Nur Person 1 öffnet diesen Code
- QR-Code scannen
- Taste gedrückt halten
- Rolle lesen und Bildschirm sperren
Der private Link zeigt ausschließlich die eigene Rollenkarte. Die andere Rolle bleibt verborgen.
Nach dem Lesen kann jede Person ihre Karte mit „Bildschirm sperren“ sofort wieder verdecken.
So könnte eure Verhandlung klingen.
Wir müssen über die Modernisierung entscheiden, bevor uns die alten Anlagen die Entscheidung praktisch abnehmen. Mehrere Maschinen werden zunehmend unzuverlässig.
Dass Investitionen notwendig sind, bestreite ich nicht. Meine Sorge ist, dass aus einer technischen Erneuerung automatisch ein Personalabbauprogramm wird.
Genau das möchte ich vermeiden. Aber zwei größere Produktionsausfälle haben uns bereits wichtige Aufträge gekostet.
Gleichzeitig produzieren Wettbewerber mit teilautomatisierten Linien deutlich günstiger. B: Dann müssen wir zwischen dem Erhalt jedes einzelnen heutigen Arbeitsschritts und dem langfristigen Erhalt des Standorts unterscheiden.
Genau. Die technische Analyse zeigt außerdem, dass wir vor allem die körperlich schwersten und fehleranfälligsten Prozesse automatisieren könnten.
Qualitätskontrolle, Spezialfertigung, Wartung und kundenspezifische Arbeiten blieben weiterhin menschliche Aufgaben. B: Das klingt vernünftiger als eine vollständige Automatisierung.
Wir haben allerdings ein Qualifikationsproblem. A: Inwiefern?
Viele Beschäftigte sind seit Jahrzehnten hier. Sie verfügen über enorme praktische Erfahrung, aber nicht unbedingt über formale technische Abschlüsse.
Wenn neue Stellen ausschließlich nach Zertifikaten vergeben werden, verlieren wir genau diese Leute. A: Dann könnten wir interne Weiterbildung anbieten.
Das haben wir schon einmal versucht. Die Kurse fanden nach langen Schichten statt.
Beschäftigte mit Kindern oder Pflegeverantwortung konnten kaum teilnehmen, und am Ende sah es so aus, als hätten sie kein Interesse. A: Das war dann offensichtlich kein realistisches Weiterbildungsangebot.
Inzwischen haben wir mit einem Berufskolleg gesprochen. Dort wäre man bereit, Teile der Qualifizierung direkt im Betrieb durchzuführen, wenn Lernzeit als Arbeitszeit gilt und das Unternehmen sich an den Kosten beteiligt.
Das ist interessant. Damit könnten wir neue technische Stellen vorrangig mit eigenen Beschäftigten besetzen.
Genau das wäre für mich eine wesentliche Bedingung. A: Wir müssen allerdings auch über Mitarbeiter sprechen, die sich nicht vollständig umqualifizieren lassen wollen oder können.
Besonders für Kollegen kurz vor dem Ruhestand wäre eine komplette berufliche Neuorientierung unrealistisch. Dort könnten wir mit natürlichen Renteneintritten, angepassten Aufgaben und freiwilligen Wechseln arbeiten.
Das passt zu einem stufenweisen Modell. Wir würden ohnehin nicht alle Anlagen gleichzeitig ersetzen.
Dann sollte nach jeder Stufe gemeinsam geprüft werden, wie viele Aufgaben tatsächlich entfallen und welche neuen Stellen entstanden sind. A: Einverstanden.
Ich muss aber offen sagen, dass ein vollständiger Verzicht auf Personalabbau langfristig möglicherweise nicht garantiert werden kann. B: Eine absolute Garantie verlange ich auch nicht.
Bevor betriebsbedingte Kündigungen überhaupt erwogen werden, sollten aber Weiterbildung, interne Versetzung, natürliche Fluktuation und freiwillige Lösungen ausgeschöpft sein. A: Das halte ich für vertretbar.
Was ist mit der Bezahlung, wenn jemand aus einer alten Tätigkeit in eine zunächst niedriger eingestufte neue Funktion wechselt? B: Zumindest während einer längeren Übergangsphase sollte das bisherige Einkommen geschützt werden.
Sonst tragen gerade diejenigen die Kosten der Modernisierung, die sich aktiv auf die Veränderung einlassen. A: Dafür könnte ein Teil der erwarteten Produktivitätsgewinne verwendet werden.
Genau. Dann profitieren nicht ausschließlich die Kapitalseite und die künftigen hochqualifizierten Stellen von der Rationalisierung.
Noch ein Punkt: Wenn wir gar nicht modernisieren, besteht tatsächlich das Risiko, dass die Unternehmensleitung mittelfristig Produktion an einen anderen Standort verlagert. B: Das ist wichtig.
Dann wäre reiner Widerstand gegen Automatisierung letztlich ebenfalls ein Arbeitsplatzrisiko. A: Können wir uns also auf folgende Reihenfolge einigen: zuerst körperlich belastende und besonders störanfällige Prozesse, danach Bewertung der Auswirkungen und erst dann weitere Schritte?
Ja, vorausgesetzt, Weiterbildung findet bezahlt und möglichst am Arbeitsplatz statt, interne Bewerber erhalten Vorrang und wir überprüfen jede Phase gemeinsam. A: Zusätzlich nutzen wir Ruhestand und freiwillige Wechsel vor Kündigungen und sichern das Einkommen bei interner Umschulung zunächst ab.
Dann könnte ich der Modernisierung zustimmen. Wir schützen damit nicht jeden alten Arbeitsschritt, aber wir versuchen, Beschäftigung und berufliche Perspektiven zu schützen.
Und gleichzeitig bleibt der Standort wettbewerbsfähig genug, damit es diese Arbeitsplätze langfristig überhaupt noch gibt.