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B1: Leselektüre: Freizeit und Kultur

B1 LESETRAINING

Freizeit und Kultur

Lebensnahe Lesetexte für Deutschlernende – mit Fotos, individuellen Lesebegleitern, Verständnisfragen, Lösungen und einem Abschlusstest.

B1 LESEN & VERSTEHEN

Zehn Geschichten über Theater, Konzerte, Museen, kreative Hobbys, Filmabende, Straßenfeste, Tanzen, Bücher und Kultur im Alltag.

10 Lesetexte 10 Lesebegleiter 80 Textfragen 10 Abschlussfragen
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TEXT 1

Der Abend im Theater

↑ Übersicht

Als Nina die Theaterkarten gewann, wusste sie zuerst nicht, ob sie sich freuen sollte. Theater klang für sie nach schweren Vorhängen, langen Sätzen und Menschen, die sehr ernst schauen. Ihre Freundin Clara dagegen war begeistert. „Wir gehen hin“, sagte sie. „Wenn es langweilig ist, erzählen wir später wenigstens davon.“

Am Freitagabend standen sie vor dem alten Theatergebäude. Nina fühlte sich ein bisschen fehl am Platz. Viele Besucher trugen elegante Kleidung, während sie in Jeans und Pullover gekommen war. Clara merkte das und flüsterte: „Niemand schaut auf dich. Alle warten auf den Anfang.“

Das Stück begann ruhig. Nina verstand nicht jedes Wort, aber sie verstand die Stimmung. Eine junge Frau auf der Bühne wollte weggehen, traute sich aber nicht. Ihr Vater redete ständig von Pflicht, ihre Mutter schwieg zu viel, und der Bruder machte Witze, wenn es ernst wurde. Nach einer Weile vergaß Nina, dass sie im Theater saß.

In der Pause sagte Clara nichts. Das war ungewöhnlich. Nina fragte: „Findest du es gut?“ Clara nickte. „Es erinnert mich an meine Familie.“ Plötzlich war Theater nicht mehr altmodisch. Es war nah.

Nach dem letzten Applaus gingen sie langsam nach Hause. Nina sagte, dass sie nicht alles verstanden hatte. Clara antwortete: „Muss man vielleicht auch nicht sofort.“ Nina dachte daran noch lange. Sie hatte gelernt, dass Kultur nicht bedeutet, alles klug erklären zu können. Manchmal reicht es, wenn etwas einen trifft.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Wie stellt sich Nina Theater am Anfang vor?
  2. Warum möchte Clara trotzdem ins Theater gehen?
  3. Warum fühlt sich Nina vor dem Theater unwohl?
  4. Was beruhigt Clara sie?
  5. Worum geht es in dem Stück ungefähr?
  6. Warum wird Clara in der Pause still?
  7. Was sagt Nina nach dem letzten Applaus?
  8. Was lernt Nina über Kultur?
TEXT 2

Das Konzert, das anders war als erwartet

↑ Übersicht

Jonas hörte Musik fast nur mit Kopfhörern. Auf dem Weg zur Arbeit, beim Einkaufen, beim Aufräumen — Musik war immer da. Aber ein Konzert besuchte er selten. Zu viele Menschen, zu laut, zu teuer. Als sein Kollege ihm eine Karte für ein kleines Konzert schenkte, wollte Jonas zuerst ablehnen.

Das Konzert fand nicht in einer großen Halle statt, sondern in einem kleinen Kulturzentrum. Die Bühne war niedrig, die Stühle standen nah beieinander, und auf den Tischen brannten kleine Lampen. Jonas setzte sich an den Rand, damit er schnell gehen konnte, falls es ihm zu viel wurde.

Die Band begann ohne große Show. Eine Sängerin, ein Gitarrist, ein Kontrabass und ein Schlagzeuger. Die ersten Lieder waren ruhig. Jonas hörte plötzlich Dinge, die ihm bei Musik aus dem Handy nie auffielen: das Atmen der Sängerin, das leise Klopfen auf dem Holz, die Reaktion des Publikums.

