nachbarsjungen Emil sucht sie nach seinem Besitzer.
LESENA2.2
Der Mann, der nur Rückfahrkarten kaufte
Am Bahnhof von Sonnenfeld kauft Herr Mertens jede Woche eine Rückfahrkarte aus einem anderen Ort. Die Mitarbeiterin Clara glaubt zunächst an ein Missverständnis. Dann erfährt sie von einem roten Notizbuch, fünfundzwanzig Wanderwegen und einer letzten Reise, die Herr Mertens nicht allein geplant hatte.
LESENDie Frau, die den Winter sammelte
Hausmeister Elias entdeckt in einer alten Gefriertruhe Hunderte Gläser mit Schnee. Jedes trägt ein Datum und eine Erinnerung. Die seltsame Sammlung ist für Frau Fabers Schwester bestimmt, die nach achtzehn Jahren erstmals wieder zu Besuch kommen will.
LESENDer Mittwoch ohne Hausnummern
An Emils erstem Arbeitstag als alleiniger Briefträger fehlen plötzlich sämtliche Hausnummern einer ganzen Straße. Zwischen seinen Paketen befindet sich ein gekühltes Medikament, das pünktlich zugestellt werden muss. Bei der Suche nach dem richtigen Haus entdeckt Emil, dass selbst langjährige Nachbarn einander kaum kennen.
LESENDer zweite Preis für Herrn Wolf
Aus den Brettern eines abgerissenen Tanzsaals baut Herr Wolf eine ungewöhnliche Bank. Mit dem ersten Preis eines Handwerkswettbewerbs möchte er das Dach seiner Werkstatt reparieren. Doch gerade der enttäuschende zweite Platz bringt die Bank dorthin, wo ihre Geschichte sichtbar wird.
LESENZwei Tassen am Fenster
Seit ihrem Einzug beobachtet Mara ein stilles Treffen zwischen zwei Fenstern. Herr Seidel und Frau Kaya trinken jeden Nachmittag gemeinsam Tee, obwohl eine Straße zwischen ihnen liegt. Als eines Tages die zweite Tasse fehlt, beginnt Mara zu verstehen, warum dieses kleine Ritual so wichtig geworden ist.
LESENDer Anruf aus der letzten Telefonzelle
Die letzte Telefonzelle der Stadt soll entfernt werden. Als ihr Telefon plötzlich klingelt, nimmt Kioskbesitzer Anton den Hörer ab. Eine Frau aus Dänemark sucht einen Mann, der vor vierzig Jahren auf ihren Anruf gewartet hat.
LESENDer Kofferraum voller Sterne
In Juris Werkstatt steht ein rotes Auto mit einem ungewöhnlichen Inhalt: Im Kofferraum liegen Hunderte leuchtende Sterne. Die Besitzerin muss damit noch am selben Abend zu einem wichtigen Termin. Doch das notwendige Ersatzteil kommt frühestens am nächsten Morgen.
LESENSieben Tage mit Frau Sonntag
Lea soll der älteren Frau Sonntag eine Woche lang beim Packen helfen. Doch statt Umzugskartons zu füllen, öffnet Frau Sonntag jeden Morgen einen Umschlag mit einer neuen Aufgabe. Erst nach einigen Tagen versteht Lea, was ihre ungewöhnliche Nachbarin wirklich vorbereitet.
LESENDas leere Schaufenster am Morgen
Seit vierzig Jahren zeigt das Fotostudio Brandt die Gesichter der Stadt. Doch eines Morgens ist das Schaufenster plötzlich leer und der Fotograf nicht zu finden. Seine Assistentin Amira sucht nach einer Erklärung und entdeckt, dass ihr Chef ein letztes großes Bild vorbereitet hat.
LESENDie Karte mit dem fehlenden Weg
Nele findet in einem zurückgegebenen Bibliotheksbuch eine alte Wanderkarte. Darauf führt eine rote Linie zu einem unbekannten Haus, doch ein Teil des Weges fehlt. Gemeinsam mit dem ehemaligen Briefträger Herr Vogt folgt sie den rätselhaften Hinweisen.
LESENDer Mann, der sein Mittagessen versteckte
Herr Bremer bringt täglich sein Mittagessen mit, versteckt es jedoch immer an einem anderen Ort. Seine Kollegen vermuten einen Dieb im Theater. Erst als eine neue Mitarbeiterin die Dose findet und in den Kühlschrank stellt, erfahren alle, für wen Herr Bremer das Essen wirklich versteckt.
LESENEin Abend im Fundbüro
Kurz vor Feierabend erscheinen im Fundbüro drei Personen wegen einer silbernen Kamera. Eine Frau kennt ihre Geschichte, ein Mann hat sie repariert, und eine Studentin besitzt den Kaufbeleg.
LESENDie Tür, die jeden Freitag eine andere Farbe hatte
Die Wohnungstür Nummer neun bekommt jede Woche eine neue Farbe. Einige Nachbarn vermuten ein Kunstprojekt, andere sprechen von Sachbeschädigung. Dann begegnen sie der Frau, die jede Farbe selbst auswählt.
LESENDer Busfahrer mit dem Umweg
Kurz vor Mitternacht biegt Karim mit dem letzten Linienbus in eine dunkle Landstraße ein. Seine Fahrgäste protestieren, bis sie erfahren, wer vor einem abgelegenen Pflegeheim auf Hilfe wartet.
LESENDas Geschenk, das niemand öffnen wollte
Zu Helenes fünfundsiebzigstem Geburtstag erscheint ein geheimnisvolles Paket. Es ist für alle bestimmt, die beim Sommerfest 1998 in der Küche waren – am Tag, an dem der blaue Porzellanvogel verschwand.
LESENDer Garten hinter Gleis drei
Bahnhofsmitarbeiter Ben öffnet wegen eines Wassergeräuschs eine alte Tür an Gleis drei. Dahinter entdeckt er einen Garten, der auf keinem Plan steht – und ein Notizbuch mit Einträgen aus fünfundzwanzig Jahren.
LESENDie Nacht, in der alle Wecker klingelten
In der letzten Nacht vor der Schließung einer Uhrenwerkstatt kontrolliert Jonas die zurückgebrachten Wecker. Alle sind auf dieselbe Zeit gestellt – und unter jedem Gerät klebt eine kleine Nachricht.
LESENEine Postkarte für morgen
Lina erhält eine Postkarte in ihrer eigenen Kinderschrift. Darauf stellt ihr zehnjähriges Ich Fragen an die Zukunft und verabredet sich „morgen“ unter dem Kastanienbaum der alten Schule.
LESENDer letzte Film auf der Kassette
Beim Aufräumen ihres Elternhauses finden Marie und Felix eine alte Videokassette. Eine Technikerin entdeckt darauf einen unbekannten letzten Teil – mit Nachrichten, die ihre Eltern vor mehr als zwanzig Jahren für die Zukunft aufgenommen haben.
LESENDie Frau, die fremde Pflanzen goss
Nach seinem Einzug entdeckt Lukas eine unbekannte Frau mit einer blauen Gießkanne vor seinem Balkon. Er glaubt zunächst an eine Verwechslung – bis er den blauen Stein im Blumentopf bemerkt.
LESENDas Café unter der Treppe
In ihrem neuen Bürogebäude entdeckt Melanie ein winziges Café ohne Namen und Preisliste. Als die Frau hinter der Theke plötzlich in Rente geht, droht der ungewöhnliche Treffpunkt zu verschwinden.
LESENAls Herr Lorenz seinen Namen im Radio hörte
Ein lokaler Radiosender bittet Herrn Lorenz, zum seit Jahren geschlossenen Gloria-Kino zu kommen. Hinter einer Wand wurde eine Metallkiste mit seinem Namen gefunden – doch öffnen kann sie nur ein Schlüssel aus seiner Jugend.
LESENDer Gast mit dem leeren Koffer
Die Hotelmitarbeiterin Mia wundert sich über einen Gast ohne Gepäck. Herr Albers sammelt keine gewöhnlichen Souvenirs: Er sucht Dinge, an die seine Frau sich aus ihrer Kindheit erinnert.
LESENDrei Schlüssel für Frau Novak
Frau Novak erhält einen Brief ohne Absender. Drei Schlüssel sollen sie zum Bahnhof, in einen alten Garten und schließlich zu einer verschlossenen Holzkiste führen. Hinter dem letzten Schloss wartet ein Teil ihrer Familiengeschichte.
LESENDie Wohnung mit dem Sonntagslicht
Nach ihrem Einzug bemerkt Lea ein regelmäßiges Licht in der angeblich leeren Wohnung gegenüber. Eines Sonntags wartet sie im Treppenhaus und begegnet einer jungen Frau mit einem Telefon und einem alten Schlüssel.
