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B1: Leselektüre: Schule und Lernen

B1 LESETRAINING

Schule und Lernen

Lebensnahe Lesetexte für Deutschlernende – mit Fotos, individuellen Lesebegleitern, Verständnisfragen, Lösungen und einem Abschlusstest.

B1 LESEN & VERSTEHEN

Zehn Geschichten über Notendruck, Lernmethoden, Referate, Prüfungsangst, Nachhilfe, Praktika, Gruppenarbeit, digitale Schule und Motivation.

10 Lesetexte 10 Lesebegleiter 80 Textfragen 10 Abschlussfragen
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TEXT 1

Gute Noten, großer Druck

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Seit dem Beginn des Schuljahres hatte Jana fast nur gute Noten bekommen. Ihre Eltern waren stolz, ihre Lehrer lobten sie, und in der Klasse fragten viele nach ihren Lernzetteln. Von außen sah alles perfekt aus. Jana lächelte, wenn jemand sagte: „Du hast es leicht.“ Aber eigentlich fühlte es sich für sie gar nicht leicht an.

Vor jeder Klassenarbeit lernte sie länger als alle anderen. Sie schrieb Zusammenfassungen, markierte wichtige Begriffe und wiederholte alles bis spät am Abend. Wenn sie einmal eine Zwei bekam, war sie enttäuscht. Nicht, weil die Note schlecht war, sondern weil sie Angst hatte, dass alle plötzlich weniger von ihr erwarten würden.

Eines Tages bekam sie in Mathematik eine Drei. Die Zahl stand rot auf dem Blatt, und Jana starrte sie an, als wäre etwas Schlimmes passiert. In der Pause legte sie das Heft schnell in die Tasche. Ihre Freundin Mira bemerkte es trotzdem. „Du siehst aus, als hättest du etwas verloren“, sagte sie.

Jana wollte zuerst sagen, dass alles okay sei. Dann erzählte sie doch, wie müde sie war. Mira hörte zu und sagte: „Du bist nicht deine Note.“ Dieser Satz klang einfach, aber Jana dachte den ganzen Tag darüber nach.

Am Abend zeigte Jana ihren Eltern die Arbeit. Sie waren nicht wütend. Ihr Vater sagte nur: „Wir sind stolz auf dich, nicht auf eine Zahl.“ Jana war erleichtert. Gute Noten blieben wichtig, aber sie sollten nicht bestimmen, wie viel sie wert war.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Warum denken viele, dass Jana es leicht hat?
  2. Wie bereitet Jana sich auf Klassenarbeiten vor?
  3. Warum ist Jana sogar bei einer Zwei enttäuscht?
  4. Welche Note bekommt sie in Mathematik?
  5. Warum versteckt Jana das Heft in der Pause?
  6. Was sagt Mira zu Jana?
  7. Wie reagieren Janas Eltern auf die Note?
  8. Was versteht Jana am Ende?
TEXT 2

Lernen allein oder in der Gruppe?

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Ben lernte am liebsten allein. Er brauchte Ruhe, einen aufgeräumten Tisch und Musik ohne Text. Wenn jemand neben ihm sprach, verlor er sofort die Konzentration. Deshalb war er nicht begeistert, als seine Lehrerin vorschlug, für die Biologieprüfung in kleinen Gruppen zu lernen.

Seine Gruppe bestand aus Leni, Farid und Paul. Schon beim ersten Treffen merkte Ben, dass alle anders arbeiteten. Leni stellte viele Fragen, Farid zeichnete kleine Skizzen, und Paul wollte am liebsten sofort alte Prüfungsaufgaben lösen. Ben saß daneben und dachte: „So wird das nie funktionieren.“

Nach zwanzig Minuten wurde es tatsächlich unruhig. Paul machte Witze, Leni suchte ständig ihre Notizen, und Farid erklärte ein Thema so langsam, dass Ben nervös wurde. Er wollte schon gehen. Dann fragte Leni plötzlich: „Ben, kannst du das mit der Zellteilung noch einmal erklären? Du hast das im Unterricht verstanden.“

Ben erklärte es. Während er sprach, merkte er, dass er selbst einige Stellen noch nicht ganz sicher konnte. Farid zeichnete dazu eine Skizze, und plötzlich wurde das Thema klarer. Paul fand danach eine passende Prüfungsaufgabe, und gemeinsam lösten sie sie schneller als erwartet.