Nach dem dritten Lied erzählte die Sängerin, dass das nächste Lied für ihren Bruder geschrieben war. Jonas kannte die Geschichte nicht, aber er verstand die Stimmung. Neben ihm wischte sich jemand kurz über die Augen. Niemand lachte darüber.

Nach dem Konzert blieb Jonas noch sitzen. Sein Kollege fragte, ob es ihm gefallen habe. Jonas sagte: „Ich glaube, ich habe heute zum ersten Mal richtig zugehört.“ Seitdem geht er nicht jede Woche auf Konzerte. Aber manchmal sucht er kleine Veranstaltungen in der Stadt. Musik ist für ihn nicht mehr nur Hintergrund. Manchmal ist sie ein Raum, in dem man kurz anders atmet.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Wie hört Jonas normalerweise Musik?
  2. Warum geht Jonas selten auf Konzerte?
  3. Wo findet das Konzert statt?
  4. Warum setzt sich Jonas an den Rand?
  5. Welche Dinge hört Jonas live besonders bewusst?
  6. Was erzählt die Sängerin vor einem Lied?
  7. Was sagt Jonas nach dem Konzert?
  8. Wie verändert sich seine Sicht auf Musik?
TEXT 3

Sonntag im Museum

↑ Übersicht

Amir ging nur ins Museum, weil es draußen regnete. Eigentlich hatte er einen Spaziergang geplant, aber der Himmel war grau, und seine Schuhe waren schon nach zehn Minuten nass. Auf dem Weg nach Hause sah er ein Plakat vor einem kleinen Museum. „Eintritt frei am Sonntag“, stand dort. Amir dachte: Warum nicht?

Im Museum war es still. Zu still, fand Amir zuerst. In einem Raum hingen alte Stadtfotos. Auf einem Bild sah er eine Straße, die er jeden Tag benutzte. Aber auf dem Foto fuhren dort keine Autos. Menschen standen vor kleinen Läden, ein Pferdewagen war zu sehen, und an der Ecke stand ein Kino, das Amir nicht kannte.

Er blieb länger vor dem Foto stehen, als er geplant hatte. Eine ältere Besucherin bemerkte sein Interesse und sagte: „Dieses Kino gab es früher wirklich. Meine Eltern haben sich dort kennengelernt.“ Amir war überrascht. Für ihn war die Stadt immer einfach die Stadt gewesen. Plötzlich hatte sie Schichten.

In den nächsten Räumen sah er alte Eintrittskarten, Briefe, Fahrräder und Plakate. Nicht alles interessierte ihn. Aber manches machte ihn neugierig. Er fragte sich, welche Dinge aus seinem heutigen Alltag in fünfzig Jahren im Museum liegen könnten.

Als Amir hinausging, regnete es immer noch. Aber er war nicht mehr genervt. Der Sonntag war anders geworden. Er hatte verstanden: Ein Museum zeigt nicht nur Vergangenes. Es zeigt auch, dass das eigene Leben irgendwann Geschichte wird.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Warum geht Amir ins Museum?
  2. Was sieht Amir im Raum mit alten Stadtfotos?
  3. Warum bleibt er vor einem Foto länger stehen?
  4. Was erzählt eine ältere Besucherin über das Kino?
  5. Was meint Amir damit, dass die Stadt plötzlich „Schichten“ hat?
  6. Welche Dinge sieht Amir in den weiteren Räumen?
  7. Welche Frage stellt er sich?
  8. Was versteht Amir am Ende über Museen?
TEXT 4

Ein Hobby braucht Zeit

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Als Laura mit Keramik begann, stellte sie sich schöne Tassen und ruhige Nachmittage vor. Auf Bildern im Internet sah alles leicht aus. Hände formen Ton, eine perfekte Schale entsteht, und irgendwo steht eine Tasse Tee. In Wirklichkeit klebte der Ton an ihren Fingern, die erste Schale wurde schief, und der Kursleiter sagte: „Das ist normal.“

Laura war nicht sicher, ob sie das hören wollte. Sie war es gewohnt, Dinge schnell zu lernen. In der Schule hatte sie gute Noten bekommen, im Büro erledigte sie Aufgaben zuverlässig, und beim Sport wusste sie genau, wie sie trainieren musste. Aber Ton machte nicht, was sie wollte.

