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B1: Leselektüre: Umwelt und Nachhaltigkeit

B1 LESETRAINING

Umwelt und Nachhaltigkeit

Lebensnahe Lesetexte für Deutschlernende – mit Fotos, individuellen Lesebegleitern, Verständnisfragen, Lösungen und einem Abschlusstest.

B1 LESEN & VERSTEHEN

Zehn Geschichten über Mülltrennung, Plastik, Lebensmittelverschwendung, Secondhand, Stromsparen, Reparaturen, Fahrradwege und gemeinsames Engagement.

10 Lesetexte 10 Lesebegleiter 80 Textfragen 10 Abschlussfragen
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TEXT 1

Der Müll, der nicht verschwunden war

↑ Übersicht

Als Leon den Müllbeutel in die Tonne warf, dachte er nicht weiter darüber nach. Für ihn war Müll etwas, das verschwindet, sobald man den Deckel schließt. Papier, Joghurtbecher, Bananenschale, alte Batterien — alles landete manchmal im selben Beutel. Es war bequem, und niemand in seiner WG kontrollierte es.

Das änderte sich, als im Hausflur ein Zettel hing: „Falsche Mülltrennung verursacht zusätzliche Kosten.“ Leon war zuerst genervt. Er fand, dass es wichtigere Probleme gab als eine falsch sortierte Verpackung. Doch am Abend sprach ihn seine Nachbarin Frau Krüger an. Sie erklärte, dass die Mülltonnen des Hauses schon zweimal nicht richtig geleert worden waren.

Leon wollte nicht unfreundlich sein, also hörte er zu. Frau Krüger zeigte ihm die verschiedenen Tonnen im Hof. Papier, Bio, Verpackungen, Glas und Restmüll. Leon merkte, dass er vieles gar nicht genau wusste. Gehört ein Pizzakarton mit Fettflecken ins Papier? Wohin mit Batterien? Und was ist mit kaputten Kopfhörern?

Am nächsten Tag stellte Leon in der WG kleine Kisten auf. Seine Mitbewohner lachten zuerst, aber nach ein paar Tagen funktionierte es besser. Besonders die Batterien sammelten sie nun getrennt.

Leon wurde kein perfekter Umweltschützer. Manchmal musste er noch nachsehen. Aber er verstand etwas Wichtiges: Müll verschwindet nicht einfach. Er geht nur an einen anderen Ort. Und genau deshalb beginnt Verantwortung nicht erst draußen in der Natur, sondern manchmal schon in der Küche.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Wie denkt Leon am Anfang über Müll?
  2. Was wirft Leon manchmal in denselben Beutel?
  3. Welcher Zettel hängt im Hausflur?
  4. Warum spricht Frau Krüger mit Leon?
  5. Welche Mülltonnen zeigt Frau Krüger ihm?
  6. Welche Fragen stellt sich Leon danach?
  7. Was macht Leon am nächsten Tag in der WG?
  8. Was versteht Leon am Ende über Müll?
TEXT 2

Die Plastikflasche im Rucksack

↑ Übersicht

Mina kaufte fast jeden Morgen eine kleine Plastikflasche Wasser am Kiosk. Sie fand das praktisch. Die Flasche passte in jede Tasche, war kalt und kostete nicht viel. Wenn sie leer war, warf Mina sie in den nächsten Mülleimer. Für sie war das kein großes Thema.

Eines Tages machte ihre Klasse ein Projekt über Plastik im Alltag. Jeder sollte eine Woche lang sammeln, welche Einwegverpackungen er benutzt. Mina fand die Aufgabe zuerst übertrieben. Doch schon nach drei Tagen lagen bei ihr mehrere Flaschen, zwei Salatboxen, ein Kaffeebecher und viele kleine Verpackungen auf dem Tisch.

Sie war überrascht. „Das ist doch nur von mir?“, fragte sie. Ihre Lehrerin nickte. Dann rechnete die Klasse hoch, wie viel Müll entsteht, wenn alle jeden Tag so handeln. Plötzlich wirkte Minas kleine Wasserflasche gar nicht mehr klein.