Am Ende des Treffens war Ben überrascht. Allein konnte er sich besser konzentrieren. Aber in der Gruppe bemerkte er Lücken, die er allein übersehen hätte. Seitdem lernt er nicht immer in Gruppen. Aber vor wichtigen Prüfungen trifft er sich wenigstens einmal mit anderen. Nicht jede Lernmethode passt immer, aber manchmal ergänzt sie genau das, was fehlt.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Warum lernt Ben am liebsten allein?
  2. Warum soll er trotzdem in einer Gruppe lernen?
  3. Wie arbeiten Leni, Farid und Paul?
  4. Warum denkt Ben zuerst, dass das Treffen nicht funktioniert?
  5. Was fragt Leni Ben?
  6. Was merkt Ben beim Erklären?
  7. Wie hilft Farid der Gruppe?
  8. Welche Erkenntnis hat Ben am Ende?
TEXT 3

Das Referat, das fast scheiterte

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Für das Geschichtsreferat hatte Emil sich ein spannendes Thema ausgesucht: Er wollte erklären, wie Menschen früher ohne Internet Informationen gesammelt hatten. Die Idee fand seine Lehrerin gut, und Emil war zuerst sehr motiviert. Er stellte sich vor, wie alle interessiert zuhören würden.

Doch dann machte er einen Fehler: Er begann zu spät. In der ersten Woche sammelte er nur ein paar Links. In der zweiten Woche sagte er sich jeden Tag, dass noch genug Zeit sei. Am Abend vor dem Referat saß er schließlich vor dem Laptop und hatte nur drei Folien fertig.

Um 22 Uhr rief ihn seine Freundin Sara an. Sie hörte sofort, dass etwas nicht stimmte. Emil gab zu, dass sein Referat fast leer war. Sara schimpfte nicht. Sie sagte: „Dann mach es jetzt einfach klar und ehrlich. Weniger Folien, aber mit Struktur.“ Gemeinsam sortierten sie die wichtigsten Punkte.

Am nächsten Morgen war Emil müde, aber vorbereitet. Vor der Klasse zitterten seine Hände. Er begann mit einem Satz, der nicht geplant war: „Ich habe bei diesem Referat selbst gemerkt, wie wichtig gute Informationssuche ist.“ Einige lachten leise, aber nicht böse.

Das Referat wurde nicht perfekt. Eine Folie war zu voll, und Emil vergaß ein Beispiel. Trotzdem verstand die Klasse das Thema. Nach der Stunde sagte die Lehrerin: „Die Struktur war klar. Beim nächsten Mal bitte früher anfangen.“ Emil nickte. Er hatte gelernt, dass Talent keine Deadline ersetzt.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Welches Thema wählt Emil für sein Referat?
  2. Warum ist Emil am Anfang motiviert?
  3. Welchen Fehler macht er bei der Vorbereitung?
  4. Wie viele Folien hat er am Abend vor dem Referat fertig?
  5. Wie hilft Sara ihm?
  6. Was sagt Emil am Anfang seines Referats?
  7. Was kritisiert die Lehrerin nach dem Referat?
  8. Was lernt Emil am Ende?
TEXT 4

Prüfungsstress vor der Mathearbeit

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Mathe war für Nora nie einfach. Sie verstand die Erklärungen im Unterricht oft erst später, wenn sie zu Hause alles noch einmal in Ruhe ansah. Vor der nächsten Klassenarbeit wurde sie deshalb schon eine Woche vorher nervös. In ihrem Kopf klangen ständig Sätze wie: „Das schaffe ich nicht“ oder „Alle anderen können das besser.“

Am Montag legte sie ihre Bücher auf den Schreibtisch und wollte drei Stunden lernen. Nach zwanzig Minuten hatte sie Kopfschmerzen. Sie sprang zwischen Aufgaben, Videos und alten Tests hin und her. Am Ende wusste sie weniger als vorher und war fast den Tränen nahe.