LESENB1.1
Das Kino für sechs Hühner
Lisa baut in der alten Scheune ihres Opas ein kleines Kino auf. Kurz vor dem Film kommen sechs unerwartete Zuschauer herein. Die Hühner wählen die besten Plätze und möchten offenbar bleiben.
In VorbereitungMontag ist heute woanders
Wegen einer Baustelle wird die Haltestelle am Marktplatz vorübergehend verlegt. Doch jeden Morgen steht das Schild wieder am alten Ort. Busfahrerin Leyla Demir will herausfinden, wer es bewegt – und entdeckt, dass hinter dem seltsamen Protest ein echtes Sicherheitsproblem steckt.
LESENDie Bank, die jede Nacht wanderte
Seit der Renovierung des Stadtparks wandert eine schwere grüne Bank jede Nacht an einen neuen Ort. Parkarbeiter Anton vermutet Vandalismus. Doch ein Jugendlicher entdeckt, dass mehrere Menschen die Bank bewegen – und jeder von ihnen einen guten Grund hat.
LESENDreihundert Tulpen für Herrn Bender
Durch einen Bestellfehler erhält der zurückhaltende Herr Bender dreihundert Tulpenzwiebeln. Weil er sie nicht wegwerfen will, pflanzt er sie nachts heimlich in den grauen Innenhof. Erst Monate später wird sichtbar, was er dort verborgen hat.
LESENDas Fest, das zu früh begann
Das große Stadtfest soll am Sonntag stattfinden. Durch einen Druckfehler erscheint auf Hunderten Plakaten jedoch der Samstag. Als die ersten Gäste einen Tag zu früh kommen, sind Bühne, Essen und Programm noch nicht bereit – aber nach Hause gehen möchte auch niemand.
LESENDie Frau mit den hundert Eimern
Sofia Petrescu sammelt jeden Liter Regenwasser und lagert ihn in unzähligen Eimern. Die Hausbewohner halten ihre Gewohnheit für übertrieben und gefährlich. Als während einer Hitzewelle eine Wasserleitung bricht, bekommt ihre seltsame Sammlung plötzlich einen praktischen Wert.
LESENEin Garten auf Parkplatz 27
Für ein Nachbarschaftsprojekt verwandeln die Bewohner den Parkplatz Nummer 27 in einen mobilen Garten. Doch Herr Haas stellt dort seit Jahren sein Auto ab und will den Platz nicht aufgeben. Erst während eines heftigen Streits wird deutlich, warum ihm gerade dieser Parkplatz so wichtig ist.
LESENDas Fernglas von Frau Reuter
Jeden Morgen steht Frau Reuter mit einem Fernglas am Fenster. Bald glauben die Nachbarn, dass sie deren Wohnungen beobachtet. Erst bei einer Hausversammlung erfahren sie, was sie wirklich sucht: Auf dem Dach gegenüber wächst eine seltene Vogelfamilie heran.
LESENEin Tag ohne Spiegel
Kurz vor einem vollen Samstag zerbricht der große Spiegel in Ninas Friseursalon. Weil ein Ersatz erst am Montag kommt, müssen die Kunden entscheiden: absagen oder Nina vollkommen vertrauen. Der spiegelose Tag verändert nicht nur ihre Frisuren.
LESENDer letzte Tanz im Supermarkt
Nach vierunddreißig Jahren schließt der Supermarkt am Birkenplatz. In der letzten Nachtschicht müssen die Beschäftigten das Geschäft vollständig ausräumen. Doch eine vergessene Musikbox verwandelt die leeren Gänge für wenige Minuten in eine Tanzfläche.
LESENDer Balkon über dem Kino
Jeden Abend sitzt eine Frau auf dem Balkon über Leons Freiluftkino. Leon glaubt, dass sie sich die Eintrittskarte sparen will. Als er sie öffentlich auf die Regeln hinweist, bleibt ihr Stuhl plötzlich leer – und Leon erfährt, dass er nur einen kleinen Teil ihrer Geschichte gesehen hat.
LESENJeden Morgen ein Strich am See
Jeden Morgen markiert der pensionierte Ernst den Wasserstand am alten Bootshaus. Die meisten Nachbarn halten seine Striche für eine harmlose Beschäftigung. Doch nach tagelangem Regen steigt der See plötzlich schneller als je zuvor.
LESENDas kleinste Museum der Stadt
Nach zweiundvierzig Jahren schließt Friseurin Hanne ihren kleinen Salon. Beim Aufräumen findet sie eine Schublade voller Dinge, die Kundinnen und Kunden vergessen haben. Bevor sie alles wegwirft, stellt sie die Fundstücke ins Schaufenster – und plötzlich kehren Menschen mit ihren Geschichten zurück.
LESENEin Baum zieht um
Für einen neuen Radweg soll der älteste Birnbaum der Lindenstraße gefällt werden. Die sechzehnjährige Selma schlägt vor, ihn in den nahen Park zu versetzen. Doch niemand kann versprechen, dass ein so alter Baum seinen Umzug überlebt.
LESENDer Sonntag der offenen Kühlschränke
Ein Stromausfall bedroht an einem heißen Sonntag sämtliche Lebensmittel in der Rosenstraße. Statt verdorbenes Essen wegzuwerfen, tragen die Bewohner ihre Vorräte in den Innenhof. Doch aus Milch, Gemüse und sieben Sorten Käse ein gemeinsames Mittagessen zu machen, ist schwieriger als gedacht.
LESENDie Bibliothek auf zwei Rädern
Wegen eines Wasserschadens bleibt die kleine Stadtteilbibliothek monatelang geschlossen. Bibliothekarin Lea verwandelt ein Lastenrad in eine fahrende Bücherei. Doch ausgerechnet an ihrem wichtigsten Tag verschwindet das Fahrrad mit allen Büchern.
LESENSieben Mittagessen für Herrn Mahler
Seit dem Tod seiner Frau isst Herr Mahler jeden Mittag allein. Doch eines Tages liefert ein Essensdienst versehentlich sieben warme Mahlzeiten. Weil das Essen nicht weggeworfen werden soll, klingelt Herr Mahler zum ersten Mal bei den Menschen, deren Namen er bisher nur von den Briefkästen kennt.
LESENVier Stühle vor Haus Nummer neun
Als der Aufzug in Haus Nummer neun ausfällt, stellt Ruth vier alte Küchenstühle vor die Haustür. Was als kurze Pause beginnt, wird bald zum Treffpunkt der Nachbarschaft. Doch nicht alle freuen sich über die neue Nähe vor ihrem Fenster.
LESENAls Oberdorf eine Ampel bekam
In Oberdorf kennt jeder jeden, und bisher regelt ein freundlicher Blick den Verkehr. Doch nach einem Beinahe-Unfall bekommt das Dorf seine erste Ampel. Schon bald streiten die Bewohner nicht mehr nur über Rot und Grün, sondern über die Frage, wem die Straße eigentlich gehört.
LESENDer Hund vor der alten Brücke
Seit Jonas den Hund Bruno aus dem Tierheim geholt hat, sind die beiden unzertrennlich. Doch vor einer alten Brücke bleibt Bruno jedes Mal stehen. Als Jonas endlich herausfinden will, was ihn dort zurückhält, entdeckt er eine Geschichte, die im Dorf fast vergessen wurde.
LESENDas Konzert für einen einzigen Gast
Ein schwerer Sturm hält das Publikum vom Konzertsaal fern. Nur eine Reinigungskraft sitzt im Saal. Während das Orchester überlegt, ob es überhaupt spielen soll, muss sein junger Dirigent entscheiden, was ein Konzert eigentlich wertvoll macht.
LESENB1.2
Das Licht in der falschen Bucht
In einer nebligen Nacht entdeckt Hafenmeisterin Klara ein Licht in einer verlassenen Bucht. Dort wartet ein Mädchen auf die Rückkehr seines Vaters – mit einer alten Laterne und einer Karte, die nicht mehr stimmt.
LESENVier Stunden auf dem Aussichtsturm
Vier Menschen bleiben bei aufziehendem Nebel auf einem Aussichtsturm eingeschlossen. Während sie auf Hilfe warten, werden die Lichter unter ihnen unsichtbar – und Dinge ausgesprochen, die längst hätten gesagt werden müssen.
LESENDie Insel aus Kartons
Nach einem Hochwasser finden die Bewohner der Uferstraße vorübergehend Schutz in einer alten Markthalle. Dort baut der zwölfjährige Amir aus leeren Kartons eine Insel – und bringt die Erwachsenen dazu, über das nachzudenken, was sie verloren haben.
LESENDie Stunde, in der das Radio antwortete
Während eines nächtlichen Unwetters empfängt Nora mit einem alten Radio die Stimme eines Jungen. Seine Nachrichten scheinen aus einem verlassenen Haus zu kommen – doch dort steht seit Jahrzehnten niemand mehr vor einem Mikrofon.
