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B1: Leselektüre: Konsum und Geld

B1 LESETRAINING

Konsum und Geld

Lebensnahe Lesetexte für Deutschlernende – mit Fotos, individuellen Lesebegleitern, Verständnisfragen, Lösungen und einem Abschlusstest.

B1 LESEN & VERSTEHEN

Zehn Geschichten über kleine Ausgaben, Sonderangebote, Verträge, Online-Shopping, Budgets, Marken, geliehenes Geld, Nebenjobs und Sparziele.

10 Lesetexte 10 Lesebegleiter 80 Textfragen 10 Abschlussfragen
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TEXT 1

Das Geld ist schon wieder weg

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Am Anfang des Monats fühlte sich Mira reich. Ihr Gehalt war auf dem Konto, die Miete war bezahlt, und auf dem Bildschirm sah die Zahl beruhigend aus. Sie bestellte sich einen Kaffee auf dem Weg zur Arbeit, kaufte mittags ein Sandwich und nahm abends noch ein paar Kleinigkeiten im Supermarkt mit. Nichts davon war teuer.

Zwei Wochen später fragte sie sich trotzdem, wohin ihr Geld verschwunden war. Sie hatte keine neue Jacke gekauft, keine Reise gebucht und keine großen Rechnungen bezahlt. Trotzdem war auf dem Konto viel weniger übrig als geplant.

Ihre Kollegin Jana sagte: „Schreib mal eine Woche lang alles auf.“ Mira fand das zuerst übertrieben. Aber sie machte es. Kaffee, Snacks, Lieferessen, Bus statt Fahrrad, kleine Einkäufe, App-Abos. Nach sieben Tagen sah sie die Liste an und wurde still.

Es waren nicht die großen Ausgaben, die sie überraschten. Es waren die kleinen. Ein Kaffee hier, ein Snack dort, ein Angebot im Supermarkt, das sie nicht gebraucht hatte. Jede einzelne Entscheidung wirkte harmlos. Zusammen waren sie ein Problem.

Mira machte danach kein strenges Sparprogramm. Sie wollte nicht jeden Euro kontrollieren. Aber sie begann, zweimal pro Woche Kaffee von zu Hause mitzunehmen und Lieferessen nur noch am Freitag zu bestellen. Am Ende des nächsten Monats war nicht plötzlich alles perfekt. Aber Mira hatte zum ersten Mal das Gefühl, dass ihr Geld nicht einfach verschwand. Sie sah genauer hin.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Warum fühlt sich Mira am Anfang des Monats reich?
  2. Welche kleinen Dinge kauft Mira regelmäßig?
  3. Warum wundert sie sich nach zwei Wochen?
  4. Was rät ihr Kollegin Jana?
  5. Was schreibt Mira eine Woche lang auf?
  6. Was überrascht Mira an der Liste besonders?
  7. Welche zwei Gewohnheiten ändert Mira danach?
  8. Was hat Mira am Ende gelernt?
TEXT 2

Der Pullover im Sonderangebot

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Eigentlich wollte Ben nur neue Socken kaufen. Er ging nach der Arbeit in ein Einkaufszentrum, weil es auf dem Heimweg lag. Im Schaufenster eines Geschäfts sah er ein großes Schild: „Nur heute reduziert.“ Daneben lag ein dunkelblauer Pullover, der genau seinem Stil entsprach.

Ben ging hinein. Der Pullover fühlte sich weich an, und der Preis war wirklich niedriger als sonst. „Wenn ich ihn jetzt nicht kaufe, ärgere ich mich später“, dachte er. Gleichzeitig erinnerte er sich daran, dass er zu Hause schon drei ähnliche Pullover hatte.

Die Verkäuferin sagte freundlich: „Der ist sehr beliebt. In Ihrer Größe ist nur noch einer da.“ Dieser Satz machte die Entscheidung schwerer. Plötzlich fühlte sich der Pullover nicht mehr wie ein Kleidungsstück an, sondern wie eine Chance, die verschwinden konnte.

Ben stellte sich in die Schlange zur Kasse. Vor ihm warteten mehrere Leute. In dieser Zeit fragte er sich: Würde ich den Pullover auch zum normalen Preis kaufen? Brauche ich ihn wirklich? Oder kaufe ich ihn nur, weil er reduziert ist?