Ihre Mutter setzte sich zu ihr und fragte nicht nach der Note. Sie fragte: „Was genau verstehst du nicht?“ Nora wollte zuerst sagen: „Alles.“ Doch dann zeigte sie auf zwei Aufgabentypen. Ihre Mutter schlug vor, nicht alles auf einmal zu lernen, sondern jeden Tag nur einen kleinen Teil.

Nora schrieb einen Lernplan. Dienstag: Bruchgleichungen. Mittwoch: Textaufgaben. Donnerstag: alte Fehler anschauen. Freitag: kurze Wiederholung. Der Plan sah nicht perfekt aus, aber er war übersichtlich. Außerdem verabredete sie sich mit einem Mitschüler, der ihr eine Aufgabe erklären konnte.

Am Tag der Klassenarbeit war Nora immer noch aufgeregt. Aber sie fühlte sich nicht mehr hilflos. Als sie die erste Aufgabe sah, atmete sie langsam aus. Sie konnte nicht alles, aber sie konnte anfangen. Später bekam sie keine Eins, sondern eine Drei plus. Für Nora war das trotzdem ein Erfolg, weil sie gelernt hatte, mit ihrer Angst anders umzugehen.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Warum wird Nora vor der Mathearbeit nervös?
  2. Was passiert, als sie drei Stunden lernen will?
  3. Welche Frage stellt ihre Mutter?
  4. Was erkennt Nora danach?
  5. Wie sieht Noras Lernplan aus?
  6. Wer hilft ihr zusätzlich?
  7. Wie fühlt sich Nora am Tag der Klassenarbeit?
  8. Warum ist die Drei plus für Nora ein Erfolg?
TEXT 5

Nachhilfe, die keiner merken sollte

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Leon bekam seit zwei Monaten Nachhilfe in Englisch. Eigentlich half es ihm sehr. Seine Nachhilfelehrerin erklärte ruhig, wiederholte schwierige Grammatik und gab ihm kleine Aufgaben, die er wirklich schaffte. Trotzdem wollte Leon nicht, dass jemand aus seiner Klasse davon erfuhr.

Er hatte Angst, dass die anderen ihn auslachen würden. In der Schule tat er deshalb so, als wäre ihm Englisch egal. Wenn jemand über Vokabeln sprach, sagte er: „Das braucht doch niemand.“ Dabei lernte er abends heimlich mit Karteikarten.

Eines Tages traf er nach der Nachhilfe seine Klassenkameradin Amira an der Bushaltestelle. Sie sah die Englischmappe in seiner Hand und fragte: „Kommst du von Nachhilfe?“ Leon wurde rot. Für einen Moment überlegte er, eine Ausrede zu erfinden. Dann war er zu müde dafür und sagte ehrlich: „Ja. Ich verstehe die Zeiten nicht so gut.“

Amira lachte nicht. Sie sagte: „Ich hatte letztes Jahr Nachhilfe in Mathe. Ohne das hätte ich die Prüfung nicht geschafft.“ Leon war überrascht. In seiner Vorstellung waren immer nur die anderen stark und sicher. Jetzt merkte er, dass viele Hilfe brauchen, auch wenn sie nicht darüber sprechen.

In der nächsten Englischstunde meldete Leon sich zum ersten Mal freiwillig. Seine Antwort war nicht perfekt, aber richtig genug. Nach der Stunde fragte ihn ein Mitschüler, wie er gelernt habe. Leon sagte: „Mit Hilfe. Und das ist gar nicht so schlimm.“

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. In welchem Fach bekommt Leon Nachhilfe?
  2. Warum hilft ihm die Nachhilfe?
  3. Warum möchte Leon nicht, dass die Klasse davon erfährt?
  4. Wie verhält er sich in der Schule?
  5. Wen trifft Leon nach der Nachhilfe?
  6. Warum sagt er schließlich die Wahrheit?
  7. Was erzählt Amira ihm?
  8. Was verändert sich in der nächsten Englischstunde?
TEXT 6

Ein Praktikum verändert die Meinung

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Vor dem Praktikum war sich Timo sicher: Er wollte später in einem Büro arbeiten. Er stellte sich einen ruhigen Arbeitsplatz vor, einen Computer, feste Aufgaben und wenig Stress. Deshalb wählte er für seine Praktikumswoche eine kleine Firma, die Webseiten für andere Unternehmen erstellte.