LESENDer Mann auf der falschen Beerdigung
Auf dem Friedhof findet Paul zwei Trauerfeiern für Männer mit fast demselben Namen. Er betritt den falschen Raum – und bleibt, obwohl er seinen Irrtum längst bemerkt hat.
LESENDer Pfau im Parkhaus
In einem sechsstöckigen Parkhaus taucht plötzlich ein Pfau auf. Sicherheitsmitarbeiter Hakan möchte ihn möglichst schnell nach draußen treiben. Doch die Fahrradkurierin Lina entdeckt Blut an seinem Bein und erkennt, dass der Vogel nicht einfach nur den Weg verloren hat.
LESENEin Montag im Schlafanzug
Wegen eines Gaslecks müssen die Bewohner eines großen Hauses früh am Morgen in eine Sporthalle fliehen. Dort treffen sie Nachbarn, die sie bisher nur vollständig angezogen und gut vorbereitet kannten. Zwischen Schlafanzügen, wichtigen Medikamenten und beruflichen Terminen entsteht ein ungewöhnlicher gemeinsamer Montag.
LESENDie Drachenwerkstatt am Hafen
Kurz vor dem großen Drachenfest beschädigt ein Sturm fast alle selbst gebauten Flugkörper. Die junge Organisatorin Mira sucht Hilfe bei dem zurückgezogen lebenden Segelmacher Hanno. Doch er stellt eine Bedingung: Dieses Mal muss Sicherheit wichtiger sein als das Programm.
LESENDer Mann, der für eine Nacht Portier war
Als Martin spät in einem kleinen Hotel ankommt, ist die Rezeption verlassen. Weil er hinter dem Tresen nach einer Klingel sucht, hält ihn der nächste Gast für den Nachtportier. Bevor Martin den Irrtum erklären kann, erfährt er, dass der wirkliche Portier ins Krankenhaus gebracht wurde.
LESENEin Elefant vor dem Standesamt
Eine riesige Theaterfigur bleibt ausgerechnet vor dem einzigen barrierefreien Eingang des Standesamts stecken. Während drei Hochzeitspaare auf ihre Trauungen warten, müssen Theaterleute, Gäste und Passanten den Elefanten zerlegen, ohne ihn zu beschädigen.
LESENDas Rennen der langsamsten Boote
Beim ungewöhnlichen Bootsrennen von Uferheim gewinnt nicht das schnellste, sondern das langsamste selbst gebaute Boot. Linus und seine Tante konstruieren dafür die breite „Schnecke“. Doch während des Rennens entdeckt Linus eine fast unsichtbare Schnur im Wasser.
LESENDer Tag, an dem niemand bezahlen konnte
Nach einem technischen Ausfall können die Menschen im ganzen Viertel weder mit Karte bezahlen noch Bargeld abheben. Kioskbesitzerin Nora beginnt, Einkäufe in einem Schuldenbuch zu notieren. Fast alle zahlen später – nur hinter dem größten offenen Betrag scheint niemand mehr erreichbar zu sein.
LESENDie letzte Runde im Riesenrad
Nach fast vierzig Jahren verkauft Hannes sein Riesenrad. Für die letzte Fahrt steigt seine erwachsene Tochter Paula zu ihm in eine Gondel, obwohl beide seit Monaten kaum miteinander sprechen. Als ein technischer Fehler sie über dem nächtlichen Festplatz festhält, können sie ihrem alten Streit nicht länger ausweichen.
LESENDer Bäcker, der um Mitternacht öffnete
Bäcker Leon bemerkt, dass nachts regelmäßig Pflegekräfte, Taxifahrer und Reinigungskräfte an seiner beleuchteten Backstube vorbeikommen. Heimlich beginnt er, ihnen frisches Brot und Kaffee zu verkaufen. Doch die zusätzlichen Öffnungszeiten bringen den Familienbetrieb bald an seine Grenzen.
LESENDas Huhn im elften Stock
Im elften Stock eines Bürohochhauses läuft plötzlich ein Huhn durch den Flur. Sicherheitsmitarbeiter Ramin und die neue Praktikantin Lea suchen nach dem Besitzer. Doch in keiner Firma scheint ein Tier zu fehlen – bis sie im Treppenhaus eine Spur aus weißen Federn entdecken.
LESENEin Taxi für die Schildkröte
Taxifahrer Farid entdeckt auf einer Landstraße eine verletzte Schildkröte. Die nächste Auffangstation liegt fast dreißig Kilometer entfernt, während bereits weitere Fahrgäste auf ihn warten. Um das Tier zu retten, muss Farid seine geplanten Fahrten neu organisieren – und auf die Hilfe fremder Menschen vertrauen.
LESENDie Frau, die nachts schwimmen lernte
Marta arbeitet seit vier Jahren in einem Hallenbad, kann aber nicht schwimmen. Nach Feierabend beginnt sie heimlich im flachen Becken zu üben. Als ein neuer Bademeister sie entdeckt, muss sie sich zwischen ihrem Geheimnis und einem sicheren Schwimmkurs entscheiden.
LESENAls der Fahrstuhl im dreizehnten Stock stehen blieb
Auf dem Weg zu einem Vorstellungsgespräch bleibt Jana mit fünf Fremden im Fahrstuhl eines Bürohochhauses stecken. Der Notruf antwortet nicht, und einer der Eingeschlossenen gerät zunehmend in Panik. Während die Gruppe nach einem sicheren Kontakt nach draußen sucht, kommt noch ein zweites Problem ans Licht.
LESENDer Mann im falschen Hochzeitsanzug
Kurz vor der Hochzeit seiner Schwester bemerkt Thomas, dass ihm die Reinigung den falschen Anzug gegeben hat. In der Innentasche findet er zwei Eheringe und die Adresse einer anderen Trauung. Während in zwei Festsälen auf ihn gewartet wird, beginnt eine Suche quer durch die Stadt.
LESENDie Nacht im Möbelhaus
Ein schwerer Schneesturm schließt fünf Kunden und zwei Beschäftigte in einem Möbelhaus ein. Betten, Sofas und Küchen gibt es genug. Trotzdem wird aus den perfekt eingerichteten Zimmern erst dann ein vorübergehendes Zuhause, als die Eingeschlossenen beginnen, aufeinander Rücksicht zu nehmen.
LESENB2.1
Der Platz neben der Fahrerin
Nach achtzehn Jahren kehrt Marlene Roth als Fahrerin eines neuen Bürgerbusses zurück. Viele Fahrgäste kennen sie und kommentieren jeden Teil der Strecke. Als eine umgestürzte Linde die Straße blockiert, muss Marlene beweisen, dass sie Hilfe annehmen kann, ohne die Verantwortung abzugeben.
LESENWas Herr Novak im Keller baute
Seit Wochen dringen Sägegeräusche und der Geruch von Farbe aus Herrn Novaks Keller. Die Nachbarn vermuten eine illegale Werkstatt. Als Franziska Weber den Raum kontrolliert, entdeckt sie dort ein fast vollständiges Zugabteil – gebaut für eine Frau, die keine echte Reise mehr unternehmen kann.
LESENDer letzte Tag im Schwimmbad
Nach einundfünfzig Jahren soll das Hallenbad am Stadtpark geschlossen werden. Schwimmmeisterin Anne Keller möchte den letzten Arbeitstag ohne große Gefühle hinter sich bringen. Dann erscheint Mats, der unbedingt noch sein erstes Schwimmabzeichen schaffen will.
LESENDie Jacke mit den fremden Schlüsseln
Nach einer Lesung bemerkt Clara, dass sie eine fremde graue Jacke trägt. In der Tasche findet sie einen großen Schlüsselbund und ein klingelndes Telefon. Noch bevor sie die Besitzerin erreicht, bittet ein älterer Mann um Hilfe: In seiner Wohnung läuft Wasser aus.
LESENFrau Klein gewinnt eine Reise
Seit fast dreißig Jahren ist Hannelore Klein nicht mehr richtig verreist. Ohne ihr Wissen nimmt ihr Neffe mit ihrer Lebensgeschichte an einem Gewinnspiel teil – und gewinnt für sie eine Zugreise nach Italien. Hannelore will den Preis zunächst ablehnen. Dann lädt sie ausgerechnet ihre Schwester Renate ein, mit der sie seit fünf Jahren kaum gesprochen hat.
LESENDer Garten hinter Gleis sechs
Stadtplanerin Klara Engel soll hinter dem Bahnhof Platz für neue Fahrradständer schaffen. Auf den offiziellen Plänen ist das Gelände ungenutzt. Bei einer Besichtigung entdeckt sie dort jedoch einen verborgenen Garten, der seit Jahrzehnten von Bahnmitarbeitern und Bewohnern gepflegt wird.
LESENEin Abend ohne Namen
Die Radioreporterin Eva besucht heimlich ein Abendessen, bei dem niemand nach Namen oder Berufen fragen darf. Sie möchte eine Reportage über das ungewöhnliche Experiment machen. Als ein Gast ihre Stimme erkennt, wird aus dem geplanten Artikel eine Auseinandersetzung über Vertrauen, Verantwortung und Geschichten, die anderen Menschen gehören.
