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Germannika
B2.1
Kann Kunst gesellschaftliche Veränderungen bewirken?
KUNST, GESELLSCHAFT UND POLITISCHE VERANTWORTUNG1 Begleitmaterial1 Aufgabe
Begleitmaterial
Begleitmaterial · Video
Käthe Kollwitz
Arbeitsauftrag
Sieh dir das Video vollständig an. Achte darauf, welche gesellschaftlichen Probleme Käthe Kollwitz in ihren Werken thematisierte, wie persönliche Erfahrungen ihre Kunst beeinflussten und weshalb ihre Arbeiten von den Nationalsozialisten bekämpft wurden. Öffne danach bei Bedarf die bearbeitete Textfassung.
Das Erklärvideo stellt das Leben und Werk von Käthe Kollwitz vor. Es zeigt, wie sie sich mit Zeichnungen, Grafiken, Plakaten und Skulpturen gegen Krieg, Gewalt und soziale Ungerechtigkeit wandte.
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Käthe Kollwitz wurde 1867 geboren und zählt zu den bedeutendsten deutschen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Sie arbeitete als Grafikerin, Zeichnerin, Malerin und Bildhauerin. In vielen ihrer Werke beschäftigte sie sich mit Armut, Ausbeutung, Trauer, Krieg und dem Leid von Familien.
Nach ihrem Kunststudium lebte sie mit ihrem Mann in Berlin. Dort begegnete sie Menschen, deren Alltag von harter Arbeit, Krankheit und wirtschaftlicher Not geprägt war. Statt vor allem wohlhabende Personen oder schöne Landschaften darzustellen, machte Kollwitz soziale Konflikte und menschliches Leid zum Mittelpunkt ihrer Kunst.
1898 zeigte sie auf der Großen Berliner Kunstausstellung ihre Bilderreihe „Ein Weberaufstand“. Die Werke erzählen vom Protest ausgebeuteter Arbeiterinnen und Arbeiter. Kollwitz stellte sie nicht als anonyme Masse dar, sondern als einzelne Menschen mit Angst, Wut, Hoffnung und Würde.
Zu Beginn des Ersten Weltkriegs fiel ihr 18-jähriger Sohn Peter als Soldat. Dieser Verlust beeinflusste ihr weiteres Werk stark. Trauernde Eltern, schutzlose Kinder und die Folgen des Krieges wurden zu zentralen Motiven. Kollwitz setzte sich immer deutlicher für Frieden und gegen neue militärische Gewalt ein.
1919 wurde sie als erste Frau Mitglied der Preußischen Akademie der Künste und erhielt dort den Professorentitel. Damit erreichte sie eine Position, die Frauen im deutschen Kunstbetrieb zuvor weitgehend verschlossen gewesen war.
1924 entwarf sie das Plakat „Nie wieder Krieg“. Darauf erhebt eine junge Person entschlossen den Arm. Das Bild sollte nicht nur betrachtet werden, sondern die Öffentlichkeit zu einer klaren Haltung gegen Krieg bewegen. Die direkte Gestaltung machte die politische Botschaft auch für Menschen verständlich, die sich sonst wenig mit Kunst beschäftigten.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten musste Kollwitz aus der Akademie der Künste austreten. Ausstellungen ihrer Werke wurden wiederholt verhindert. 1937 entfernten die Nationalsozialisten ihre Arbeiten im Rahmen der Aktion „Entartete Kunst“ aus mindestens elf Museen.
Dass ein autoritäres Regime ihre Kunst bekämpfte, zeigt, dass Bilder gesellschaftliche Wirkung entfalten können. Kunst kann Erfahrungen sichtbar machen, Mitgefühl erzeugen, Kritik formulieren und öffentliche Diskussionen auslösen. Sie kann Menschen ermutigen, ihre bisherige Haltung zu überprüfen.
Kunst verändert eine Gesellschaft jedoch nicht automatisch. Ein Plakat ersetzt keine politische Entscheidung, und ein Kunstwerk beendet weder Armut noch Krieg. Seine Wirkung hängt davon ab, ob es öffentlich gezeigt, diskutiert und mit konkretem Handeln verbunden wird.