Am nächsten Montag nahm Mina eine Mehrwegflasche mit. Zuerst vergaß sie sie zweimal zu Hause. Einmal lief sie im Rucksack aus, weil der Deckel nicht richtig geschlossen war. Mina war genervt und wollte fast wieder zum Kiosk gehen.

Nach zwei Wochen wurde es normaler. Sie stellte die Flasche abends neben ihre Tasche und füllte sie morgens. Es war keine große Heldentat. Aber jedes Mal, wenn sie am Kiosk vorbeiging, ohne eine neue Plastikflasche zu kaufen, fühlte sie sich ein bisschen stärker. Sie verstand: Gewohnheiten ändern sich nicht an einem Tag. Aber sie ändern sich, wenn man ihnen eine faire Chance gibt.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Was kauft Mina fast jeden Morgen?
  2. Warum findet sie die Plastikflasche praktisch?
  3. Welche Aufgabe bekommt die Klasse im Projekt?
  4. Was sammelt Mina schon nach drei Tagen?
  5. Warum wirkt ihre kleine Flasche plötzlich nicht mehr klein?
  6. Welche Probleme hat Mina am Anfang mit der Mehrwegflasche?
  7. Was macht sie nach zwei Wochen anders?
  8. Was versteht Mina über Gewohnheiten?
TEXT 3

Zu gut für die Tonne

↑ Übersicht

Im Kühlschrank von Jonas standen oft Dinge, die niemand mehr genau kannte. Ein halber Joghurt, ein Rest Reis, zwei weiche Tomaten und ein Stück Käse, das schon etwas trocken war. Wenn Jonas Hunger hatte, öffnete er den Kühlschrank, sah die Reste und bestellte dann doch lieber Pizza.

Seine Schwester fand das verschwenderisch. „Das ist alles noch essbar“, sagte sie. Jonas antwortete: „Aber daraus wird doch nichts Richtiges.“ Am Samstag machte sie ihm einen Vorschlag: Sie wollten ein Abendessen nur aus Resten kochen. Jonas war skeptisch, aber neugierig.

Sie schnitten die Tomaten klein, brieten den Reis mit Gemüse an und machten aus dem Joghurt mit Kräutern eine Soße. Der trockene Käse kam darüber. Nach zwanzig Minuten stand ein Essen auf dem Tisch, das überraschend gut schmeckte.

Jonas fragte danach seine Schwester, woran man erkennt, ob etwas noch gut ist. Sie erklärte den Unterschied zwischen Verbrauchsdatum und Mindesthaltbarkeitsdatum. Nicht alles muss sofort weg, nur weil ein Datum erreicht ist. Man kann riechen, sehen und vorsichtig probieren.

Seitdem schaut Jonas anders in den Kühlschrank. Nicht jeder Rest wird zu einem Lieblingsgericht. Aber er bestellt weniger schnell Essen und wirft weniger weg. Für ihn ist Nachhaltigkeit seitdem nicht nur ein großes Wort. Manchmal beginnt sie mit einer weichen Tomate, die noch eine Chance bekommt.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Was steht oft in Jonas’ Kühlschrank?
  2. Was macht Jonas früher, wenn er Hunger hat?
  3. Warum findet seine Schwester das verschwenderisch?
  4. Welchen Vorschlag macht sie am Samstag?
  5. Was kochen Jonas und seine Schwester aus den Resten?
  6. Was erklärt die Schwester über Daten auf Lebensmitteln?
  7. Wie verändert sich Jonas’ Verhalten danach?
  8. Was bedeutet Nachhaltigkeit für Jonas am Ende?
TEXT 4

Der Pullover aus dem Secondhandladen

↑ Übersicht

Clara kaufte Kleidung am liebsten neu. Nicht unbedingt teuer, aber neu. Sie mochte es, wenn ein Kleidungsstück perfekt gefaltet im Laden lag und niemand es vorher getragen hatte. Secondhandläden fand sie früher unübersichtlich und ein bisschen altmodisch.