LESENDas Fahrrad im Treppenhaus
Seit Wochen steht ein grünes Fahrrad im Treppenhaus und behindert die Bewohner. Niemand gibt zu, wem es gehört. Als Lena eines Morgens die zweiundsiebzigjährige Frau Hahn mit dem Rad überrascht, entdeckt sie hinter dem Regelverstoß einen ungewöhnlichen Neuanfang.
LESENDer Brief, den niemand bestellt hatte
Kathrin, Felix und Nele können sich nicht einigen, was mit der alten Buchbinderei ihres verstorbenen Vaters geschehen soll. Dann trifft ein Brief ein, der genau ein Jahr zuvor geschrieben wurde. Er enthält weder ein Testament noch einen Befehl – und verändert dennoch die Entscheidung der Geschwister.
LESENDie Liste auf dem Kühlschrank
Zum ersten Mal seit Jahren fährt Elena allein zu einer beruflichen Fortbildung. Für ihren Mann Jakob und die beiden Kinder bleibt eine Liste auf dem Kühlschrank zurück. Was zunächst wie eine übertriebene Sammlung von Anweisungen aussieht, wird bald zum Plan eines Familienalltags, den bisher fast ausschließlich Elena im Kopf getragen hat.
LESENDrei Tage bei Tante Rosa
Nach einem vergessenen Topf auf dem Herd soll Paula ihre Tante Rosa besuchen und heimlich prüfen, ob sie noch allein leben kann. Schon am ersten Abend entdeckt Rosa die Broschüren für ein Seniorenheim. Aus dem harmlosen Besuch wird ein schwieriges Gespräch über Hilfe, Angst und das Recht, über das eigene Leben mitzuentscheiden.
LESENDer Junge, der nicht fotografiert werden wollte
Für eine Ausstellung soll Fotografin Liv Stein die Gesichter eines Stadtviertels porträtieren. Der vierzehnjährige Ben beobachtet ihre Arbeit täglich, stellt kluge Fragen und kennt jede interessante Ecke – nur vor die Kamera will er nicht. Erst allmählich versteht Liv, dass seine Weigerung nichts mit Schüchternheit zu tun hat.
LESENDas Café, das montags geschlossen war
Jeden Montag bleibt das Café Mohnblume geschlossen. Als der arbeitslose Restaurantleiter Robert Kern dort seine vergessene Mappe holen will, entdeckt er hinter der verschlossenen Tür eine ungewöhnliche Übungsgruppe. Bald muss er entscheiden, ob seine Erfahrung den Menschen helfen kann – oder ob er nur beweisen möchte, dass er alles besser weiß.
LESENEin Paket für Frau Sommer
Maren nimmt ein Paket für eine Frau an, die niemand im Haus zu kennen scheint. Weil der Absender nicht mehr erreichbar ist und das Paket nicht zurückgeschickt werden kann, beginnt sie nach der unbekannten Empfängerin zu suchen. Dabei entdeckt sie, dass eine alte Adresse manchmal mehr als nur ein früherer Wohnort ist.
LESENAls der Aufzug stehen blieb
Als der alte Aufzug zwischen dem dritten und vierten Stock stehen bleibt, müssen fünf Nachbarn miteinander reden, die sich bisher kaum gegrüßt haben. Nach und nach entdecken sie, dass sie alle auf dem Weg zu derselben Versammlung sind – allerdings aus sehr unterschiedlichen Gründen.
LESENDie Reise ohne Koffer
Daniela Kern kommt ohne Gepäck zum Bahnhof und kauft eine Fahrkarte zum entferntesten Ziel auf der Anzeigetafel. Eigentlich sollte sie an diesem Morgen einen Vertrag unterschreiben, der ihre berufliche Zukunft regelt. Stattdessen steigt sie in einen Zug nach Seebrück.
LESENDer neue Mann im Chor
Als Henrik Bauer dem Chor Abendklang beitritt, fällt sofort auf, dass er fast nie mitsingt. Gleichzeitig kennt er selbst selten gesungene Strophen auswendig. Chorleiterin Jana beginnt sich zu fragen, woher der schweigsame Neue das gesamte Programm kennt.
LESENDas Zimmer mit dem falschen Namen
Nach einer Zugverspätung verbringt Paula eine Nacht in einem kleinen Familienhotel. Doch an der Tür ihres Zimmers steht kein Zimmername, sondern der Name einer fremden Frau. Am nächsten Morgen erscheint diese Frau im Hotel und verlangt ihr Zimmer zurück.
LESENJeden Mittwoch um vier
Jeden Mittwoch um vier kommt Ingrid Hansen mit zwei Bechern Kaffee zu derselben Parkbank. Doch sie sitzt stets allein. Als die zweite Tasse plötzlich verschwindet, steht vor ihr eine junge Frau, die genau weiß, für wen der Kaffee bestimmt ist.
LESENDer Schlüssel im Blumentopf
Nach dem Tod ihrer Nachbarin finden die Bewohner unter einem Blumentopf einen alten Schlüssel. Er passt weder zur Wohnung noch zum Keller oder zum Dachboden. Die Suche nach dem richtigen Schloss führt sie zu einem Raum voller Gegenstände, Geschichten und unerledigter Versprechen.
LESENB2.2
Der Tag, an dem Marie nicht zur Arbeit ging
Marie Scholz gilt als die zuverlässigste Mitarbeiterin eines kleinen Transportunternehmens. Seit zwölf Jahren ist sie nie unerwartet ausgefallen. Als sie eines Morgens ohne Erklärung nicht zur Arbeit kommt, gerät das Büro durcheinander – und Marie entdeckt, wie wenig von ihrem eigenen Leben außerhalb der Firma übrig geblieben ist.
LESENDas Haus mit den offenen Türen
Nach dem Tod ihrer Tante erben Clara und Jonas ein großes altes Haus. Als sie es zum ersten Mal gemeinsam betreten, sind sämtliche Türen unverschlossen. In Küche, Keller und Dachgeschoss treffen sie Menschen, denen die frühere Besitzerin Räume überlassen hatte – meist ohne Vertrag, aber nicht ohne Versprechen.
LESENHerr Lehmann verkauft die Zeit
Nach vierzig Jahren hängt Uhrmacher Friedrich Lehmann ein ungewöhnliches Schild in sein Schaufenster: Er repariert keine Uhren mehr, sondern verkauft Zeit. Die erste Begeisterung ist groß – bis sich die Frage stellt, wessen Zeit eigentlich verkauft wird und wer sie sich leisten kann.
LESENDas Licht im alten Kino
Über dem alten Kino Astoria beginnt nachts wieder die rote Leuchtschrift zu brennen. Die Stadt spricht von einem technischen Defekt, Jugendliche erzählen von einem Geist. Nur der frühere Filmvorführer Karl Brenner ist überzeugt, den wahren Grund zu kennen.
LESENDie Frau, die jeden Morgen verschwand
Ruth Albrecht verlässt jeden Morgen mit einer leeren Tasche das Haus und kehrt erst am Abend zurück. Ihre Enkelin Nora glaubt, die Großmutter verheimliche der Familie etwas. Eines Tages folgt sie ihr durch die Stadt und entdeckt, dass Ruth mit vierundsiebzig Jahren ein Leben nachholt, über das sie jahrzehntelang geschwiegen hat.
LESENDer Hund, der niemandem gehörte
Im Lindenviertel taucht ein brauner Hund ohne Besitzer auf. Die Nachbarn geben ihm verschiedene Namen, bringen Futter und streiten darüber, wer für ihn verantwortlich ist. Erst als das Tierheim ihn abholt, beginnen sie nach seiner Vergangenheit zu suchen.
LESENEin Platz im Garten
Zwei Familien teilen sich einen Garten und streiten über eine kleine freie Fläche. Die einen möchten Gemüse anbauen, die anderen einen Spielplatz einrichten. Dann entdecken die Kinder unter der Erde etwas, das erklärt, warum die frühere Bewohnerin darum bat, diesen Teil des Gartens niemals umzugraben.
LESENDie Nachbarin mit dem grünen Regenschirm
Frau Milanović verlässt jeden Nachmittag mit einem grünen Regenschirm das Haus. Als sie plötzlich nicht mehr zurückkehrt, scheint das zunächst niemandem aufzufallen. Nur der sechzehnjährige Leo beginnt nach ihr zu suchen – und entdeckt, dass die angeblich einsame Nachbarin für viele Menschen ein fester Orientierungspunkt war.
LESENDer Briefträger kannte alle Geheimnisse
Fast vier Jahrzehnte lang bringt Emil Hartmann die Post in den Birkenweg. Er kennt die Bewohner, ihre Gewohnheiten und die Spuren ihrer Geheimnisse. An seinem letzten Arbeitstag findet sich zwischen den Sendungen ein Brief, der vor siebenundzwanzig Jahren hätte zugestellt werden müssen.
