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Germannika
B1.1

Übertrieben oder vorausschauend – Wie kann ein Wohnhaus Wasser sinnvoll sammeln?

WASSERSPAREN, KRISENVORSORGE UND GEMEINSAME VERANTWORTUNG1 Begleitmaterial1 Aufgabe

Begleitmaterial

Begleitmaterial · Buchauszug / Textauszug

Plötzlich brauchen alle Sofias Wasser

Arbeitsauftrag
Lesen Sie den Auszug. Achten Sie darauf, warum Sofia Regenwasser sammelt, welche Einwände ihre Nachbarn haben und wie sich ihre Haltung nach dem Ausfall der Wasserversorgung verändert.
BUCHAUSZUG
Germannika
Die Frau mit den hundert Eimern
Lese-Episode · 2026 · Germannika · Online
Im Hof von Haus Nummer 27 standen ungewöhnlich viele Eimer. Einige waren blau, andere grün oder grau. Neben der Kellertreppe befanden sich außerdem drei größere Tonnen. Auf allen Behältern stand: „Regenwasser – nicht trinken.“

Die Eimer gehörten Sofia Marin aus dem Erdgeschoss. Wenn Regen angekündigt war, stellte sie sie unter verschiedene Abflussrohre und Dachkanten. Später benutzte sie das Wasser für die Pflanzen im Hof, zum Reinigen des Bodens und manchmal für die Toilettenspülung.

„Bald stehen hier hundert Eimer“, sagte Herr Krüger eines Morgens. „Dann können wir im Hof nicht mehr laufen.“

Andere Nachbarn lachten über Sofia. Einige nannten sie die Frau mit den hundert Eimern. Frau Vogt aus dem zweiten Stock machte sich jedoch ernsthafte Sorgen. Offene Behälter könnten für kleine Kinder gefährlich sein. Außerdem könnten sich darin Insekten vermehren.

Sofia widersprach nicht. Sie deckte die Tonnen ab, stellte die Eimer auf eine begrenzte Fläche und leerte altes Wasser regelmäßig. Trotzdem blieb die Hausverwaltung skeptisch. Das Sammeln sei nicht offiziell erlaubt, und niemand wisse, wer bei einem Unfall verantwortlich wäre.

Im Juli begann eine starke Hitzewelle. Mehrere Wochen lang regnete es kaum. Die Pflanzen im Hof wurden trocken, und die Stadt bat die Bevölkerung, Trinkwasser sparsam zu verwenden.

Dann platzte am frühen Morgen eine wichtige Wasserleitung in der Straße. Aus den Wasserhähnen im Haus kam nichts mehr. Der Reparaturdienst erklärte, dass die Versorgung möglicherweise zwei Tage unterbrochen bleiben würde.

Die Bewohner kauften Trinkwasser im Supermarkt. Schon am Mittag waren die Regale in den Geschäften der Umgebung fast leer. Gleichzeitig entstand ein anderes Problem: Die Toiletten konnten nicht mehr gespült werden, und im Haus lebten mehrere ältere Menschen und Familien mit kleinen Kindern.

Sofia öffnete ihren Keller. Dort standen weitere verschlossene Behälter mit gesammeltem Regenwasser.

„Dieses Wasser darf niemand trinken oder zum Kochen benutzen“, erklärte sie. „Aber wir können damit die Toiletten spülen und den Hof sauber halten.“

Die Nachbarn bildeten eine Liste. Jede Wohnung erhielt eine begrenzte Menge. Zwei Jugendliche trugen Eimer zu Menschen, die nicht schwer heben konnten. Frau Vogt kontrollierte, dass alle Behälter geschlossen blieben.

Am nächsten Abend funktionierte die Wasserleitung wieder. Sofias Vorrat war fast vollständig verbraucht.

Bei der nächsten Hausversammlung sagte Herr Krüger: „Hundert einzelne Eimer sind vielleicht keine gute Dauerlösung. Aber gar keine Reserve ist offenbar auch keine Lösung.“

Die Bewohner beschlossen, ein sicheres gemeinsames System zu prüfen: zwei geschlossene Regenwassertanks, feste Regeln zur Nutzung und eine verantwortliche Gruppe aus mehreren Personen.
Quelle: Germannika, „Die Frau mit den hundert Eimern“ · 2026 · Lese-Episode · Autorische Kurzfassung auf Grundlage der Lese-Episode „Die Frau mit den hundert Eimern“, Niveau B1.1Originalquelle ↗
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