Ihre Freundin Amira sah das anders. Sie trug oft besondere Jacken, Taschen oder Pullover, die niemand sonst hatte. Als Clara sie fragte, woher sie die Sachen habe, sagte Amira: „Secondhand. Du musst nur suchen.“ Clara war skeptisch, ging aber mit.

Im Laden roch es nach Holz, Stoff und Kaffee. Die Kleidung hing nicht nach perfekten Kollektionen sortiert, sondern nach Farben, Größen und manchmal einfach nach Zufall. Clara brauchte Geduld. Viele Dinge gefielen ihr nicht. Einige waren zu groß, andere zu bunt.

Dann fand sie einen dunkelgrünen Pullover. Er war weich, passte gut und kostete weniger als ein neues T-Shirt. Clara sah im Spiegel nicht altmodisch aus, sondern irgendwie individueller. Amira grinste, sagte aber nichts.

Später zu Hause las Clara über Kleidung und Umwelt. Sie war überrascht, wie viele Ressourcen für neue Kleidung gebraucht werden. Natürlich wollte sie nicht nur noch gebraucht kaufen. Aber sie verstand, dass neu nicht immer besser bedeutet.

Der grüne Pullover wurde einer ihrer Lieblingspullover. Nicht, weil er perfekt war, sondern weil er eine Geschichte hatte. Clara merkte: Nachhaltiger Konsum fühlt sich manchmal nicht nach Verzicht an, sondern nach Entdeckung.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Wie kauft Clara Kleidung am Anfang am liebsten?
  2. Warum findet Clara Secondhandläden zuerst nicht attraktiv?
  3. Was gefällt Amira an Secondhandkleidung?
  4. Wie wirkt der Secondhandladen auf Clara?
  5. Welches Kleidungsstück findet Clara?
  6. Warum ist Clara im Spiegel überrascht?
  7. Was liest Clara später über Kleidung und Umwelt?
  8. Was versteht Clara über nachhaltigen Konsum?
TEXT 5

Strom sparen ohne Drama

↑ Übersicht

In Maliks WG war Strom sparen lange ein Thema, über das alle redeten und niemand wirklich etwas tat. Im Flur brannte oft das Licht, obwohl niemand dort war. Der Laptop blieb über Nacht am Ladekabel, und die Heizung lief manchmal bei offenem Fenster. Jeder sagte: „Das war ich nicht.“

Als die Stromrechnung kam, wurde es plötzlich konkreter. Sie war höher als erwartet. Malik schlug vor, eine Woche lang zu beobachten, wo Energie verloren ging. Seine Mitbewohner fanden das zuerst übertrieben. Aber sie machten mit, weil niemand die Rechnung noch einmal so hoch haben wollte.

Schon am zweiten Tag fanden sie viele kleine Dinge. Ladegeräte steckten ohne Geräte in der Steckdose. Im Bad lief warmes Wasser, während jemand nach dem Handtuch suchte. Im Wohnzimmer war der Fernseher an, obwohl alle auf ihre Handys schauten.

Sie beschlossen keine strengen Regeln. Stattdessen machten sie kleine Abmachungen: Licht aus, wenn man den Raum verlässt. Geräte ganz ausschalten. Fenster nur kurz öffnen, wenn die Heizung läuft. Jeder bekam eine Aufgabe, aber niemand sollte den anderen kontrollieren.

Nach einem Monat war die Stimmung besser als erwartet. Es gab weniger Diskussionen und mehr Aufmerksamkeit. Die nächste Rechnung war nicht plötzlich halb so niedrig, aber etwas besser. Malik fand das wichtig. Für ihn zeigte es: Nachhaltigkeit muss nicht immer dramatisch sein. Manchmal ist sie einfach eine neue Gewohnheit, die weniger kostet und trotzdem hilft.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Welche Probleme gibt es in Maliks WG?
  2. Warum wird das Thema plötzlich konkreter?
  3. Was schlägt Malik vor?
  4. Welche kleinen Energieverluste finden sie?
  5. Warum wollen sie keine strengen Regeln?
  6. Welche Abmachungen machen sie?
  7. Wie ist die Stimmung nach einem Monat?
  8. Was versteht Malik über Nachhaltigkeit?
TEXT 6

Reparieren statt wegwerfen

↑ Übersicht

Als Pauls Kopfhörer nicht mehr funktionierten, wollte er sofort neue kaufen. Ein Ohr war leise, das Kabel hatte einen Wackelkontakt, und Paul hatte keine Lust, sich damit zu beschäftigen. Neue Kopfhörer waren schnell bestellt. Reparieren klang kompliziert und altmodisch.