Als er an der Reihe war, kaufte er nur die Socken. Der Pullover blieb im Laden. Draußen fühlte Ben sich zuerst unsicher. Hatte er etwas verpasst? Am nächsten Morgen öffnete er seinen Kleiderschrank und sah die drei Pullover. Da musste er lachen.

Ein Angebot kann praktisch sein. Aber Ben verstand an diesem Tag: Man spart kein Geld, wenn man etwas kauft, das man ohne Rabatt gar nicht gebraucht hätte.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Was wollte Ben eigentlich kaufen?
  2. Was sieht Ben im Schaufenster?
  3. Warum gefällt ihm der Pullover?
  4. Was erinnert Ben daran, vorsichtig zu sein?
  5. Was sagt die Verkäuferin?
  6. Welche Fragen stellt sich Ben in der Schlange?
  7. Was kauft Ben am Ende?
  8. Was versteht Ben über Angebote?
TEXT 3

Der Handyvertrag mit den kleinen Sternchen

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Als Felix einen neuen Handyvertrag suchte, wollte er vor allem eines: mehr Datenvolumen. Sein alter Vertrag war fast jeden Monat zu früh leer. In der Fußgängerzone sprach ihn ein Mitarbeiter eines Mobilfunkladens an. „Heute gibt es ein super Angebot“, sagte er. „Mehr Internet, neues Smartphone, niedriger Preis.“

Felix hörte die Wörter „niedriger Preis“ und „neues Smartphone“ und wurde sofort aufmerksam. Im Laden zeigte ihm der Mitarbeiter eine bunte Tabelle. Die ersten sechs Monate waren wirklich günstig. Felix fragte nicht viel. Er wollte das Angebot nicht verpassen.

Zu Hause erzählte er seiner Schwester davon. Sie studierte Wirtschaft und fragte: „Wie lange läuft der Vertrag?“ Felix zuckte mit den Schultern. „Zwei Jahre, glaube ich.“ Dann fragte sie: „Und was kostet er nach den ersten sechs Monaten?“ Felix wurde still.

Gemeinsam lasen sie die Vertragsdetails. Dort stand, dass der Preis nach einem halben Jahr deutlich stieg. Außerdem gab es eine lange Kündigungsfrist und zusätzliche Kosten, wenn Felix früher wechseln wollte. Die kleinen Sternchen neben dem Angebot waren plötzlich nicht mehr so klein.

Zum Glück hatte Felix den Vertrag noch nicht unterschrieben. Am nächsten Tag ging er zurück in den Laden und bat um Bedenkzeit. Der Mitarbeiter wirkte weniger freundlich als vorher, aber Felix blieb ruhig.

Ein paar Tage später fand er einen einfacheren Vertrag ohne neues Smartphone, aber mit genug Datenvolumen. Er war nicht spektakulär, aber ehrlich. Felix verstand: Ein günstiges Angebot ist nur günstig, wenn man die ganze Rechnung kennt.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Warum sucht Felix einen neuen Handyvertrag?
  2. Was verspricht der Mitarbeiter im Mobilfunkladen?
  3. Warum wird Felix sofort aufmerksam?
  4. Welche Fragen stellt seine Schwester?
  5. Was entdecken Felix und seine Schwester in den Vertragsdetails?
  6. Warum sind die kleinen Sternchen wichtig?
  7. Was macht Felix am nächsten Tag?
  8. Was versteht Felix über günstige Angebote?
TEXT 4

Drei Pakete und keine Entscheidung

↑ Übersicht

Sara bestellte Kleidung fast immer online. Das war bequem, besonders nach langen Arbeitstagen. Sie konnte abends auf dem Sofa sitzen, Größen vergleichen und alles nach Hause liefern lassen. Wenn etwas nicht passte, schickte sie es eben zurück.

Für eine Geburtstagsfeier brauchte sie ein Kleid. Oder besser gesagt: Sie wollte ein Kleid, das sich besonders anfühlte. Im Online-Shop bestellte sie drei Modelle in zwei Größen. „Zur Sicherheit“, dachte sie. Zwei Tage später standen drei große Pakete im Flur.

Das Auspacken machte zuerst Spaß. Dann begann das Problem. Das eine Kleid war schön, aber unbequem. Das zweite passte, war aber teurer als geplant. Das dritte gefiel ihr auf dem Foto besser als an sich selbst. Sara probierte alles mehrmals an und wurde immer unentschlossener.