LESENEin Sommer im Fundbüro
Der Student Elias verbringt den Sommer im städtischen Fundbüro. Jeden Donnerstag erscheint dieselbe Frau und fragt nach einem anderen Gegenstand. Bald erkennt Elias, dass sie weder Schirm noch Kamera oder Notizbuch verloren hat. Ihre Suche gilt einem Menschen, der nicht gefunden werden möchte.
LESENDie Stimme aus Wohnung 14
Seit Monaten steht Wohnung 14 offiziell leer. Doch Lena Wendt hört nachts durch die Wand die Stimme der früheren Bewohnerin. Als ein Rauchmelder Alarm schlägt, entdeckt sie hinter der verschlossenen Tür einen Menschen, der dort nicht wohnen dürfte – und eine Geschichte, die niemand im Haus kannte.
LESENAls der Supermarkt geschlossen blieb
Als der einzige Supermarkt in Falkenried plötzlich geschlossen bleibt, fehlt den Bewohnern mehr als nur ein Ort zum Einkaufen. Während das Dorf nach einer Lösung sucht, kommt ein alter Familienkonflikt ans Licht, über den jahrelang nur eine Seite gesprochen hat.
LESENDer Mann im falschen Zug
Thomas Rehn ist auf dem Weg zu einem wichtigen Gespräch, als er versehentlich in den falschen Zug steigt. An der nächsten Station könnte er umkehren. Stattdessen bleibt er sitzen und fährt bis in eine unbekannte Kleinstadt, in der niemand auf ihn wartet.
LESENSieben Tage ohne Internet
Ein beschädigtes Kabel trennt ein ganzes Wohnhaus für sieben Tage vom Internet. Was zunächst nur wie eine technische Störung wirkt, bedroht Arbeit, Schule und Alltag. Auf der Suche nach gemeinsamen Lösungen lernen die Nachbarn einander kennen – und erkennen, dass digitale und menschliche Verbindungen keine Gegensätze sein müssen.
LESENDas Foto ohne Datum
Bei der Renovierung ihres Elternhauses finden Marie und Simon ein altes Foto. Es zeigt ihren Vater neben einer unbekannten Frau. Auf der Rückseite fehlt das Datum, doch ein kurzer Satz führt die Geschwister zu Briefen, einem lange verschwiegenen Kind und der Frage, ob jede Wahrheit eine neue Familie entstehen lassen muss.
LESENFrau Berger lernt Nein sagen
Helene Berger nimmt Pakete an, gießt Blumen, betreut Kinder und besitzt die Ersatzschlüssel fast aller Nachbarn. Als sie zum ersten Mal eine Bitte ablehnt, reagieren die Bewohner ihres Hauses empört. Doch bald zeigt sich, wie viel ihres bequemen Alltags auf Helenes ständiger Hilfsbereitschaft beruht.
LESENDer letzte Bus nach Hause
In einer stürmischen Nacht nimmt der Fahrer des letzten Busses plötzlich eine unbekannte Strecke. Unter den Fahrgästen wachsen Misstrauen und Angst – bis der Bus an einer verlassenen Haltestelle nicht mehr weiterkommt und aus Fremden eine unfreiwillige Gemeinschaft wird.
LESENDie Wohnung über der Bäckerei
Liv Baumann zieht in die Wohnung über einer kleinen Bäckerei. Schon bald hört sie nachts Schritte und das Geräusch schwerer Bleche, obwohl die Backstube zu dieser Zeit leer sein soll. Als sie nach der Ursache sucht, entdeckt sie keinen Einbrecher, sondern einen Mann, der noch immer zur Arbeit geht, weil er vergessen hat, dass sein Berufsleben längst vorbei ist.
LESENEin Tisch für zwei
Jeden Freitag reserviert Johannes Feld einen Tisch für zwei, doch stets kommt er allein. Die neue Kellnerin Nora beginnt sich zu fragen, auf wen er wartet – und warum im Restaurant niemand mit ihm darüber sprechen möchte.
LESENDer Koffer, der am Bahnhof blieb
Im Fundbüro eines kleinen Bahnhofs steht ein brauner Koffer, den sein Besitzer offenbar absichtlich zurückgelassen hat. Als Elena Vogt nachforscht, entdeckt sie zwischen Kleidern, Fahrkarten und ungeöffneten Briefen die Spuren einer Reise, die seit vielen Jahren auf ihren Anfang wartet.
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Der Zeuge ohne Erinnerung
Jonas Winter ist der wichtigste Zeuge in einem Prozess um einen nächtlichen Sturz am Bahnhof. Unmittelbar nach dem Vorfall hatte er einen Verdächtigen belastet. Doch seit einer schweren Erkrankung fehlen ihm die Erinnerungen an jene Nacht. Als er seine frühere Aussage liest, entstehen Bilder in seinem Kopf – aber sind es Erinnerungen oder nur Vorstellungen?
LESENDas Zimmer über der Buchhandlung
Nach dem Schlaganfall ihrer Tante übernimmt Lena vorübergehend eine kleine Buchhandlung. Im oberen Stockwerk entdeckt sie ein bewohntes Zimmer, das offiziell nur als Lagerraum gilt. Seit fast dreißig Jahren bietet es Frauen in Not heimlich Schutz. Doch je mehr Lena über diesen Ort erfährt, desto unsicherer wird sie, ob seine Geschichte nur von Hilfe und Großzügigkeit erzählt.
LESENDer Sommer, in dem Anna zurückkam
Als das alte Gästehaus ihrer Familie verkauft werden soll, kehrt Anna nach neunzehn Jahren in ihren Heimatort zurück. Dort erinnert man sich noch an den Bootsunfall, bei dem ihr Freund Milan starb. Offiziell hatte er das Boot gesteuert. Doch im ehemaligen Büro ihres Vaters findet Anna ein Fahrtenbuch, das nicht nur diese Geschichte infrage stellt.
LESENWas im Protokoll nicht stand
Nach dem tödlichen Sturz eines Bewohners protokolliert Annika Rehm die interne Fallbesprechung eines Pflegeheims. Auf Wunsch der Heimleitung streicht sie jedoch den Hinweis auf ein seit Wochen gestörtes Rufsystem. Als die Heimaufsicht eine Untersuchung beginnt, muss Annika entscheiden, ob sie das Haus mit ihrem Schweigen schützt – oder nur jene Geschichte, die seine Leitung erzählen möchte.
LESENSieben Minuten vor der Abstimmung
Nach monatelangen Verhandlungen soll der Stadtrat über den Verkauf von 312 kommunalen Wohnungen entscheiden. Clara Henning hat den Vertrag öffentlich verteidigt. Sieben Minuten vor der Abstimmung erhält sie jedoch ein vertrauliches Dokument, das eine gefährliche Vertragslücke offenbart. Nun muss sie entscheiden, was schwerer wiegt: ihre Loyalität, ihr Ruf oder ein Zweifel, für dessen Prüfung angeblich keine Zeit mehr bleibt.
LESENDer Mann auf dem falschen Familienfoto
Für den achtzigsten Geburtstag ihres Vaters stellt Nina Hartmann ein Familienalbum zusammen. Auf einem Weihnachtsfoto aus dem Jahr 1989 entdeckt sie einen fremden Mann. Ihr Vater nennt die Aufnahme einen Irrtum. Doch je länger Nina sucht, desto deutlicher wird: Nicht der Mann ist auf dem falschen Foto – falsch ist die Geschichte, die ihre Familie über dieses Bild erzählt hat.
LESENDie letzte Schicht im Fundbüro
Nach fast dreißig Jahren wird das städtische Fundbüro geschlossen. Während ihrer letzten Schicht entdeckt Hanne Vogt einen alten Koffer, den sie selbst vor vielen Jahren abgegeben hat. Doch ein Brief, der eigentlich in diesen Koffer gehört, befindet sich noch immer bei ihr.
LESENEine Rede für einen Fremden
Die professionelle Redenschreiberin Helena Wolf erhält den Auftrag, eine Trauerrede für Jakob Lenz zu verfassen. Ihr Auftraggeber Matthias Kern bezeichnet den Verstorbenen als alten Freund. Je länger das Gespräch dauert, desto deutlicher wird jedoch, dass die beiden vierzehn Jahre lang ein Paar waren – und dass Jakob nicht länger verborgen werden wollte.
LESENDas Haus, das niemand erben wollte
Nach dem Tod ihres Onkels Gerhard sollen Paula, Stefan und Eva ein altes, hoch verschuldetes Haus erben. Alle drei möchten die Erbschaft ablehnen. Kurz vor Ablauf der Frist wird jedoch ein vierter Erbe gefunden: der Sohn eines Mannes, dessen Name aus der Familiengeschichte entfernt worden war.