Sein Vater sah die Kopfhörer auf dem Tisch und fragte: „Schon kaputt oder schon aufgegeben?“ Paul zuckte mit den Schultern. „Das lohnt sich doch nicht.“ Sein Vater nahm ihn am Samstag mit in ein Repair-Café. Paul stellte sich einen dunklen Raum voller alter Geräte vor. Stattdessen saßen dort Menschen mit Kaffetassen, Werkzeug, Lampen, Fahrrädern und Toastern.

Ein älterer Mann half Paul, die Kopfhörer zu prüfen. Nach kurzer Zeit fanden sie die Stelle, an der das Kabel beschädigt war. Die Reparatur dauerte länger, als Paul gedacht hatte, aber sie war möglich. Am Ende funktionierten die Kopfhörer wieder.

Paul war überrascht, wie zufrieden ihn das machte. Es war nicht nur billiger. Er hatte verstanden, was kaputt war, und es nicht einfach ersetzt. Der Mann im Repair-Café sagte: „Nicht alles kann man reparieren. Aber öfter, als man denkt.“

Seit diesem Tag wirft Paul Dinge nicht mehr sofort weg. Manchmal kauft er trotzdem neu. Aber er fragt sich zuerst: Kann man es reparieren? Für ihn ist das kein perfekter Umweltschutz. Es ist ein Moment des Innehaltens, bevor etwas zu Müll wird.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Was ist mit Pauls Kopfhörern passiert?
  2. Was möchte Paul zuerst tun?
  3. Was fragt sein Vater ihn?
  4. Wohin nimmt der Vater Paul mit?
  5. Was findet Paul dort anders als erwartet?
  6. Was ist an den Kopfhörern kaputt?
  7. Warum macht die Reparatur Paul zufrieden?
  8. Welche Frage stellt Paul sich seitdem öfter?
TEXT 7

Mit dem Fahrrad zur Arbeit

↑ Übersicht

Sara fuhr jeden Morgen mit dem Auto zur Arbeit. Die Strecke war nicht weit, aber sie sagte immer, dass das Auto schneller und bequemer sei. In Wirklichkeit stand sie oft im Stau, suchte lange einen Parkplatz und kam gereizt im Büro an.

Als ihr Auto für drei Tage in die Werkstatt musste, war Sara genervt. Ihr Kollege empfahl ihr, das Fahrrad zu nehmen. „Das sind doch nur vier Kilometer“, sagte er. Sara lachte. Sie stellte sich vor, verschwitzt und müde im Büro anzukommen.

Am nächsten Morgen fuhr sie trotzdem los. Sie nahm eine ruhige Route durch kleine Straßen und einen Park. Zuerst war sie unsicher, besonders an Kreuzungen. Aber nach einer Viertelstunde stand sie vor dem Büro. Sie war nicht viel später als sonst — und überraschend wach.

Am zweiten Tag packte sie Wechselkleidung ein und fuhr etwas früher los. Am dritten Tag freute sie sich sogar auf den Weg. Sie bemerkte Bäume, Cafés und Menschen, die sie aus dem Auto nie gesehen hatte.