Am ersten Tag bekam Timo einen Platz neben Herrn Keller, einem jungen Mitarbeiter. Zuerst fand er alles spannend. Auf zwei Bildschirmen waren Tabellen, E-Mails und Entwürfe geöffnet. Doch schon nach einer Stunde merkte Timo, dass Büroarbeit nicht so ruhig war, wie er gedacht hatte. Das Telefon klingelte, Kunden änderten ihre Wünsche, und ein Projekt musste plötzlich bis zum Abend fertig werden.

Am Mittwoch durfte Timo bei einem Kundengespräch zuhören. Eine Kundin war unzufrieden, weil die Farben auf der Webseite anders wirkten als erwartet. Herr Keller blieb freundlich, obwohl er müde aussah. Später sagte er zu Timo: „Man arbeitet hier nicht nur mit Computern. Man arbeitet vor allem mit Menschen.“

Dieser Satz überraschte Timo. Er hatte gedacht, Technik sei das Wichtigste. Nun sah er, dass Geduld, Kommunikation und Organisation genauso wichtig waren. Am Ende der Woche war Timo nicht mehr sicher, ob er wirklich jeden Tag im Büro sitzen wollte.

Das Praktikum hatte seine Zukunft nicht entschieden. Aber es hatte sein Bild verändert. Timo fand das zuerst enttäuschend. Dann verstand er: Manchmal ist ein Praktikum gerade dann nützlich, wenn es zeigt, dass ein Beruf anders ist, als man dachte.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Wo möchte Timo vor dem Praktikum später arbeiten?
  2. Warum wählt er eine Firma für Webseiten?
  3. Was merkt Timo schon am ersten Tag?
  4. Warum ist die Kundin am Mittwoch unzufrieden?
  5. Was sagt Herr Keller über die Arbeit?
  6. Welche Fähigkeiten sind neben Technik wichtig?
  7. Warum ist Timo am Ende der Woche unsicher?
  8. Warum ist das Praktikum trotzdem nützlich?
TEXT 7

Streit in der Projektgruppe

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Für das Deutschprojekt sollten vier Schüler eine kleine Ausstellung vorbereiten. Das Thema lautete „Sprache im Alltag“. In der Gruppe waren Lara, Oskar, Melina und Cem. Am Anfang klang alles einfach: Plakate gestalten, Beispiele sammeln, eine kurze Präsentation halten.

Doch nach zwei Tagen begann der Streit. Lara schrieb viele Ideen auf, aber niemand reagierte im Gruppenchat. Oskar versprach, Bilder zu suchen, schickte aber nichts. Melina wollte alles schön gestalten, wartete aber auf Texte. Cem sagte bei jedem Vorschlag: „Können wir später machen.“

Drei Tage vor der Abgabe wurde Lara wütend. Sie schrieb: „Ich mache nicht alles allein!“ Danach antworteten plötzlich alle. Oskar fühlte sich angegriffen, Melina sagte, sie habe nur auf Material gewartet, und Cem meinte, er habe viel zu tun. Der Chat wurde immer unangenehmer.

Am nächsten Tag schlug ihre Lehrerin vor, dass sie zehn Minuten gemeinsam sprechen sollten, nicht schreiben. Im Klassenraum stellte jede Person kurz dar, was sie wirklich geschafft hatte. Dabei wurde klar: Niemand war faul, aber niemand hatte klare Aufgaben.

Sie teilten die Arbeit neu auf. Lara schrieb die Einleitung, Oskar suchte Bilder, Melina gestaltete die Plakate, und Cem bereitete die Präsentation vor. Diesmal setzten sie konkrete Uhrzeiten. Das Projekt wurde nicht perfekt, aber fertig.