LESENDer Name auf dem zweiten Vertrag
Nach dem Tod ihres Vaters bereiten Lena und ihr Bruder den Verkauf des traditionsreichen Familienrestaurants vor. Hinter einem Aktenschrank entdeckt Lena einen zweiten Vertrag mit dem Namen Emine Yıldız. Die Suche nach der unbekannten Frau verändert nicht nur die Geschichte des Betriebs, sondern auch die Frage, was die Geschwister tatsächlich geerbt haben.
LESENAls die Stadt das Licht ausschaltete
Nach einem Brand in einem Umspannwerk fällt in einem ganzen Stadtviertel der Strom aus. Lea Faber verfasst für die Stadt beruhigende Meldungen, während ihr eigenes Wohnhaus im Dunkeln liegt. Als die Reparatur immer länger dauert, erkennt sie, welche Folgen ungenaue Informationen für Menschen haben, die dringend planen müssen.
LESENDer Dolmetscher im Wartezimmer
Der Dolmetscher Matei wartet mit seiner Mutter in einer Herzklinik, als eine rumänische Patientin Hilfe bei der Anmeldung benötigt. Kurz darauf bittet sie ihn, eine private Nachricht für ihren erwachsenen Sohn zu übersetzen. Darin steht, dass der Mann, den er für seinen Vater hält, nicht sein biologischer Vater ist.
LESENEine Wohnung für drei Monate
Nach dem Tod des Schriftstellers Elias Dorn vergibt eine Stiftung vier Wohnplätze in seiner vollständig erhaltenen Wohnung. Die Bewohner dürfen die Räume benutzen, aber nichts entfernen. Als sie Briefe finden, die auf ausdrücklichen Wunsch hätten vernichtet werden sollen, wird aus dem ungewöhnlichen Wohnprojekt ein Konflikt über Erinnerung, Eigentum und das Recht auf Vergessen.
LESENDas Archiv der verlorenen Stimmen
Die junge Archivarin Nora Seidel soll alte Kassetten eines eingestellten Radioprojekts digitalisieren. Eine Aufnahme trägt den Hinweis „Nicht senden“. Als Nora die Stimme darauf erkennt, wird aus ihrer beruflichen Aufgabe ein persönlicher Konflikt: Ihre Mutter spricht über einen Skandal, der eine ganze Stadt geprägt hat.
LESENWeil Montag war
Seit mehr als einem Jahr verschwindet die Apothekerin Johanna Ahrens jeden Montag und schaltet ihr Telefon aus. Ihre Tochter Clara hält die regelmäßigen Fahrten zunächst für eine geschäftliche Angelegenheit. Als Johanna eines Abends nicht nach Hause kommt, entdeckt Clara, dass ihre Mutter eine Frau besucht, die innerhalb der Familie seit Jahrzehnten als tot gilt.
LESENC1.2
Als die Stadt ihre Zeit verlor
Uhrmacherin Elisa Brandt betreut das zentrale Netz öffentlicher Uhren. Eines Morgens zeigen Bahnhof, Schulen, Behörden und Kliniken plötzlich unterschiedliche Zeiten. Elisa entdeckt, dass kein technischer Defekt vorliegt: Die Stadt testet heimlich, ob sich Menschen durch kleine Zeitverschiebungen lenken lassen. Als der Versuch außer Kontrolle gerät, soll sie die falschen Zeiten trotzdem weiterlaufen lassen.
LESENDer Schauspieler in der letzten Reihe
Der ehemalige Schauspieler Viktor Arendt sitzt bei jeder Vorstellung in der letzten Reihe und spricht den Text leise mit. Offiziell gilt er als treuer Stammgast. Tatsächlich verlassen sich Ensemble und Theaterleitung längst auf seine heimlichen Hinweise. Als der Hauptdarsteller während einer Liveübertragung den Text vergisst, rettet Viktors Stimme die Aufführung – und zerstört eine sorgfältig gepflegte Legende.
LESENDie Frau, die den Berg neu vermessen sollte
Geodätin Maren Vogt kehrt in ihr Alpendorf zurück, um einen instabilen Berghang neu zu vermessen. Tauender Permafrost und starke Regenfälle haben die Felsbewegung beschleunigt. Die neuen Daten könnten große Teile des Dorfes zur Gefahrenzone erklären – darunter das Gästehaus ihrer Mutter und ihres Bruders.
LESENDer Fahrer der fremden Herzen
Der medizinische Kurier Karim Wolf transportiert ein Spenderherz zu einer wartenden Patientin. Auf der Autobahn blockiert eine Protestaktion sämtliche Fahrspuren. Der längere Umweg könnte das Organ unbrauchbar machen. Um die Demonstrierenden zum Ausweichen zu bewegen, müsste Karim jedoch eine Information offenlegen, die laut Sicherheitsprotokoll streng vertraulich bleiben soll.
LESENDie Schneiderin der letzten Raumanzüge
Schneidermeisterin Marta Riedel fertigt Druckanzüge für eine experimentelle Raumfahrtmission. Kurz vor dem Start entdeckt sie unter dem Missionsabzeichen des Kommandanten eine winzige Beschädigung. Eine vollständige Prüfung würde das Startfenster schließen und das Projekt um fast zwei Jahre verzögern. Ohne Martas Unterschrift darf der Anzug jedoch nicht verwendet werden.
LESENDer Mann, der den Nebel anzündete
Winzer Paul Karger versucht, seine jungen Reben mit Frostöfen vor einer ungewöhnlich kalten Nacht zu schützen. Die Wetterdaten sagen schwachen Wind in Richtung der Felder voraus. Doch Rauch und natürlicher Nebel ziehen plötzlich auf die nahe Autobahn. Als Paul die Veränderung erkennt, wartet er einige Minuten zu lange.
LESENEin Klavier für die Gezeiten
Klavierbauer Elias Mertens soll einen alten Konzertflügel auf die Gezeiteninsel Lorn bringen. Die Bewohner haben lange von einem eigenen Instrument geträumt. Doch ein Teil des Kaufpreises stammt aus Spenden für die Reparatur des beschädigten Schutzdeichs. Als ein Sturm die Insel abschneidet, stehen das Klavier und die unvollendete Reparatur plötzlich im selben Saal.
LESENDie Kartografin der Geräusche
Akustikingenieurin Mara Engel entwickelt ein digitales Modell, das nächtlichen Verkehr möglichst leise durch die Stadt führen soll. Die Berechnung entlastet Zehntausende Menschen. Doch zusätzlichen Lärm verlegt sie in den Mühlhafen – einen Stadtteil, der auf Maras Karte bereits so rot ist, dass jede weitere Verschlechterung beinahe unsichtbar bleibt.
LESENDer Imker im dreiundzwanzigsten Stock
Auf dem Dach eines Bürohochhauses betreut Imker Samir Özkan sechs Bienenvölker. Sie sind das lebende Symbol eines neuen ökologischen Stadtviertels. Als Tausende Bienen sterben, führen Pollenproben nicht in ein Industriegebiet, sondern in die preisgekrönten Gärten des Viertels selbst. Doch auch Samirs eigene Aufzeichnungen enthalten einen Fehler, den er lieber verschweigen würde.
LESENSiebenundvierzig Sekunden ohne Gewicht
Während eines Parabelflugs soll ein neuartiger Steuerhandschuh für Arbeiten in der Schwerelosigkeit getestet werden. Nach nur zwei Flugmanövern bemerkt Sicherheitsinstruktorin Carla Neumann beim einzigen Versuchsteilnehmer Anzeichen eines medizinischen Problems. Wenn sie den Flug abbricht, verliert das Forschungsteam möglicherweise seine Finanzierung. Wenn sie weiterfliegt, riskiert sie mehr als nur ein Experiment.
LESENDer letzte Gärtner des Flughafens
Nach der Schließung des Flughafens Westfeld verwandelte Gärtner Jakob Renz das Gelände langsam in einen Park. Zwischen alter Landebahn und Hangars entstanden Wiesen, Obstgärten und seltene Lebensräume. Als der regionale Flughafen nach einem Hochwasser ausfällt, soll Westfeld innerhalb weniger Wochen wieder für Flugzeuge geöffnet werden – und ausgerechnet Jakob soll entscheiden, was gerettet werden kann.
LESENDer Tag, an dem die Fähre umkehrte
Kurz vor einem schweren Wintersturm bringt Kapitänin Helena Martens Medikamente und einen dringend benötigten Notstromgenerator zur Insel Venn. Als ein Passagier an Bord lebensgefährlich erkrankt, entscheidet sie sich zur Umkehr. Der Mann überlebt, doch die Fähre kann wegen des Sturms zwei Tage lang nicht erneut auslaufen. Auf der Insel beginnt währenddessen der Strom auszufallen.