Als ihr Auto zurückkam, nutzte Sara es nicht mehr jeden Tag. Bei Regen oder schweren Taschen fuhr sie weiter mit dem Auto. Aber an vielen Tagen nahm sie das Fahrrad. Für sie war das keine perfekte Lösung. Aber es war eine bessere Mischung. Nachhaltigkeit bedeutete für Sara jetzt nicht, alles zu ändern, sondern öfter die bessere Möglichkeit zu wählen.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Wie fährt Sara normalerweise zur Arbeit?
  2. Warum ist das Auto für Sara nicht immer so bequem?
  3. Warum muss Sara eine Alternative suchen?
  4. Was empfiehlt ihr Kollege?
  5. Wie fühlt sich Sara am ersten Morgen mit dem Fahrrad?
  6. Was merkt Sara nach der ersten Fahrt?
  7. Was entdeckt sie an den nächsten Tagen?
  8. Wie verändert Sara ihr Verhalten am Ende?
TEXT 8

Der Einkauf ohne Verpackung

↑ Übersicht

Als Lina zum ersten Mal in einen Unverpackt-Laden ging, fühlte sie sich schlecht vorbereitet. Andere Kunden hatten Gläser, Stoffbeutel und kleine Dosen dabei. Lina hatte nur einen Rucksack und eine leere Brotdose. Sie wusste nicht, wie man Reis oder Nudeln dort kauft.

Die Verkäuferin erklärte es freundlich. Zuerst wiegt man das leere Gefäß, dann füllt man die Ware ein, danach wiegt man es noch einmal. Lina nickte, obwohl sie sich unsicher fühlte. Sie kaufte Haferflocken, Linsen und Tee. Alles dauerte länger als im Supermarkt.

Zu Hause war Lina stolz auf ihre kleinen Papiertüten und die fast leere Müllbox. Trotzdem war sie nicht sicher, ob sie das jede Woche machen wollte. Der Laden war weiter weg, und manche Produkte waren teurer. Nachhaltig einzukaufen war nicht immer die bequemste Möglichkeit.

Eine Woche später ging Lina wieder hin, aber diesmal besser vorbereitet. Sie nahm zwei Gläser, einen Stoffbeutel und eine Liste mit. Der Einkauf ging schneller. Außerdem kaufte sie nur Dinge, die sie wirklich brauchte.

Lina verstand, dass sie nicht jeden Einkauf perfekt machen musste. Manchmal ging sie weiter in den normalen Supermarkt. Aber sie achtete mehr auf Verpackungen und nahm eigene Beutel mit. Für sie war der Unverpackt-Laden kein neuer Zwang, sondern eine Erinnerung: Man kann den eigenen Konsum bewusster gestalten.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Warum fühlt sich Lina im Unverpackt-Laden schlecht vorbereitet?
  2. Was haben andere Kunden dabei?
  3. Was erklärt die Verkäuferin Lina?
  4. Was kauft Lina beim ersten Mal?
  5. Warum ist Lina zu Hause stolz?
  6. Welche Nachteile bemerkt Lina?
  7. Wie bereitet sie sich beim zweiten Einkauf besser vor?
  8. Was versteht Lina über bewussten Konsum?
TEXT 9

Der Schulgarten hinter dem Zaun

↑ Übersicht

Hinter der Schule gab es einen kleinen Garten, den fast niemand beachtete. Früher hatten dort Klassen Gemüse gepflanzt, aber seit Jahren war der Platz verwildert. Zwischen alten Beeten wuchsen Brennnesseln, und ein kaputter Gartenschlauch lag im Gras.

Als Frau Berger im Biologieunterricht über Artenvielfalt sprach, fragte sie die Klasse, ob sie den Garten wieder nutzen wolle. Einige lachten. „Wir haben doch keine Zeit zum Gärtnern“, sagte jemand. Aber Tom meldete sich. Er fand die Idee gut, obwohl er noch nie eine Pflanze gepflegt hatte.

Am ersten Nachmittag kamen nur fünf Schüler. Sie räumten Müll weg, schnitten trockene Zweige ab und fanden sogar alte Schilder für Kräuter. Die Arbeit war anstrengender als erwartet. Tom bekam Erde unter die Fingernägel und Rückenschmerzen vom Bücken.

Nach einigen Wochen sah der Garten anders aus. Es gab ein kleines Beet mit Kräutern, eine Ecke für Insekten und einen Komposthaufen. Immer mehr Schüler blieben nach dem Unterricht kurz stehen. Manche halfen, andere schauten nur.