Lara lernte dabei etwas Wichtiges: In einer Gruppe reicht es nicht, gute Ideen zu haben. Man muss auch klar sagen, wer was bis wann macht.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Was soll die Gruppe im Deutschprojekt vorbereiten?
  2. Warum beginnt der Streit?
  3. Was schreibt Lara drei Tage vor der Abgabe?
  4. Warum wird der Gruppenchat unangenehm?
  5. Was schlägt die Lehrerin vor?
  6. Was wird im Gespräch klar?
  7. Wie teilen die Schüler die Arbeit neu auf?
  8. Was lernt Lara über Gruppenarbeit?
TEXT 8

Wenn die Schule digital wird

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Als die Schule neue Tablets bekam, war die Klasse zuerst begeistert. Keine schweren Bücher mehr, keine Kopien, keine verlorenen Arbeitsblätter. Alles sollte einfacher werden. Auch Mia freute sich. Sie mochte Technik und fand es praktisch, alle Materialien an einem Ort zu haben.

In der ersten Woche funktionierte vieles gut. Die Lehrerin schickte Aufgaben digital, die Schüler markierten Texte direkt auf dem Bildschirm, und Hausaufgaben konnten online abgegeben werden. Doch bald zeigte sich, dass digitale Schule nicht automatisch bessere Schule bedeutet.

Einige Schüler vergaßen ihre Passwörter. Andere hatten den Akku nicht geladen. Im Unterricht öffneten manche heimlich Spiele oder Chats. Mia selbst merkte, dass sie schneller abgelenkt war. Wenn eine Nachricht auf dem Bildschirm erschien, wollte sie sofort nachsehen.

Nach einem chaotischen Montag sprach die Lehrerin mit der Klasse. Sie sagte nicht, dass Tablets schlecht seien. Sie sagte: „Ein Tablet ist ein Werkzeug. Aber ihr müsst lernen, damit verantwortlich umzugehen.“ Danach stellte die Klasse Regeln auf: Geräte nur für Aufgaben, Benachrichtigungen aus, Akku zu Hause laden.

Mit der Zeit wurde es besser. Mia fand die Tablets weiterhin hilfreich, besonders für Wörterbücher und Präsentationen. Aber sie schrieb manche Notizen wieder auf Papier, weil sie sich so besser konzentrieren konnte.

Sie verstand: Digitales Lernen ist nicht einfach moderner Unterricht mit Bildschirm. Es braucht genauso Disziplin, Regeln und gute Methoden wie jedes andere Lernen.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Warum freut sich die Klasse zuerst über die Tablets?
  2. Was funktioniert in der ersten Woche gut?
  3. Welche Probleme entstehen später?
  4. Warum ist Mia selbst schneller abgelenkt?
  5. Was sagt die Lehrerin über Tablets?
  6. Welche Regeln stellt die Klasse auf?
  7. Wofür findet Mia die Tablets hilfreich?
  8. Was versteht Mia am Ende über digitales Lernen?
TEXT 9

Motivation verloren

↑ Übersicht

Zu Beginn des Schuljahres war Ali sehr motiviert. Er kaufte neue Hefte, schrieb seine Termine ordentlich auf und versprach sich, diesmal alles besser zu machen. In den ersten Wochen klappte das auch. Er machte Hausaufgaben sofort und meldete sich häufiger im Unterricht.

Dann kamen mehrere Tests hintereinander. In Deutsch bekam er eine schlechtere Note als erwartet, in Physik verstand er ein neues Thema nicht, und in Englisch vergaß er Vokabeln. Es waren keine Katastrophen, aber Ali verlor langsam die Energie. Er dachte: „Es bringt sowieso nichts.“

Seine Klassenlehrerin bemerkte, dass er stiller wurde. Nach dem Unterricht bat sie ihn kurz zu bleiben. Ali erwartete Kritik, aber sie fragte nur: „Was ist gerade zu viel?“ Diese Frage überraschte ihn. Er erzählte von den Tests, der Müdigkeit und dem Gefühl, nie fertig zu werden.

Die Lehrerin schlug vor, nicht auf das ganze Schuljahr zu schauen, sondern nur auf die nächste Woche. Ali sollte drei realistische Ziele aufschreiben: Physikaufgaben noch einmal erklären lassen, Englischvokabeln an drei Tagen wiederholen und in Deutsch den Fehlertext verbessern.