Nach dem zweiten Kursabend wollte Laura aufhören. Die anderen wirkten entspannter, manche lachten über ihre misslungenen Formen. Laura dagegen schämte sich. Dann setzte sich eine ältere Teilnehmerin neben sie und zeigte ihr eine kleine, ungleichmäßige Schüssel. „Meine erste“, sagte sie. „Ich mag sie immer noch.“

Laura verstand langsam, dass ein Hobby nicht immer Leistung sein muss. Beim dritten Kursabend versuchte sie nicht, eine perfekte Tasse zu machen. Sie formte einfach. Der Ton blieb schwierig, aber sie wurde ruhiger.

Einige Wochen später nahm sie ihre erste fertige Schale mit nach Hause. Sie war schief und hatte eine kleine Delle. Laura stellte sie trotzdem ins Regal. Nicht weil sie schön war wie im Internet. Sondern weil sie ihr gehörte. Ein Hobby braucht Zeit. Und manchmal schenkt es genau deshalb etwas, das man nicht kaufen kann.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Was stellt sich Laura vor, als sie mit Keramik beginnt?
  2. Wie ist die Realität im ersten Kurs?
  3. Warum ist Laura frustriert?
  4. Warum möchte sie nach dem zweiten Kursabend aufhören?
  5. Was zeigt ihr eine ältere Teilnehmerin?
  6. Was versteht Laura langsam über Hobbys?
  7. Wie verändert sich ihr Verhalten im dritten Kurs?
  8. Warum stellt Laura die schiefe Schale trotzdem ins Regal?
TEXT 5

Der Filmabend mit Diskussion

↑ Übersicht

Freitags traf sich eine kleine Gruppe bei Daniel zum Filmabend. Normalerweise wählten sie leichte Komödien, bestellten Pizza und redeten während des Films mehr, als sie zusahen. Dieses Mal brachte Selin einen anderen Film mit. „Der ist ruhig, aber gut“, sagte sie. Daniel war skeptisch.

Der Film erzählte von einem Mann, der seine Arbeit verlor und niemandem davon erzählte. Es gab keine schnellen Witze, keine Verfolgungsjagd und kein perfektes Ende. Nach zwanzig Minuten fragte Daniel, ob sie nicht lieber etwas Lustigeres sehen wollten. Aber Selin bat ihn, noch ein bisschen zu warten.

Am Ende war es still im Wohnzimmer. Niemand griff sofort zur Pizza. Dann sagte Daniel: „Ich fand ihn irgendwie anstrengend.“ Selin fragte: „Warum?“ Daniel erklärte, dass er Filme normalerweise benutzt, um abzuschalten. Dieser Film hatte ihn aber an eigene Ängste erinnert.

Plötzlich begann eine echte Diskussion. Einer fand die Hauptfigur feige, eine andere fand sie nur überfordert. Selin sagte, dass ein Film nicht immer gefallen muss, um wichtig zu sein. Daniel dachte darüber nach. Er hatte den Film nicht „schön“ gefunden, aber er hatte ihn beschäftigt.

Später beschlossen sie, nicht jeden Freitag schwere Filme zu sehen. Komödien blieben erlaubt. Aber einmal im Monat wollte jeder einen Film mitbringen, über den man sprechen kann. Für Daniel wurde der Filmabend dadurch nicht weniger gemütlich. Er wurde nur ehrlicher.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Was macht die Gruppe normalerweise am Freitag?
  2. Was ist dieses Mal anders?
  3. Wovon handelt der Film?
  4. Warum möchte Daniel den Film zuerst wechseln?
  5. Warum ist es am Ende im Wohnzimmer still?
  6. Was sagt Daniel über den Film?
  7. Welche Diskussion entsteht danach?
  8. Welche neue Idee hat die Gruppe für zukünftige Filmabende?
TEXT 6

Das Straßenfest im Viertel

↑ Übersicht

In Paulas Viertel gab es jedes Jahr ein Straßenfest. Früher fand sie das schön. Es roch nach Waffeln, Musik kam aus kleinen Lautsprechern, und alle Nachbarn stellten Tische auf den Gehweg. Doch seit Paula viel arbeitete, ging sie kaum noch hin. Sie sagte, sie habe keine Zeit für Smalltalk.