LESENAcht Meter unter dem Marktplatz
Beim Bau einer Tiefgarage entdeckt Bauleiterin Lea Markward acht Meter unter dem Marktplatz einen unbekannten Hohlraum. Niemand weiß, wie weit er reicht oder wie stabil die historischen Häuser darüber noch stehen. Eine vollständige Sperrung gefährdet Arbeitsplätze und Geschäfte. Doch eine schnelle Verfüllung könnte wichtige Spuren zerstören – und einen möglichen Einsturz nur verbergen.
LESENDie Frau am Ende des Seils
Die Industriekletterin Mara Seidel soll die letzte Stütze einer Bergseilbahn kontrollieren. Dabei entdeckt sie einen gefährlichen Riss in der Verankerung. Eine sofortige Stilllegung würde das abgelegene Dorf Talbach kurz vor dem Winter nahezu von der Außenwelt trennen. Doch jeder weitere Betriebstag könnte Menschenleben gefährden.
LESENDer Koch, der den Geschmack verlor
Sechs Wochen vor der Wiedereröffnung seines Restaurants verliert der berühmte Koch Leonhard Weiß nach einer Krankheit fast vollständig seinen Geschmacks- und Geruchssinn. Um den Betrieb und vierundzwanzig Arbeitsplätze zu retten, verheimlicht er seinen Zustand. Seine Souschefin Aylin Kaya beginnt, für ihn zu schmecken – und entwickelt schließlich jene Gerichte, die öffentlich weiterhin seinen Namen tragen.
LESENC2.1
Der Platz am Ende des Tisches
Nach einem Sturz wollen Helene Auers erwachsene Kinder entscheiden, ob sie das Haus ihrer Mutter verkaufen sollen. Beim Familiengespräch sitzt Helene am Ende des Tisches, während Fürsorge, Erbinteressen und alte Schuldgefühle ineinanderfließen. Erst spät bemerken die anderen, dass Schweigen nicht dasselbe ist wie Zustimmung.
LESENDie Namen auf den Kartons
Nach der überstürzten Schließung eines Pflegeheims lagern die persönlichen Dinge der Bewohner in einer alten Sporthalle. Jule Wendt soll sie ihren Eigentümern zuordnen, bevor alles entsorgt wird. Doch die Kartons erzählen von geteilten Zimmern, geliehenen Gegenständen und Beziehungen, die in keinem Inventar verzeichnet sind.
LESENIm dritten Stock brannte noch Licht
Clara Vogt soll die Schließung eines alten Verwaltungsgebäudes abschließen. Doch nachts arbeitet im dritten Stock noch ein Beamter zwischen Akten, die längst digitalisiert sein müssten. Er behauptet, die Menschen darin vor ungerechten Entscheidungen geschützt zu haben – bis eine Frau erklärt, was es bedeutet, jahrelang überhaupt keine Entscheidung zu erhalten.
LESENDer Vertrag mit dem Regen
Obstbäuerin Lena Hartwig versichert ihre Ernte gegen Dürre. Entscheidend ist jedoch nicht, wie trocken ihre Bäume stehen, sondern wie viel Regen eine Wetterstation sechs Kilometer entfernt misst. Als dort ein Gewitter niedergeht und ihre Felder verfehlt, erfüllt der Vertrag seinen Zweck – nur nicht für sie.
LESENDas Fest, das niemand absagen wollte
Drei Tage vor dem großen Stadtfest entdeckt eine Ingenieurin Schäden im Dach der historischen Festhalle. Absagen will trotzdem niemand: Der Bürgermeister braucht gute Nachrichten, Händler haben investiert, und eine ganze Stadt wartet auf diesen Abend. Also beginnt ein gefährliches Spiel mit Zuständigkeiten, Formulierungen und der Hoffnung, jemand anderes werde die Verantwortung übernehmen.
LESENEine Stimme für Herrn Winter
Friedrich Winter verliert nach und nach seine Stimme. Eine Sprachingenieurin soll sie aus alten Tonaufnahmen künstlich rekonstruieren. Doch die Stimme seiner Vergangenheit trägt nicht nur Erinnerungen, sondern auch die Macht, mit der er seine Familie jahrelang zum Schweigen gebracht hat.
LESENDie Frau mit zwei Geburtstagen
Amal Nasri wird seit Jahrzehnten zweimal im Jahr zum Geburtstag gratuliert: einmal von ihrer Familie und einmal von allen Behörden. Als sie das Datum vor dem Ruhestand berichtigen lassen will, entdeckt sie, weshalb ihr Vater sie in den Papieren fast zwei Jahre jünger gemacht hatte.
LESENDer Mann, der für andere kündigte
Konrad Wehner wird von Unternehmen engagiert, um Beschäftigten ihre Entlassung mitzuteilen. Er beherrscht die schwierigen Gespräche besser als die Führungskräfte, die ihn beauftragen. Doch als eine Mitarbeiterin ihn fragt, warum ausgerechnet der einzige Unbeteiligte ihr in die Augen sieht, verliert seine professionelle Distanz ihre schützende Wirkung.
LESENDas Fenster gegenüber
Seit ihrer Trennung arbeitet Johanna nachts am Fenster und beobachtet die Wohnung auf der anderen Seite des Hofes. Als sie dort beunruhigende Szenen zu erkennen glaubt, greift sie ein. Doch ohne Stimmen erzählt jedes Fenster nur die Geschichte, die der Betrachter darin sehen will.
LESENAls alle Züge pünktlich waren
Leon Falk hat ein System entwickelt, das die Pünktlichkeit eines ganzen Bahnnetzes sichtbar machen soll. Als die Werte plötzlich besser sind als je zuvor, entdeckt er, dass ausgerechnet die unzuverlässigsten Züge in der Statistik nicht mehr vorkommen. Doch eine Zahl, auf der Karrieren, Fahrpläne und öffentliche Versprechen beruhen, lässt sich nicht einfach korrigieren.
LESENDer Brief aus Zimmer 318
Nach dem Tod eines Hotelgastes findet die Hausdame Salma Aydin in Zimmer 318 einen unvollendeten Brief. Darin behauptet ein Personalvorstand, dass die geplante Anhörung zur Zukunft eines Werkes nur noch eine Inszenierung sei. Salma muss entscheiden, ob ein nicht abgeschickter Brief eine private Hinterlassenschaft bleibt – oder zu einem Beweis wird, weil die Zeit zum Schweigen zu knapp ist.
LESENDie letzte Bank am Fluss
Die Stadtplanerin Lea Hartmann lässt die letzte Bank am Flussufer entfernen, weil dort regelmäßig ein obdachloser Mann schläft. Die Maßnahme soll Beschwerden beenden und den Platz „für alle“ nutzbar machen. Doch schon am nächsten Morgen stellen Unbekannte einen privaten Stuhl auf – und bald entsteht dort eine ganze improvisierte Wohnzimmerecke.
LESENEin Lebenslauf ohne Lücken
Die Personalberaterin Nina Berg erhält die Bewerbung eines nahezu perfekten Kandidaten. Erst bei der Hintergrundprüfung entdeckt sie, dass seine angebliche Beratungsfirma kaum geschäftlich tätig war. Hinter der Täuschung liegen fünf Jahre unbezahlter Pflegearbeit – und ein Bewerbungsprogramm, das seinen ehrlichen Lebenslauf zuvor automatisch aussortiert hatte.
LESENDie Straße, die plötzlich anders hieß
Die Verwaltungsmitarbeiterin Maren Vogt soll prüfen, ob die nach einem angesehenen Historiker benannte Wendtstraße umbenannt werden muss. Im Archiv findet sie Belege dafür, dass Otto Wendt Verfolgten half und zugleich andere Menschen durch Berichte gefährdete. Noch bevor der Stadtrat entscheidet, tauschen Unbekannte die Straßenschilder aus.
LESENDer Schlüssel zu einer leeren Wohnung
Nach dem Tod einer alten Mieterin soll Hausverwalter Daniel Kern deren fast leere Wohnung übergeben. In einer Küchenschublade findet er sieben nachgemachte Schlüssel und eine Liste mit fremden Namen. Bald versteht er, dass die Wohnung jahrelang Menschen Schutz bot, die offiziell nie dort gewesen waren – und dass nicht alle die verstorbene Frau als ihre Retterin in Erinnerung haben.
LESENC2.2
Die Nacht, in der der Beton atmete
In einer Winternacht registriert die Bauingenieurin Mira Lang ein ungewöhnliches Schwingen in einer alten Gebirgsstaumauer. Die Messwerte liegen noch unter allen Alarmgrenzen, passen aber zu keinem bekannten Muster. Während Betreiber und Behörden auf die Berechnungen vertrauen, muss Mira entscheiden, ob eine nicht bewiesene Gefahr ausreicht, um ein ganzes Tal zu evakuieren.