Die Ziele waren klein, fast zu klein. Aber genau deshalb schaffte Ali sie. Nach einer Woche fühlte er sich nicht plötzlich begeistert, aber weniger blockiert. Er verstand, dass Motivation nicht immer zuerst kommt. Manchmal beginnt sie erst, wenn man wieder einen kleinen Schritt geschafft hat.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Wie beginnt Ali das Schuljahr?
  2. Was klappt in den ersten Wochen gut?
  3. Warum verliert Ali später die Motivation?
  4. Was bemerkt seine Klassenlehrerin?
  5. Welche Frage stellt sie Ali?
  6. Welche drei Ziele soll Ali aufschreiben?
  7. Warum helfen ihm die kleinen Ziele?
  8. Was versteht Ali am Ende über Motivation?
TEXT 10

Mein Lernort ist nicht perfekt

↑ Übersicht

Viele Videos über Lernen zeigen perfekte Schreibtische: eine helle Lampe, ein sauberer Laptop, Pflanzen, schöne Stifte und absolute Ruhe. Wenn Samira solche Videos sah, fühlte sie sich manchmal schlecht. Ihr eigener Lernort sah ganz anders aus.

Sie teilte ihr Zimmer mit ihrer kleinen Schwester. Auf dem Tisch lagen nicht nur Schulbücher, sondern auch Spielzeug, Haarspangen und manchmal ein Teller vom Nachmittag. Wenn Samira lernen wollte, fragte ihre Schwester oft etwas oder spielte Musik. Ruhe gab es selten.

Vor einer wichtigen Englischprüfung wurde Samira deshalb wütend. Sie sagte zu ihrer Mutter: „So kann niemand lernen!“ Ihre Mutter nickte, aber sie konnte kein zweites Zimmer herzaubern. Stattdessen fragte sie: „Was brauchst du wirklich, damit es ein bisschen besser wird?“

Samira dachte nach. Sie brauchte nicht den perfekten Schreibtisch aus dem Internet. Sie brauchte drei Dinge: eine freie Ecke auf dem Tisch, Kopfhörer und feste Zeiten. Am nächsten Tag räumte sie eine kleine Box nur für ihre Lernmaterialien frei. Mit ihrer Schwester vereinbarte sie, dass sie jeden Abend vierzig Minuten ungestört lernen durfte.

Es funktionierte nicht immer. Manchmal war es trotzdem laut, manchmal lag wieder etwas auf ihrem Platz. Aber Samira hatte jetzt eine Lösung, die zu ihrem echten Leben passte. Sie verstand, dass Lernen nicht erst beginnt, wenn alles perfekt ist. Man muss manchmal mit dem arbeiten, was da ist.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Warum fühlt sich Samira durch Lernvideos schlecht?
  2. Wie sieht ihr eigener Lernort aus?
  3. Warum gibt es selten Ruhe?
  4. Was sagt Samira vor der Englischprüfung?
  5. Welche Frage stellt ihre Mutter?
  6. Welche drei Dinge braucht Samira wirklich?
  7. Welche Vereinbarung trifft sie mit ihrer Schwester?
  8. Was versteht Samira am Ende?
ABSCHLUSSTEST

Was hast du aus allen zehn Texten verstanden?

Wähle jeweils eine Antwort. Danach erhältst du dein Ergebnis und siehst, welche Antworten richtig waren.

01Was erkennt Jana nach der Mathematikarbeit?
02Welchen Vorteil entdeckt Ben beim Lernen in der Gruppe?
03Was hilft Emil, sein Referat noch fertigzustellen?
04Warum ist die Drei plus für Nora trotzdem ein Erfolg?
05Was verändert Leons Haltung zur Nachhilfe?
06Was lernt Timo im Praktikum über Büroarbeit?
07Was war das Hauptproblem in Laras Projektgruppe?
08Welche Aussage beschreibt digitales Lernen im Text am besten?
09Warum helfen Ali die kleinen Wochenziele?
10Welche Lösung findet Samira für ihren unperfekten Lernort?
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