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Germannika
A2.2

Mehr als Kaffee – Warum braucht ein Arbeitsplatz gemeinsame Treffpunkte?

PAUSENKULTUR, GEMEINSCHAFT UND VERANTWORTUNG AM ARBEITSPLATZ1 Begleitmaterial1 Aufgabe

Begleitmaterial

Begleitmaterial · Buchauszug / Textauszug

Das kleine Café soll schließen

Arbeitsauftrag
Lesen Sie den Auszug. Achten Sie darauf, wie das Café funktioniert, warum unterschiedliche Beschäftigte dorthin kommen und was sich nach Frau Arslans Ankündigung verändert.
BUCHAUSZUG
Germannika
Das Café unter der Treppe
Lese-Episode · 2026 · Germannika · Online
Unter der großen Treppe des Bürogebäudes befand sich eine grüne Tür. Hinter ihr lag ein sehr kleines Café. Es hatte keinen offiziellen Namen. Die meisten Beschäftigten nannten es einfach „das Café unter der Treppe“.

Geöffnet war es nur von zwölf bis dreizehn Uhr. Hinter dem schmalen Tresen stand Frau Arslan. Sie kochte Kaffee und Tee und brachte manchmal einen selbst gebackenen Kuchen mit.

Eine feste Preisliste gab es nicht. An der Wand hing nur ein Schild: „Wer kann, legt etwas in die Kiste. Wer nicht kann, spült eine Tasse.“

Manche Beschäftigte zahlten zwei oder drei Euro. Andere brachten Kaffee, Milch oder Kuchen mit. Wer gerade wenig Geld hatte, musste nichts erklären.

Das Café war so klein, dass höchstens sechs Personen gleichzeitig sitzen konnten. Trotzdem kamen dort Menschen aus dem ganzen Gebäude zusammen. Die Reinigungskraft trank neben der Abteilungsleiterin Kaffee. Der Hausmeister sprach mit neuen Mitarbeitern. Menschen, die sich auf den Fluren nur kurz grüßten, erzählten sich dort von ihren Familien, ihrer Arbeit und ihren Problemen.

Auch Nina ging fast jeden Tag hin. Sie war neu im Unternehmen und kannte anfangs niemanden. Im Café erklärte ihr ein Kollege, welche Formulare sie brauchte. Eine Mitarbeiterin aus einer anderen Abteilung zeigte ihr später den schnellsten Weg zur Berufsschule ihres Sohnes.

Eines Mittags stellte Frau Arslan keine Kuchentafel auf. Stattdessen sagte sie: „Am Ende des Monats gehe ich in Rente. Dann wird das Café geschlossen.“

Die Gäste wurden still.

„Warum muss es schließen?“, fragte Nina.

„Weil ich den Schlüssel habe, einkaufe und alles organisiere“, antwortete Frau Arslan. „Das Café funktioniert nicht von allein.“

Am folgenden Tag hing an der grünen Tür eine Liste. Die Beschäftigten sollten eintragen, was sie übernehmen könnten: Kaffee kaufen, Kuchen mitbringen, die Kasse prüfen oder nach der Pause aufräumen.

Innerhalb einer Woche standen dort achtzehn Namen. Nun musste nur noch die Gebäudeverwaltung überzeugt werden, dass dieser kleine Raum nicht einfach ein privates Hobby war. Für viele Menschen war er der einzige Ort im Gebäude, an dem sie sich wirklich begegneten.
Quelle: Germannika, „Das Café unter der Treppe“ · 2026 · Lese-Episode · Autorische Kurzfassung auf Grundlage der Lese-Episode „Das Café unter der Treppe“, Niveau A2.2Originalquelle ↗
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