LESENDie Seiten, die niemand geschrieben hat
Bei der Restaurierung einer seltenen Erstausgabe entdeckt die Buchrestauratorin Lena Vogt handschriftliche Blätter in der Bindung. Die vermeintliche Makulatur stammt von Johanna Tannert, der stillen Ehefrau eines gefeierten Schriftstellers. Mehrere ihrer Sätze stehen fast unverändert in seinem berühmtesten Roman – doch die Blätter erzählen keine einfache Geschichte von Diebstahl und Opfer.
LESENIm Maßstab eins zu siebenundachtzig
Für eine Museumsausstellung rekonstruiert der Modellbauer Anton Rehm einen längst abgerissenen Bahnhof. Dort verschwand vor fast dreißig Jahren ein sechzehnjähriges Mädchen. Als Anton den Blick des wichtigsten Zeugen im Maßstab 1:87 nachstellt, erkennt er, dass ein unscheinbarer Zeitungskiosk die berühmte Sichtung unmöglich gemacht haben müsste.
LESENHonig aus dem verbotenen Tal
In einem preisgekrönten Gebirgshonig entdeckt die Palynologin Aylin Roth Pollen aus einer militärischen Sperrzone. Die Spur führt zu einem alten Imker, dessen Bienen jedes Verbot ignorieren. Doch der verbotene Honig erzählt nicht nur von falschen Herkunftsangaben, sondern auch von einem verschwundenen Dorf, belastetem Boden und einer Landschaft, die ohne Menschen weiterlebt.
LESENDie Frau, die Wale zählte
Die Bioakustikerin Paula Stern klassifiziert seit Jahren die Rufe einer bedrohten Walpopulation. Eines Nachts erkennt sie eine Tonfolge, die ihr verschollener Kollege früher zur Kalibrierung seiner Geräte verwendete. Als Paula heimlich antwortet, scheint der Ozean zu reagieren – doch jede Wiederholung macht es schwieriger zu unterscheiden, ob sie eine Entdeckung macht oder selbst das Signal erzeugt, nach dem sie sucht.
LESENDas Protokoll der Stille
Die Gerichtsstenografin Hanna Vollmer soll das Protokoll eines aufsehenerregenden Prozesses beglaubigen. Doch zwischen Zeitmarken und geglättetem Raumton entdeckt sie mehrere unsichtbare Unterbrechungen. Hanna erinnert sich an einen Satz des Angeklagten – aber gerade dieser Satz fiel in einem Moment, der zugleich geschützt, vergessen und politisch äußerst nützlich ist.
LESENDer Stern, der jeden Abend zu früh erschien
Vor der Restaurierung eines historischen Sternprojektors entdeckt die Technikerin Nele Voss eine absichtlich versetzte Blende: Sirius erscheint jeden Abend vier Minuten zu früh. Der ehemalige Direktor weigert sich, den Fehler zu erklären. Nur eine ältere Stammbesucherin scheint zu wissen, weshalb das falsche Sternbild genauer ist als die offizielle Wahrheit.
LESENDas Parfüm der leeren Wohnung
Die Geruchsarchivarin Liv Neumann soll aus Kleidern, Briefen und Möbeln den persönlichen Duft einer verstorbenen Frau rekonstruieren. Ihr Auftraggeber behauptet, die Mutter seit seiner Kindheit nicht mehr gesehen zu haben. Als er den Geruch eines verschlossenen Küchenschranks erkennt, beginnt Liv zu zweifeln – nicht nur an seiner Geschichte, sondern auch daran, was ein rekonstruierter Duft überhaupt beweisen kann.
LESENDrei Sekunden für ein falsches Wort
Bei vertraulichen Verhandlungen über einen grenzüberschreitenden Fluss übersetzt der Dolmetscher Elias Dorn eine offene Drohung als vorsichtige Warnung. Die Gespräche gehen weiter und ein Konflikt scheint verhindert. Als seine Abweichung später bekannt wird, behaupten plötzlich alle Beteiligten, allein auf seine Worte vertraut zu haben.
LESENUnter dem roten Lack
Bei der Restaurierung eines Familienporträts entdeckt Yasmin Adler unter alten Farbschichten eine zweite Frau. Die Familie möchte die Untersuchung stoppen, das Museum wittert einen Skandal – doch ein Brief stellt infrage, welches der beiden Gesichter tatsächlich verborgen und welches bewusst gewählt wurde.
LESENDie siebte Handschrift
Die Paläografin Helena Brandt soll prüfen, ob ein neu entdeckter Kodex die verschollene siebte Fassung einer mittelalterlichen Chronik ist. Bald findet sie überzeugende Spuren einer Fälschung – und darin einen Bericht über ein Verbrechen, das in allen echten Handschriften fehlt.
LESENWas im Eis nicht schweigt
Als die Glaziologin Elisa Hagen am Rand eines schmelzenden Gletschers die Ausrüstung einer vor Jahrzehnten verunglückten Expedition findet, wird aus einer wissenschaftlichen Bergung eine persönliche Untersuchung. Eine beschädigte Tonkassette widerspricht der offiziellen Geschichte – und dem Bild ihrer Mutter als Heldin, die angeblich als Einzige die Warnung des Eises verstand.
LESENEin Zimmer ohne Echo
Eine kurze Tonaufnahme soll beweisen, dass die Leitung eines Pflegeheims Todesfälle vertuschen wollte. Doch die forensische Akustikerin Nora Seidel entdeckt in der Datei etwas, das dort fehlt: das Echo des Raumes. Ihre Untersuchung führt zu einem manipulierten Beweis, einer möglicherweise wahren Anschuldigung und der Frage, ob eine gerechte Sache das Recht hat, sich einer Lüge zu bedienen.
LESENDie Kartografin der weißen Flecken
Als die Kartenrestauratorin Mara Voss einen beschädigten Atlas untersucht, entdeckt sie eine Ortschaft, die nachträglich aus mehreren Karten entfernt wurde. Die Spur führt zu ihrem verstorbenen Vater und zu Menschen, die sich nicht einigen können, ob das verschwundene Dorf endlich sichtbar werden oder für immer verborgen bleiben soll.
LESENDer letzte falsche Ton
Bei der Restaurierung einer historischen Orgel entdeckt Clara Winter eine absichtlich verstimmte Pfeife und eine Anweisung ihres verstorbenen Meisters: Der Ton darf nicht korrigiert werden. Die Suche nach dem Grund führt sie zurück zu einem früheren Kollegen, dessen außergewöhnliches Gehör man bewunderte, solange es bequemer war, ihm nicht zu glauben.
LESENDeutsch lesen nach GER / CEFR
Die Lese-Episodes sind nach den bekannten Kompetenzstufen A1 bis C2 sortiert. So können Lernende kurze Texte wählen, die zum aktuellen Sprachstand passen: von einfachen Alltagssituationen bis zu längeren Geschichten, Meinungen und komplexeren Themen.
Häufige Fragen zum Leseregal
Darf ich die Lese-Episoden im Unterricht verwenden?
Ja. Die Lese-Episoden dürfen im Deutschunterricht, in Kursen, Nachhilfestunden und beim selbstständigen Lernen verwendet werden. Bitte gib Germannika als Quelle an, wenn du Material daraus zeigst, teilst oder in Lernunterlagen einbaust.
Darf ich Aufgaben oder Textausschnitte kopieren?
Einzelne kurze Ausschnitte oder Aufgaben dürfen für Lernzwecke übernommen werden, solange sie nicht als eigenes Material ausgegeben werden. Bei einer Veröffentlichung, Weitergabe oder Nutzung auf einer Webseite muss Germannika als Quelle genannt und nach Möglichkeit verlinkt werden.
Wie gebe ich Germannika als Quelle an?
Du kannst zum Beispiel schreiben: Quelle: Germannika – Lesezimmer. Wenn du online arbeitest, setze zusätzlich einen Link zur entsprechenden Lese-Episode oder zur Lesezimmer-Seite.
Kann ich eine Lese-Episode auf meiner eigenen Webseite einbetten?
Wenn eine Einbettungsfunktion angeboten wird, darfst du sie für Unterrichts- und Lernkontexte nutzen. Der Inhalt soll dabei als Germannika-Material erkennbar bleiben. Eine vollständige Übernahme vieler Texte auf eine andere Webseite ohne Quellenangabe oder Erlaubnis ist nicht vorgesehen.
Für welche Niveaus sind die Lese-Episoden geeignet?
Die Episoden sind nach GER/CEFR-Niveaus von A1 bis C2 geordnet. A1 und A2 enthalten einfachere Alltagssituationen, B1 und B2 längere Geschichten und differenziertere Aufgaben, C1 und C2 komplexere Texte mit mehr Perspektiven und anspruchsvollerem Wortschatz.
Werden neue Lese-Episoden ergänzt?
Ja. Das Leseregal wird schrittweise erweitert. Neue aktive Episoden erscheinen automatisch im passenden Niveau-Regal.