Am nächsten Tag musste sie die Rücksendungen vorbereiten. Kartons falten, Etiketten suchen, Klebeband finden, zur Post gehen. Plötzlich fühlte sich Online-Shopping nicht mehr so bequem an. Außerdem fragte sie sich, wie oft diese Pakete hin und her transportiert wurden.

Am Ende behielt Sara ein Kleid, aber sie war nicht besonders glücklich. Für die nächste Feier ging sie in ein kleines Geschäft in der Stadt. Dort probierte sie drei Kleider an und kaufte eines direkt. Es dauerte nicht kürzer, aber klarer.

Sara bestellt weiterhin manchmal online. Doch sie bestellt nicht mehr fünf Varianten „zur Sicherheit“. Sie hat gemerkt: Auswahl kann helfen. Zu viel Auswahl kann aber auch müde machen.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Warum bestellt Sara Kleidung gern online?
  2. Wofür braucht Sara ein Kleid?
  3. Warum bestellt sie mehrere Modelle und Größen?
  4. Welche Probleme gibt es mit den Kleidern?
  5. Warum wird die Rücksendung anstrengend?
  6. Welche Frage stellt sich Sara wegen der Pakete?
  7. Was macht sie vor der nächsten Feier anders?
  8. Was lernt Sara über Auswahl?
TEXT 5

Das erste eigene Budget

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Als Tim in seine erste WG zog, fühlte er sich frei. Niemand fragte, wann er nach Hause kam, was er einkaufte oder warum er abends noch Nudeln kochte. Freiheit schmeckte für ihn nach Pizza, neuen Möbeln und Kaffee aus dem Café um die Ecke.

Nach dem ersten Monat kam die Realität. Miete, Internet, Strom, Essen, Waschmittel, Fahrkarte, Haushaltskasse. Tim hatte vorher gewusst, dass Leben Geld kostet. Aber er hatte nicht gewusst, wie viele verschiedene kleine Rechnungen dazugehören.

Eines Abends saß er mit seinem Mitbewohner Luis am Küchentisch. Tim sagte: „Ich glaube, ich brauche ein Budget.“ Luis lachte nicht. Er holte ein Blatt Papier und schrieb drei Spalten: feste Kosten, variable Kosten und Sparen. Tim fand das sehr erwachsen und ein bisschen unangenehm.

Gemeinsam rechneten sie. Die Miete war klar. Essen war schwieriger. Tim merkte, dass er viel Geld für spontane Einkäufe ausgab. Außerdem hatte er zwei Abos vergessen, die jeden Monat automatisch abgebucht wurden.

Sie machten keinen perfekten Plan. Aber Tim legte fest, wie viel er pro Woche für Essen und Freizeit ausgeben wollte. Einen kleinen Betrag überwies er direkt nach dem Gehalt auf ein Sparkonto.

Im nächsten Monat hatte Tim immer noch Lust auf Pizza und Café. Aber er entschied bewusster. Freiheit bedeutete für ihn nicht mehr, alles sofort zu kaufen. Freiheit bedeutete auch, am Monatsende nicht in Panik zu geraten.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Warum fühlt sich Tim nach dem Umzug frei?
  2. Welche Kosten merkt Tim nach dem ersten Monat?
  3. Was sagt Tim zu Luis am Küchentisch?
  4. Welche drei Spalten schreibt Luis auf?
  5. Welche Ausgaben überraschen Tim?
  6. Was legt Tim für Essen und Freizeit fest?
  7. Was macht Tim direkt nach dem Gehalt?
  8. Wie verändert sich Tims Verständnis von Freiheit?
TEXT 6

Marke oder Qualität?

↑ Übersicht

Für Laura war eine bekannte Marke lange ein Zeichen von Sicherheit. Wenn ein Logo auf einer Tasche, einer Jacke oder einem Paar Schuhe stand, dachte sie automatisch: Das ist besser. Ihre Freundin Meike sah das anders. Sie meinte, dass man Qualität nicht immer am Namen erkennt.

Eines Tages wollte Laura neue Schuhe kaufen. Im ersten Geschäft fand sie ein Markenpaar, das schön aussah, aber sehr teuer war. Im zweiten Geschäft fand sie ein einfacheres Paar ohne bekanntes Logo. Es war bequemer und kostete fast die Hälfte.

