ROLLEN-DIALOG

C1 · Was tun, wenn Experten öffentlich widersprechen?

C1~ 8 Min.
Arbeitet zu zweit. Ihr plant eine Fernsehsendung, in der zwei Fachleute unterschiedliche wissenschaftliche Einschätzungen vertreten. Tauscht eure Informationen aus und entwickelt Regeln dafür, wie der Dissens transparent dargestellt werden kann, ohne die tatsächliche Evidenzlage zu verzerren.

Situation

Zwei anerkannte Wissenschaftler kommen hinsichtlich eines möglichen Gesundheitsrisikos zu unterschiedlichen Einschätzungen. Die Redaktion möchte den Streit öffentlich erklären, muss dabei jedoch zwischen Transparenz, journalistischer Ausgewogenheit und wissenschaftlicher Einordnung abwägen.
Gemeinsame MissionEntwickelt ein konkretes Konzept für die Sendung. Entscheidet, welche Experten auftreten, wie die Evidenzlage vor Beginn des Gesprächs erklärt wird, wie unterschiedliche Arten von Dissens voneinander getrennt werden und nach welchen Regeln Redezeit, Nachfragen und spätere Korrekturen behandelt werden.
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Redemittel für eure Verhandlung

Wissenschaftlicher Dissens sollte nicht künstlich verborgen werden.Transparenz bedeutet jedoch nicht automatisch identische Gewichtung.Zwei Personen im Studio erzeugen leicht den Eindruck zweier gleich starker wissenschaftlicher Lager.Entscheidend ist deshalb nicht nur, wer eine Position vertritt, sondern wie stark sie durch die gesamte Evidenz gestützt wird.Auch eine Minderheitenposition kann wissenschaftlich relevant sein.Sie sollte jedoch nicht allein aufgrund des Sendeformats als gleich wahrscheinlich erscheinen.Wir müssen außerdem unterscheiden, ob die Experten über Daten oder über politische Konsequenzen streiten.Journalistische Neutralität bedeutet nicht, auf jede Einordnung zu verzichten.Gleichzeitig sollte eine Redaktion wissenschaftliche Unsicherheit nicht künstlich auflösen.Methodische Unterschiede müssen für das Publikum verständlich gemacht werden.Ein Experte sollte sich auch mit Evidenz auseinandersetzen, die gegen die eigene Interpretation spricht.Spätere Veränderungen der Datenlage müssen genauso transparent kommuniziert werden wie die ursprüngliche Einschätzung.Vertrauen entsteht eher durch nachvollziehbare Einordnung als durch künstliche Eindeutigkeit.
SPRACHBAU

Grammatik

  • Zunächst müsste unterschieden werden zwischen wissenschaftlichem Dissens und …
  • Dass zwei Experten widersprechen, bedeutet nicht zwangsläufig, dass …
  • Insofern als beide Positionen wissenschaftlich begründet sind, …
  • Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass …
  • Wenngleich journalistische Ausgewogenheit wichtig ist, …
  • Dem ließe sich entgegenhalten, dass …
  • Unter dem Gesichtspunkt der Evidenz müsste berücksichtigt werden, …
  • Eine Position sichtbar zu machen ist nicht gleichbedeutend damit, …
  • Ausschlaggebend sollte sein, wie gut …
  • Dies setzt voraus, dass die Redaktion …
  • Um falsche Symmetrie zu vermeiden, müsste …
  • Daraus ließe sich ein allgemeiner journalistischer Grundsatz ableiten: …
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