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Germannika
B1.2
Wie sollte unsere Schule an die deutsche Teilung erinnern?
DEUTSCHE TEILUNG, WIEDERVEREINIGUNG UND ERINNERUNGSKULTUR1 Begleitmaterial1 Aufgabe
Begleitmaterial
Begleitmaterial · Video
Die deutsche Wiedervereinigung
Arbeitsauftrag
Sieh dir das Video vollständig an. Achte darauf, welche Ereignisse das Ende der DDR beschleunigten, welche politischen Entscheidungen für die Wiedervereinigung notwendig waren und warum die deutsche Einheit nicht nur als Abschluss, sondern auch als langfristiger gesellschaftlicher Prozess betrachtet werden kann. Öffne danach bei Bedarf die bearbeitete Textfassung.
Das Erklärvideo zeigt den Weg von der deutschen Teilung nach dem Zweiten Weltkrieg über die friedliche Revolution und den Fall der Berliner Mauer bis zur staatlichen Einheit am 3. Oktober 1990.
AKTE FREIGEGEBENBearbeitete Textfassung zum Video (B1.2)Erst nach dem Hören oder Sehen öffnen.FREIGEGEBEN
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Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Deutschland von den vier Siegermächten USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich verwaltet. Aus den westlichen Besatzungszonen entstand 1949 die Bundesrepublik Deutschland. In der sowjetischen Besatzungszone wurde im selben Jahr die Deutsche Demokratische Republik gegründet.
Die beiden deutschen Staaten entwickelten unterschiedliche politische und wirtschaftliche Systeme. Die Bundesrepublik war eine parlamentarische Demokratie. In der DDR bestimmte die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands die Politik. Freie Wahlen, eine unabhängige Opposition und öffentliche Kritik an der Regierung waren dort nicht möglich.
1961 ließ die DDR-Führung die Berliner Mauer errichten und die Grenze zu West-Berlin schließen. Die Grenzanlagen sollten vor allem verhindern, dass weitere Menschen die DDR verließen. Familien, Freundschaften, Arbeitsorte und Verkehrswege wurden dadurch getrennt.
Gegen Ende der 1980er-Jahre wuchs die Unzufriedenheit in der DDR. Viele Menschen forderten Reisefreiheit, freie Wahlen und politische Veränderungen. Andere versuchten, über Ungarn oder westdeutsche Botschaften in benachbarten Staaten in die Bundesrepublik zu gelangen.
Im Herbst 1989 fanden in mehreren Städten regelmäßig Demonstrationen statt. Besonders bekannt wurden die Montagsdemonstrationen in Leipzig. Zehntausende Menschen protestierten friedlich gegen die Regierung und verlangten demokratische Rechte.
Am 9. November 1989 wurde auf einer Pressekonferenz eine neue Reiseregelung missverständlich angekündigt. Noch am selben Abend kamen Tausende Menschen zu den Berliner Grenzübergängen. Die Übergänge wurden schließlich geöffnet, und die Berliner Mauer verlor ihre Funktion.
Der Mauerfall bedeutete jedoch noch nicht automatisch die deutsche Wiedervereinigung. Zunächst musste entschieden werden, wie die beiden Staaten künftig zusammenleben sollten. Einige Menschen wollten eine schnelle Einheit, andere bevorzugten eine reformierte und weiterhin selbstständige DDR.
Am 18. März 1990 fand die erste und einzige freie Volkskammerwahl der DDR statt. Die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler unterstützte Parteien, die eine schnelle Vereinigung mit der Bundesrepublik anstrebten. Im Juli 1990 wurde in der DDR die D-Mark eingeführt.
Auch die vier Siegermächte mussten der Einheit zustimmen. In den Zwei-plus-Vier-Verhandlungen sprachen die Bundesrepublik, die DDR, die USA, die Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich unter anderem über Grenzen, Sicherheit, Souveränität und die internationale Rolle des vereinten Deutschlands.
Im August 1990 beschloss die Volkskammer den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik. Am 3. Oktober 1990 trat dieser Beitritt in Kraft. Seitdem wird an diesem Datum der Tag der Deutschen Einheit gefeiert.
Mit der staatlichen Einheit waren jedoch nicht sofort alle Unterschiede verschwunden. Viele Betriebe in Ostdeutschland wurden geschlossen oder umstrukturiert. Menschen verloren ihre Arbeitsplätze, mussten sich beruflich neu orientieren oder zogen in andere Regionen. Gleichzeitig entstanden neue politische Freiheiten, Reisemöglichkeiten und wirtschaftliche Chancen.
Bis heute wird darüber diskutiert, wie die Erfahrungen der Menschen aus Ost- und Westdeutschland dargestellt werden sollen. Erinnerung an die Teilung darf sich deshalb nicht nur auf den Mauerfall und die offiziellen politischen Entscheidungen beschränken. Auch Alltag, Überwachung, Proteste, Flucht, Familiengeschichten und die Veränderungen nach 1990 gehören dazu.
