PROFIL

Schreibbibliothek

Diese Schreibaufgabe auf einer Website, Lernplattform oder Kursseite verwenden.
Germannika
B2.1

Wie persönlich darf unsere Schülerzeitung werden?

LITERATUR, SELBSTDARSTELLUNG UND PRIVATHEIT1 Begleitmaterial1 Aufgabe

Begleitmaterial

Begleitmaterial · Audio

Neue Subjektivität

Arbeitsauftrag
Höre dir die Audioaufnahme vollständig an. Achte darauf, in welchem historischen und literarischen Zusammenhang die Neue Subjektivität entstand, welche Themen und sprachlichen Merkmale typisch waren und wie persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlichen Problemen verbunden wurden. Öffne danach bei Bedarf die bearbeitete Textfassung.
G
Neue Subjektivität
AUDIO PLAYERREADY
Neue Subjektivität
Der gesprochene Wikipedia-Artikel stellt die Neue Subjektivität als literarische Richtung der 1970er Jahre vor. Er erläutert ihre Abgrenzung von stark politisierter Literatur, ihre Konzentration auf persönliche Erfahrungen und ihre typischen Themen, Formen und sprachlichen Merkmale.
AKTE FREIGEGEBENBearbeitete Textfassung zum Audio (B2.1)Erst nach dem Hören oder Sehen öffnen.FREIGEGEBEN
AKTE · TRANSKRIPTFREIGEGEBEN
Die Neue Subjektivität bezeichnet eine literarische Richtung, die sich in der deutschsprachigen Literatur der 1970er Jahre entwickelte. Der Begriff wurde von Jörg Drews geprägt und später durch Marcel Reich-Ranicki bekannt gemacht.

In den Jahren zuvor hatten viele Autorinnen und Autoren Literatur vor allem als Mittel politischer und gesellschaftlicher Kritik verstanden. Besonders im Umfeld der Protestbewegungen von 1968 entstanden Texte, die politische Systeme, gesellschaftliche Machtverhältnisse und soziale Ungerechtigkeit untersuchten. Die Neue Subjektivität setzte einen anderen Schwerpunkt. Sie richtete den Blick stärker auf das Individuum, seine Gefühle, privaten Erfahrungen, Beziehungen, Ängste und persönlichen Konflikte.

Die Texte verwendeten häufig einen subjektiven und privaten Ton. Viele Werke waren autobiografisch geprägt, wirkten wie persönliche Bekenntnisse oder erinnerten an Tagebücher. Statt abstrakter Theorien standen konkrete Alltagserfahrungen im Mittelpunkt. Typische Themen waren Einsamkeit, familiäre Schwierigkeiten, Krankheiten, unerfüllte Wünsche, Selbstfindung und Probleme in persönlichen Beziehungen.

Diese Hinwendung zum Privaten bedeutete jedoch nicht, dass gesellschaftliche Fragen vollständig verschwanden. Persönliche Erlebnisse konnten zeigen, wie politische und soziale Bedingungen das Leben einzelner Menschen beeinflussen. Manche Werke behandelten beispielsweise die Unterdrückung von Frauen, die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus oder Themen der entstehenden Umweltbewegung.

Auch sprachlich unterschieden sich viele Texte von komplizierten literarischen Experimenten. Die Autorinnen und Autoren verwendeten häufig eine verständliche, alltagsnahe Sprache. Besonders wichtig waren autobiografische Erzählungen und Gedichte. Als charakteristische Werke gelten unter anderem Peter Schneiders Erzählung „Lenz“ und Karin Strucks Roman „Klassenliebe“, die beide 1973 erschienen.

Die Neue Subjektivität wurde teilweise kritisiert. Gegner warfen ihr vor, sich zu stark mit privaten Gefühlen zu beschäftigen und gesellschaftliche Probleme zu vernachlässigen. Befürworter sahen gerade in der ehrlichen Darstellung persönlicher Erfahrungen eine Möglichkeit, gesellschaftliche Wirklichkeit aus der Perspektive einzelner Menschen sichtbar zu machen.
Quelle & Rechte anzeigen
Timmy333, Sprecher; Autorinnen und Autoren der Wikipedia-Artikelversion „Neue Subjektivität“ · „Neue Subjektivität“ · Wikimedia Commons / deutschsprachige Wikipedia
Abruf: 31.07.2026
„Neue Subjektivität“ – Timmy333 (Sprecher) und Autorinnen und Autoren der Wikipedia-Artikelversion / Wikimedia Commons. Lizenz: CC BY-SA 3.0 Unported. Audio unverändert; Textfassung von Germannika für B2.1 sprachlich vereinfacht, neu formuliert und strukturiert. Bearbeitete Textfassung ebenfalls unter CC BY-SA 3.0 Unported.
PDF-ARBEITSBLATT

Aufgabe als PDF

Öffne das vollständige Arbeitsblatt mit Schreibseiten oder lade es direkt herunter.

B2.1Wie persönlich darf unsere Schülerzeitung werden?