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Germannika
B1.2
Soll Alltagswissen über Versicherungen Schulfach werden?
SOZIALVERSICHERUNG UND ALLTAGSWISSEN1 Begleitmaterial1 Aufgabe
Begleitmaterial
Begleitmaterial · Video
Die Sozialversicherung
Arbeitsauftrag
Sieh dir das Video vollständig an. Achte darauf, warum die ersten Sozialversicherungen eingeführt wurden, wie die Beiträge damals verteilt waren und welche Risiken durch die neuen Gesetze abgesichert werden sollten. Öffne danach bei Bedarf die bearbeitete Textfassung.
Das Erklärvideo zeigt, unter welchen Arbeits- und Lebensbedingungen im Deutschen Reich die ersten Sozialversicherungen entstanden. Es erklärt die Einführung der Krankenversicherung sowie die spätere Erweiterung um Unfall-, Alters- und Invaliditätsversicherung.
AKTE FREIGEGEBENBearbeitete Textfassung zum Video (B1.2)Erst nach dem Hören oder Sehen öffnen.FREIGEGEBEN
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Während der Industrialisierung arbeiteten viele Menschen unter sehr schwierigen Bedingungen. Die Arbeitstage waren lang, die Löhne niedrig und Unfälle in Fabriken keine Seltenheit. Wer krank oder verletzt war, erhielt häufig keinen Lohn. Viele Familien gerieten deshalb schnell in finanzielle Not.
1883 wurde unter Reichskanzler Otto von Bismarck die gesetzliche Krankenversicherung für Arbeiter eingeführt. Die Versicherten mussten einen Teil ihres Lohns als Beitrag einzahlen. Zwei Drittel der Beiträge zahlten damals die Arbeiter selbst, ein Drittel übernahmen die Arbeitgeber.
Die neue Versicherung bedeutete für die Beschäftigten zwar zunächst weniger verfügbares Geld. Dafür wurden jedoch Arztkosten und Medikamente übernommen. Erkrankte Arbeiter konnten außerdem für eine begrenzte Zeit Krankengeld erhalten.
Weitere Gesetze folgten. 1884 wurde die gesetzliche Unfallversicherung eingeführt. Später kamen eine Altersversicherung und eine Absicherung für Menschen hinzu, die dauerhaft nicht mehr arbeiten konnten. Damit übernahm der Staat erstmals eine größere Verantwortung für soziale Risiken.
Das System wurde im Laufe der Zeit erweitert. Heute schützt die gesetzliche Sozialversicherung Menschen unter anderem bei Krankheit, Pflegebedürftigkeit, Arbeitsunfällen, Arbeitslosigkeit und im Alter. Sie besteht aus Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Unfallversicherung, Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung.
Ein wichtiges Grundprinzip ist die Solidarität. Viele Versicherte zahlen regelmäßig Beiträge ein. Wer krank wird, einen Unfall hat oder eine andere abgesicherte Notlage erlebt, erhält Leistungen aus dem gemeinsamen System. Nicht jede Person bekommt also genau den Betrag zurück, den sie selbst eingezahlt hat.
Trotzdem wissen viele Jugendliche kaum, warum später Geld vom Bruttolohn abgezogen wird, welche Versicherung für welchen Fall zuständig ist oder welche Unterlagen nach dem Beginn einer Ausbildung benötigt werden. Dieses Wissen wird häufig erst dann wichtig, wenn ein konkretes Problem entsteht.
Alltagswissen über Sozialversicherungen könnte deshalb schon in der Schule vermittelt werden. Schülerinnen und Schüler könnten lernen, eine Gehaltsabrechnung zu lesen, Versicherungsarten zu unterscheiden und einfache Fallbeispiele zu lösen. Dabei müsste jedoch entschieden werden, ob dafür ein eigenes Schulfach nötig ist oder ob ein verpflichtendes Modul in einem bestehenden Fach ausreicht.
1883 wurde unter Reichskanzler Otto von Bismarck die gesetzliche Krankenversicherung für Arbeiter eingeführt. Die Versicherten mussten einen Teil ihres Lohns als Beitrag einzahlen. Zwei Drittel der Beiträge zahlten damals die Arbeiter selbst, ein Drittel übernahmen die Arbeitgeber.
Die neue Versicherung bedeutete für die Beschäftigten zwar zunächst weniger verfügbares Geld. Dafür wurden jedoch Arztkosten und Medikamente übernommen. Erkrankte Arbeiter konnten außerdem für eine begrenzte Zeit Krankengeld erhalten.
Weitere Gesetze folgten. 1884 wurde die gesetzliche Unfallversicherung eingeführt. Später kamen eine Altersversicherung und eine Absicherung für Menschen hinzu, die dauerhaft nicht mehr arbeiten konnten. Damit übernahm der Staat erstmals eine größere Verantwortung für soziale Risiken.
Das System wurde im Laufe der Zeit erweitert. Heute schützt die gesetzliche Sozialversicherung Menschen unter anderem bei Krankheit, Pflegebedürftigkeit, Arbeitsunfällen, Arbeitslosigkeit und im Alter. Sie besteht aus Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Unfallversicherung, Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung.
Ein wichtiges Grundprinzip ist die Solidarität. Viele Versicherte zahlen regelmäßig Beiträge ein. Wer krank wird, einen Unfall hat oder eine andere abgesicherte Notlage erlebt, erhält Leistungen aus dem gemeinsamen System. Nicht jede Person bekommt also genau den Betrag zurück, den sie selbst eingezahlt hat.
Trotzdem wissen viele Jugendliche kaum, warum später Geld vom Bruttolohn abgezogen wird, welche Versicherung für welchen Fall zuständig ist oder welche Unterlagen nach dem Beginn einer Ausbildung benötigt werden. Dieses Wissen wird häufig erst dann wichtig, wenn ein konkretes Problem entsteht.
Alltagswissen über Sozialversicherungen könnte deshalb schon in der Schule vermittelt werden. Schülerinnen und Schüler könnten lernen, eine Gehaltsabrechnung zu lesen, Versicherungsarten zu unterscheiden und einfache Fallbeispiele zu lösen. Dabei müsste jedoch entschieden werden, ob dafür ein eigenes Schulfach nötig ist oder ob ein verpflichtendes Modul in einem bestehenden Fach ausreicht.
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Anja von Kampen, VisionX · „Die Sozialversicherung“ · Planet Wissen / WDR
Abruf: 31.07.2026
„Die Sozialversicherung“ – Anja von Kampen, VisionX / Planet Wissen. Lizenz: CC BY-SA 4.0. Video unverändert; Textfassung von Germannika für B1.2 sprachlich vereinfacht, neu formuliert, strukturiert und sachlich ergänzt. Bearbeitete Textfassung ebenfalls unter CC BY-SA 4.0.
Abruf: 31.07.2026
„Die Sozialversicherung“ – Anja von Kampen, VisionX / Planet Wissen. Lizenz: CC BY-SA 4.0. Video unverändert; Textfassung von Germannika für B1.2 sprachlich vereinfacht, neu formuliert, strukturiert und sachlich ergänzt. Bearbeitete Textfassung ebenfalls unter CC BY-SA 4.0.
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