Eine Schule kann Geschichte besonders anschaulich vermitteln, wenn sie unterschiedliche Perspektiven miteinander verbindet. Zeitzeugenberichte, historische Dokumente, eine digitale Ausstellung oder der Besuch eines Erinnerungsortes können deutlich machen, wie politische Systeme das Leben einzelner Menschen beeinflussen.
Die beiden deutschen Staaten entwickelten unterschiedliche politische und wirtschaftliche Systeme. Die Bundesrepublik war eine parlamentarische Demokratie. In der DDR bestimmte die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands die Politik. Freie Wahlen, eine unabhängige Opposition und öffentliche Kritik an der Regierung waren dort nicht möglich.
1961 ließ die DDR-Führung die Berliner Mauer errichten und die Grenze zu West-Berlin schließen. Die Grenzanlagen sollten vor allem verhindern, dass weitere Menschen die DDR verließen. Familien, Freundschaften, Arbeitsorte und Verkehrswege wurden dadurch getrennt.
Gegen Ende der 1980er-Jahre wuchs die Unzufriedenheit in der DDR. Viele Menschen forderten Reisefreiheit, freie Wahlen und politische Veränderungen. Andere versuchten, über Ungarn oder westdeutsche Botschaften in benachbarten Staaten in die Bundesrepublik zu gelangen.
Im Herbst 1989 fanden in mehreren Städten regelmäßig Demonstrationen statt. Besonders bekannt wurden die Montagsdemonstrationen in Leipzig. Zehntausende Menschen protestierten friedlich gegen die Regierung und verlangten demokratische Rechte.
Am 9. November 1989 wurde auf einer Pressekonferenz eine neue Reiseregelung missverständlich angekündigt. Noch am selben Abend kamen Tausende Menschen zu den Berliner Grenzübergängen. Die Übergänge wurden schließlich geöffnet, und die Berliner Mauer verlor ihre Funktion.
Der Mauerfall bedeutete jedoch noch nicht automatisch die deutsche Wiedervereinigung. Zunächst musste entschieden werden, wie die beiden Staaten künftig zusammenleben sollten. Einige Menschen wollten eine schnelle Einheit, andere bevorzugten eine reformierte und weiterhin selbstständige DDR.
Am 18. März 1990 fand die erste und einzige freie Volkskammerwahl der DDR statt. Die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler unterstützte Parteien, die eine schnelle Vereinigung mit der Bundesrepublik anstrebten. Im Juli 1990 wurde in der DDR die D-Mark eingeführt.
Auch die vier Siegermächte mussten der Einheit zustimmen. In den Zwei-plus-Vier-Verhandlungen sprachen die Bundesrepublik, die DDR, die USA, die Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich unter anderem über Grenzen, Sicherheit, Souveränität und die internationale Rolle des vereinten Deutschlands.
Im August 1990 beschloss die Volkskammer den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik. Am 3. Oktober 1990 trat dieser Beitritt in Kraft. Seitdem wird an diesem Datum der Tag der Deutschen Einheit gefeiert.
Mit der staatlichen Einheit waren jedoch nicht sofort alle Unterschiede verschwunden. Viele Betriebe in Ostdeutschland wurden geschlossen oder umstrukturiert. Menschen verloren ihre Arbeitsplätze, mussten sich beruflich neu orientieren oder zogen in andere Regionen. Gleichzeitig entstanden neue politische Freiheiten, Reisemöglichkeiten und wirtschaftliche Chancen.
Bis heute wird darüber diskutiert, wie die Erfahrungen der Menschen aus Ost- und Westdeutschland dargestellt werden sollen. Erinnerung an die Teilung darf sich deshalb nicht nur auf den Mauerfall und die offiziellen politischen Entscheidungen beschränken. Auch Alltag, Überwachung, Proteste, Flucht, Familiengeschichten und die Veränderungen nach 1990 gehören dazu.
Eine Schule kann Geschichte besonders anschaulich vermitteln, wenn sie unterschiedliche Perspektiven miteinander verbindet. Zeitzeugenberichte, historische Dokumente, eine digitale Ausstellung oder der Besuch eines Erinnerungsortes können deutlich machen, wie politische Systeme das Leben einzelner Menschen beeinflussen.
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Robert Schotter, Claudio Como · „Die deutsche Wiedervereinigung“ · Planet Wissen / WDR
Abruf: 31.07.2026
„Die deutsche Wiedervereinigung“ – Robert Schotter, Claudio Como / Planet Wissen. Lizenz: CC BY-SA 4.0. Video unverändert; Textfassung von Germannika für B1.2 sprachlich vereinfacht, neu formuliert, strukturiert und sachlich ergänzt. Bearbeitete Textfassung ebenfalls unter CC BY-SA 4.0.
Abruf: 31.07.2026
„Die deutsche Wiedervereinigung“ – Robert Schotter, Claudio Como / Planet Wissen. Lizenz: CC BY-SA 4.0. Video unverändert; Textfassung von Germannika für B1.2 sprachlich vereinfacht, neu formuliert, strukturiert und sachlich ergänzt. Bearbeitete Textfassung ebenfalls unter CC BY-SA 4.0.
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