Dieses Jahr wollte sie nur kurz Brot kaufen. Doch vor ihrer Haustür stand Frau Yilmaz aus dem zweiten Stock mit einem großen Topf Suppe. „Probieren Sie“, sagte sie. Paula wollte freundlich ablehnen, aber der Geruch war zu gut. Also blieb sie stehen.

Nach zehn Minuten saß Paula an einem Tisch zwischen Menschen, die sie zwar oft gesehen, aber nie richtig kennengelernt hatte. Ein älterer Nachbar erzählte von früher, zwei junge Musiker spielten Gitarre, und jemand brachte selbst gebackenes Brot. Paula merkte, wie fremd ihr das Viertel geworden war.

Am Nachmittag half sie spontan beim Aufräumen eines Marktstands. Dabei sprach sie mit einer Frau, die im selben Haus wohnte und ebenfalls oft allein arbeitete. Sie lachten darüber, dass sie sich jahrelang nur am Briefkasten gegrüßt hatten.

Am Abend ging Paula mit Brot, Suppe und einer neuen Telefonnummer nach Hause. Das Fest hatte ihren Kalender nicht leerer gemacht. Aber es hatte ihr gezeigt, dass Freizeit nicht immer geplant sein muss. Manchmal beginnt sie direkt vor der eigenen Haustür.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Was gibt es jedes Jahr in Paulas Viertel?
  2. Warum geht Paula in den letzten Jahren kaum noch hin?
  3. Was möchte Paula dieses Jahr eigentlich nur machen?
  4. Wer hält Paula vor der Haustür auf?
  5. Was merkt Paula am Tisch mit den Nachbarn?
  6. Wobei hilft Paula am Nachmittag?
  7. Worüber lacht sie mit einer Nachbarin?
  8. Was zeigt ihr das Straßenfest über Freizeit?
TEXT 7

Tanzen, obwohl man sich schämt

↑ Übersicht

Markus hatte immer gesagt, dass er nicht tanzen könne. Auf Partys stand er meistens am Rand, hielt ein Glas in der Hand und nickte zur Musik, als wäre das genug. Seine Freundin Jana fand das schade. „Niemand erwartet, dass du perfekt bist“, sagte sie. Markus antwortete: „Das sagt man leicht, wenn man Rhythmus hat.“

Zu seinem Geburtstag schenkte Jana ihm keinen Gegenstand, sondern einen Gutschein für einen Tanzkurs. Markus sah sie an, als hätte sie ihn verraten. Aber Jana hatte zwei Plätze gebucht, und der Kurs begann schon am nächsten Montag.

Im ersten Kurs trat Markus Jana zweimal auf den Fuß. Er zählte laut mit, vergaß dann die Schritte und entschuldigte sich ständig. Der Kursleiter blieb ruhig. „Tanzen beginnt nicht mit Können“, sagte er. „Es beginnt damit, dass man nicht wegläuft.“

Nach einigen Wochen war Markus immer noch kein guter Tänzer. Aber er war weniger steif. Er lachte, wenn etwas schiefging. Er merkte, dass die anderen Teilnehmer auch Fehler machten. Niemand schaute so streng, wie er es sich vorgestellt hatte.