Tom war stolz, als die ersten Kräuter in der Schulküche benutzt wurden. Er verstand, dass Umweltschutz nicht immer mit großen Demonstrationen beginnt. Manchmal beginnt er hinter einem Zaun, an einem Ort, den alle übersehen haben. Und manchmal verändert man nicht gleich die Welt, sondern zuerst einen kleinen Garten.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Was gibt es hinter der Schule?
  2. Warum beachtet fast niemand den Garten?
  3. Was fragt Frau Berger im Biologieunterricht?
  4. Wie reagieren einige Schüler zuerst?
  5. Warum meldet sich Tom trotzdem?
  6. Was machen die Schüler am ersten Nachmittag?
  7. Wie sieht der Garten nach einigen Wochen aus?
  8. Was versteht Tom über Umweltschutz?
TEXT 10

Ein sauberer Park für alle

↑ Übersicht

Der Park in Nadias Viertel war eigentlich schön. Es gab alte Bäume, eine große Wiese und einen kleinen Teich. Am Wochenende trafen sich dort Familien, Studierende, ältere Menschen und Hundebesitzer. Doch nach warmen Abenden sah der Park oft schlimm aus: Pizzakartons, Plastikbecher, Flaschen und volle Mülleimer.

Nadia ärgerte sich jedes Mal, wenn sie am Sonntagmorgen spazieren ging. Zuerst dachte sie, dass die Stadt mehr tun müsste. Mehr Mülleimer, mehr Kontrolle, mehr Reinigung. Das stimmte vielleicht. Aber dann sah sie, wie eine Gruppe Jugendlicher ihre Verpackungen einfach neben einen Mülleimer stellte, obwohl er voll war.

In der Nachbarschaftsgruppe schlug Nadia eine kleine Aufräumaktion vor. Sie erwartete nicht viel. Doch am Samstag kamen zwölf Menschen: eine Rentnerin, zwei Studierende, ein Vater mit erwachsenem Sohn, drei Nachbarinnen und sogar der Besitzer des kleinen Cafés am Park.

Sie sammelten zwei Stunden lang Müll. Es war nicht besonders romantisch. Manche Dinge waren eklig, und Nadia war froh über Handschuhe. Aber nach kurzer Zeit kamen Menschen vorbei und bedankten sich. Ein Mann brachte zusätzliche Müllsäcke. Eine Frau versprach, beim nächsten Mal mitzumachen.

Am Ende war der Park nicht perfekt sauber, aber deutlich schöner. Nadia verstand, dass Verantwortung nicht nur bei „den anderen“ liegt. Manchmal muss die Stadt handeln. Manchmal müssen Menschen besser aufpassen. Und manchmal beginnt Veränderung, wenn jemand einfach fragt: Wer macht mit?

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Wie ist der Park in Nadias Viertel eigentlich?
  2. Wie sieht der Park nach warmen Abenden oft aus?
  3. Was denkt Nadia zuerst über die Stadt?
  4. Was beobachtet Nadia bei einer Gruppe Jugendlicher?
  5. Was schlägt Nadia in der Nachbarschaftsgruppe vor?
  6. Wer kommt zur Aufräumaktion?
  7. Wie reagieren andere Menschen im Park?
  8. Was versteht Nadia am Ende über Verantwortung?
ABSCHLUSSTEST

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01Was versteht Leon am Ende über Müll?
02Was hilft Mina, die Mehrwegflasche nicht mehr zu vergessen?
03Welche Erkenntnis gewinnt Jonas über Lebensmittel?
04Warum wird der grüne Pullover für Clara besonders?
05Wie spart Maliks WG Strom, ohne ständig zu streiten?
06Was verändert Pauls Besuch im Repair-Café?
07Welche Lösung findet Sara für ihren Arbeitsweg?
08Warum verläuft Linas zweiter Einkauf im Unverpackt-Laden einfacher?
09Was zeigt der Schulgarten Tom?
10Welche zentrale Idee vermittelt die Parkaktion?
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