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Germannika
B2.1

Mut oder Leichtsinn · Zielorientierung und Gefahrenwahrnehmung · Liebe trotz vorhersehbarer Trennung

SPONTANEITÄT, MOTIVATION UND ABSCHIED1 Begleitmaterial3 Aufgaben

Begleitmaterial

Begleitmaterial · Video

Willkommen und Abschied

Arbeitsauftrag
Sieh dir das Musikvideo vollständig an und lies anschließend den Gedichttext. Achte darauf, wie spontane Entschlossenheit, eine bedrohliche nächtliche Landschaft, die Freude der Begegnung und der Schmerz des Abschieds miteinander verbunden werden. Untersuche besonders den Gegensatz zwischen äußerer Gefahr und innerem Feuer sowie zwischen der Wonne des Geliebtwerdens und der Unvermeidbarkeit der Trennung. Wähle danach eine der drei Schreibaufgaben.
Goethes Gedicht schildert eine impulsive nächtliche Fahrt zu einer geliebten Person. Nebel, Finsternis, Wind und imaginierte Ungeheuer machen die Umgebung bedrohlich, doch das ersehnte Ziel verleiht dem lyrischen Ich Mut und Energie. Die Begegnung bringt Nähe, Freude und Zärtlichkeit, wird jedoch bereits am nächsten Morgen vom Abschied überschattet. Der Schluss hält Glück und Schmerz gleichzeitig fest. Daraus entstehen Fragen nach der Grenze zwischen Mut und Leichtsinn, nach dem Einfluss starker Motivation auf die Wahrnehmung von Gefahr und nach dem Wert einer Beziehung, deren Ende bereits absehbar ist.
AKTE FREIGEGEBENGedichttext: Willkommen und AbschiedErst nach dem Hören oder Sehen öffnen.FREIGEGEBEN
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Willkommen und Abschied
Nach dem Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe

Strophe 1
Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde!
Es war getan fast eh gedacht;
Der Abend wiegte schon die Erde
Und an den Bergen hing die Nacht;

Strophe 2
Schon stand im Nebelkleid die Eiche
Ein aufgetürmter Riese, da,
Wo Finsternis aus dem Gesträuche
Mit hundert schwarzen Augen sah.

Strophe 3
Der Mond von einem Wolkenhügel
Sah kläglich aus dem Duft hervor,
Die Winde schwangen leise Flügel,
Umsausten schauerlich mein Ohr;

Strophe 4
Die Nacht schuf tausend Ungeheuer,
Doch frisch und fröhlich war mein Mut;
In meinen Adern welches Feuer!
In meinem Herzen welche Glut!

Strophe 5
Dich sah ich, und die milde Freude
Floß von dem süßen Blick auf mich;
Ganz war mein Herz an deiner Seite
Und jeder Atemzug für dich.

Strophe 6
Ein rosenfarbnes Frühlingswetter
Umgab das liebliche Gesicht,
Und Zärtlichkeit für mich – ihr Götter!
Ich hofft es, ich verdient es nicht!

Strophe 7
Doch ach, schon mit der Morgensonne
Verengt der Abschied mir das Herz:
In deinen Küssen welche Wonne!
In deinem Auge welcher Schmerz!

Strophe 8
Ich ging, du standst und sahst zur Erden,
Und sahst mir nach mit nassem Blick:
Und doch, welch Glück, geliebt zu werden!
Und lieben, Götter, welch ein Glück!
Quelle & Rechte anzeigen
Johann Wolfgang von Goethe, Originalgedicht; Germannika, Textbearbeitung, musikalische Interpretation, Vertonung, Aufnahme und Video · „Willkommen und Abschied“ · YouTube-Kanal Germannika / Wikisource
Abruf: 31.07.2026
„Willkommen und Abschied“ – musikalische Interpretation des gemeinfreien Gedichts von Johann Wolfgang von Goethe. Bearbeitung, Vertonung, Aufnahme und Video: Germannika.
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