Bei der nächsten Feier zog Jana ihn auf die Tanzfläche. Markus wollte zuerst wieder am Rand stehen. Dann dachte er an den Satz des Kursleiters. Er blieb. Sie tanzten nur ein Lied, und es war nicht perfekt. Aber Markus fühlte sich frei. Er verstand: Manchmal beginnt Freizeit genau dort, wo man sich ein bisschen überwindet.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Was sagt Markus immer über sich?
  2. Was macht er normalerweise auf Partys?
  3. Was schenkt Jana ihm zum Geburtstag?
  4. Wie reagiert Markus auf das Geschenk?
  5. Was passiert im ersten Tanzkurs?
  6. Was sagt der Kursleiter über Tanzen?
  7. Wie verändert sich Markus nach einigen Wochen?
  8. Was versteht Markus bei der nächsten Feier?
TEXT 8

Ein Buchclub ohne perfekte Antworten

↑ Übersicht

Fatima liebte Bücher, aber sie sprach selten darüber. Lesen war für sie etwas Privates. In Büchern konnte sie langsam denken, zurückblättern und eine Seite mehrmals lesen. Als ihre Kollegin sie zu einem Buchclub einlud, wollte Fatima zuerst nicht gehen. Sie hatte Angst, nichts Kluges sagen zu können.

Der Buchclub traf sich in einem kleinen Café. Auf dem Tisch standen Tee, Kekse und fünf verschiedene Ausgaben desselben Romans. Fatima hörte zuerst nur zu. Eine Frau fand die Hauptfigur mutig, ein Mann fand sie egoistisch, jemand anderes sagte, dass er das Ende enttäuschend fand.

Fatima war überrascht. Niemand suchte die eine richtige Antwort. Alle hatten andere Stellen markiert und andere Gefühle beim Lesen gehabt. Nach einer Weile sagte Fatima leise, dass sie eine Nebenfigur spannender fand als die Hauptfigur. Sofort fragte jemand: „Warum?“

Fatima erklärte es langsam. Niemand unterbrach sie. Je länger sie sprach, desto sicherer wurde sie. Sie merkte, dass ihre Meinung nicht perfekt formuliert sein musste. Sie musste nur ehrlich sein.

Nach dem Treffen ging Fatima mit einem neuen Buch nach Hause. Sie freute sich schon darauf, es zu lesen, aber noch mehr freute sie sich auf das nächste Gespräch. Der Buchclub hatte ihr gezeigt, dass Lesen nicht weniger persönlich wird, wenn man darüber spricht. Manchmal wird es dadurch sogar reicher.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Warum spricht Fatima selten über Bücher?
  2. Warum möchte sie zuerst nicht zum Buchclub gehen?
  3. Wo trifft sich der Buchclub?
  4. Was überrascht Fatima bei der Diskussion?
  5. Was sagt Fatima nach einer Weile?
  6. Wie reagieren die anderen auf ihre Meinung?
  7. Warum wird Fatima beim Sprechen sicherer?
  8. Was zeigt ihr der Buchclub über Lesen?
TEXT 9

Kultur im Park

↑ Übersicht

Als in Lenas Stadt ein Kulturabend im Park angekündigt wurde, erwartete sie nicht viel. Kostenlos, draußen, ohne feste Sitzplätze — das klang eher nach Zufall als nach Kultur. Ihre Nachbarin überredete sie trotzdem mitzukommen. „Wenn es schlecht ist, gehen wir wieder“, sagte sie.

Im Park standen kleine Lichter zwischen den Bäumen. Eine Gruppe spielte Musik, später las ein Autor kurze Texte vor, und auf einer kleinen Wiese zeigten Tänzer eine moderne Choreografie. Es war nicht alles perfekt. Ein Mikrofon rauschte, ein Hund bellte, und einmal musste ein Musiker neu anfangen.

Aber gerade das gefiel Lena. Niemand tat so, als wäre Kultur weit weg oder nur für bestimmte Menschen. Auf Decken saßen Studierende, ältere Paare, Nachbarn, Menschen mit Fahrrädern und Picknickkörben. Einige hörten aufmerksam zu, andere kamen nur zufällig vorbei und blieben stehen.