Käthe Kollwitz starb 1945. Ihre Werke werden bis heute in Museen, Schulen, Gedenkstätten und öffentlichen Räumen gezeigt. Sie verdeutlichen, wie Kunst persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlichen Fragen verbinden und auch lange nach ihrer Entstehung politische und ethische Debatten anregen kann.
Nach ihrem Kunststudium lebte sie mit ihrem Mann in Berlin. Dort begegnete sie Menschen, deren Alltag von harter Arbeit, Krankheit und wirtschaftlicher Not geprägt war. Statt vor allem wohlhabende Personen oder schöne Landschaften darzustellen, machte Kollwitz soziale Konflikte und menschliches Leid zum Mittelpunkt ihrer Kunst.
1898 zeigte sie auf der Großen Berliner Kunstausstellung ihre Bilderreihe „Ein Weberaufstand“. Die Werke erzählen vom Protest ausgebeuteter Arbeiterinnen und Arbeiter. Kollwitz stellte sie nicht als anonyme Masse dar, sondern als einzelne Menschen mit Angst, Wut, Hoffnung und Würde.
Zu Beginn des Ersten Weltkriegs fiel ihr 18-jähriger Sohn Peter als Soldat. Dieser Verlust beeinflusste ihr weiteres Werk stark. Trauernde Eltern, schutzlose Kinder und die Folgen des Krieges wurden zu zentralen Motiven. Kollwitz setzte sich immer deutlicher für Frieden und gegen neue militärische Gewalt ein.
1919 wurde sie als erste Frau Mitglied der Preußischen Akademie der Künste und erhielt dort den Professorentitel. Damit erreichte sie eine Position, die Frauen im deutschen Kunstbetrieb zuvor weitgehend verschlossen gewesen war.
1924 entwarf sie das Plakat „Nie wieder Krieg“. Darauf erhebt eine junge Person entschlossen den Arm. Das Bild sollte nicht nur betrachtet werden, sondern die Öffentlichkeit zu einer klaren Haltung gegen Krieg bewegen. Die direkte Gestaltung machte die politische Botschaft auch für Menschen verständlich, die sich sonst wenig mit Kunst beschäftigten.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten musste Kollwitz aus der Akademie der Künste austreten. Ausstellungen ihrer Werke wurden wiederholt verhindert. 1937 entfernten die Nationalsozialisten ihre Arbeiten im Rahmen der Aktion „Entartete Kunst“ aus mindestens elf Museen.
Dass ein autoritäres Regime ihre Kunst bekämpfte, zeigt, dass Bilder gesellschaftliche Wirkung entfalten können. Kunst kann Erfahrungen sichtbar machen, Mitgefühl erzeugen, Kritik formulieren und öffentliche Diskussionen auslösen. Sie kann Menschen ermutigen, ihre bisherige Haltung zu überprüfen.
Kunst verändert eine Gesellschaft jedoch nicht automatisch. Ein Plakat ersetzt keine politische Entscheidung, und ein Kunstwerk beendet weder Armut noch Krieg. Seine Wirkung hängt davon ab, ob es öffentlich gezeigt, diskutiert und mit konkretem Handeln verbunden wird.
Käthe Kollwitz starb 1945. Ihre Werke werden bis heute in Museen, Schulen, Gedenkstätten und öffentlichen Räumen gezeigt. Sie verdeutlichen, wie Kunst persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlichen Fragen verbinden und auch lange nach ihrer Entstehung politische und ethische Debatten anregen kann.
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Anja von Kampen, VisionX · „Käthe Kollwitz“ · Planet Wissen / WDR / Wikimedia Commons
Abruf: 31.07.2026
„Käthe Kollwitz“ – Anja von Kampen, VisionX / Planet Wissen. Lizenz: CC BY 4.0. Video unverändert; Textfassung von Germannika für B2.1 sprachlich vereinfacht, neu formuliert und strukturiert.
Abruf: 31.07.2026
„Käthe Kollwitz“ – Anja von Kampen, VisionX / Planet Wissen. Lizenz: CC BY 4.0. Video unverändert; Textfassung von Germannika für B2.1 sprachlich vereinfacht, neu formuliert und strukturiert.
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