Besonders beeindruckte Lena ein Gedicht über die Stadt. Der Autor beschrieb Bushaltestellen, offene Fenster, müde Menschen und die Geräusche am Morgen. Lena hatte diese Dinge nie als poetisch betrachtet. Auf dem Heimweg hörte sie die Stadt anders.

Später erzählte sie einer Freundin von dem Abend. „War das wirklich Kultur?“, fragte die Freundin. Lena lachte. „Vielleicht gerade deshalb.“ Für sie war klar: Kultur muss nicht immer in einem großen Saal stattfinden. Manchmal reicht ein Park, ein paar Stimmen und Menschen, die für einen Moment stehen bleiben.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Was erwartet Lena zuerst vom Kulturabend im Park?
  2. Wer überredet sie mitzukommen?
  3. Welche Programmpunkte gibt es im Park?
  4. Warum ist der Abend nicht perfekt?
  5. Was gefällt Lena gerade daran?
  6. Welche Menschen sitzen oder stehen im Park?
  7. Was beeindruckt Lena besonders?
  8. Was versteht Lena über Kultur?
TEXT 10

Mein Wochenende ohne Langeweile

↑ Übersicht

Tom sagte oft, dass in seiner Stadt nichts los sei. Am Wochenende scrollte er durch sein Handy, sah Fotos von anderen Leuten und dachte, dass alle mehr erlebten als er. Wenn Freunde ihn fragten, was er machen wolle, zuckte er mit den Schultern. „Keine Ahnung. Hier gibt es nichts.“

Eines Freitags war sein Handy fast leer, und sein Ladekabel lag im Büro. Tom war genervt. Ohne Handy fühlte sich der Abend zuerst leer an. Dann fand er in seinem Briefkasten ein kleines Programmheft der Stadt. Normalerweise warf er solche Hefte weg. Diesmal blätterte er darin.

Am Samstag gab es einen Flohmarkt, eine kostenlose Führung durch ein altes Gebäude und abends einen Kurzfilmabend. Tom war überrascht. Nicht alles klang spannend, aber mehr als „nichts“ war es auf jeden Fall.

Er ging zuerst zum Flohmarkt und kaufte nichts. Trotzdem hörte er Gespräche, sah alte Schallplatten, Bücher, Lampen und seltsame Dinge, die jemand einmal wichtig gefunden hatte. Danach nahm er an der Führung teil. Das alte Gebäude, an dem er schon hundertmal vorbeigegangen war, hatte plötzlich eine Geschichte.

Am Abend war Tom müde, aber nicht gelangweilt. Er hatte keine große Reise gemacht und nichts Spektakuläres erlebt. Trotzdem fühlte sich der Tag voller an. Am Sonntag schrieb er einem Freund: „Nächste Woche probieren wir etwas aus.“ Tom verstand: Manchmal ist nicht die Stadt langweilig. Manchmal schaut man nur nicht genau genug hin.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Was sagt Tom oft über seine Stadt?
  2. Was macht Tom normalerweise am Wochenende?
  3. Warum benutzt Tom an einem Freitagabend sein Handy kaum?
  4. Was findet Tom im Briefkasten?
  5. Welche Veranstaltungen entdeckt Tom?
  6. Was sieht Tom auf dem Flohmarkt?
  7. Was verändert sich durch die Führung?
  8. Was versteht Tom am Ende über Langeweile?
ABSCHLUSSTEST

Was hast du aus allen zehn Texten verstanden?

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01Was verändert Ninas Meinung über das Theater?
02Was erlebt Jonas beim kleinen Konzert anders als beim Hören mit Kopfhörern?
03Was erkennt Amir im Museum über seine Stadt?
04Warum behält Laura ihre schiefe Schale?
05Welche neue Idee entwickelt Daniels Filmgruppe?
06Was zeigt das Straßenfest Paula?
07Warum fühlt Markus sich später beim Tanzen freier?
08Was überrascht Fatima im Buchclub?
09Welche Erkenntnis gewinnt Lena beim Kulturabend im Park?
10Warum ist Toms Wochenende nicht langweilig?
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