Laura war unsicher. Im Spiegel sah das Markenpaar eleganter aus. Das andere Paar fühlte sich besser an. Meike fragte: „Willst du die Schuhe tragen oder willst du, dass andere sie erkennen?“ Laura antwortete nicht sofort.

Sie ging noch einmal durch den Laden. Dann dachte sie an die letzten Schuhe, die sie gekauft hatte. Sie waren teuer gewesen, aber nach zwei Monaten unbequem. Sie hatte sie selten getragen. Der Preis hatte sie nicht glücklicher gemacht.

Am Ende kaufte Laura das bequemere Paar. Am nächsten Tag fragte niemand nach der Marke. Das war zuerst enttäuschend und dann befreiend. Laura merkte, dass sie manche Dinge nicht für sich gekauft hatte, sondern für den Blick der anderen.

Seitdem achtet sie nicht weniger auf schöne Dinge. Aber sie fragt sich öfter: Gefällt mir das wirklich? Oder gefällt mir nur, was es über mich sagen soll?

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Was bedeutete eine bekannte Marke lange für Laura?
  2. Wie sieht Meike das Thema Marken?
  3. Welche zwei Schuhe vergleicht Laura?
  4. Was fragt Meike Laura im Geschäft?
  5. Woran denkt Laura bei ihrer Entscheidung?
  6. Welche Schuhe kauft Laura am Ende?
  7. Warum ist es befreiend, dass niemand nach der Marke fragt?
  8. Welche Frage stellt Laura sich seitdem öfter?
TEXT 7

Geld leihen ist nicht nur Geld

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Als Niklas seine Freundin Eva um fünfzig Euro bat, dachte er, es sei keine große Sache. Sein Konto war fast leer, aber am Freitag sollte sein Lohn kommen. Eva zögerte kurz, gab ihm das Geld aber. Sie sagte: „Bitte denk daran, es mir zurückzugeben.“ Niklas nickte. Natürlich würde er daran denken.

Am Freitag kam der Lohn. Niklas bezahlte zuerst seine Rechnungen, kaufte Lebensmittel und ging abends mit Freunden aus. Am Sonntag erinnerte ihn Eva an das Geld. Niklas sagte: „Stimmt, ich überweise es morgen.“ Aber am Montag vergaß er es wieder.

Nach einer Woche wurde Eva stiller. Niklas merkte es, verstand aber nicht sofort warum. Für ihn waren fünfzig Euro nicht das Problem. Für Eva auch nicht. Das Problem war, dass sie zweimal daran erinnern musste.

Als sie darüber sprachen, sagte Eva: „Ich habe dir vertraut. Es geht nicht nur um Geld.“ Niklas wollte sich zuerst verteidigen. Dann merkte er, dass sie recht hatte. Er hatte das geliehene Geld behandelt wie eine kleine Notiz, die man später erledigt.

Noch am selben Abend überwies er das Geld zurück und schrieb eine Entschuldigung dazu. Seitdem leiht er sich seltener Geld. Wenn es doch nötig ist, notiert er sofort, wann er es zurückzahlen wird.

Niklas hat verstanden: Geld zwischen Freunden ist nie nur Geld. Es geht auch um Verlässlichkeit, Respekt und darum, ob man das Wort des anderen ernst nimmt.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Warum bittet Niklas Eva um fünfzig Euro?
  2. Was sagt Eva, als sie ihm das Geld gibt?
  3. Was macht Niklas, als sein Lohn kommt?
  4. Warum wird Eva nach einer Woche stiller?
  5. Warum geht es Eva nicht nur um die fünfzig Euro?
  6. Wie reagiert Niklas zuerst?
  7. Was macht Niklas noch am selben Abend?
  8. Was versteht Niklas über Geld zwischen Freunden?
TEXT 8

Der Sonntag auf dem Flohmarkt

↑ Übersicht

Amir wollte sein Zimmer aufräumen und stellte fest, dass er viel mehr besaß, als er dachte. Alte Bücher, zwei Lampen, ein Rucksack, den er nie benutzte, und eine Kiste mit Dingen, die „vielleicht irgendwann nützlich“ sein könnten. Seine Schwester schlug vor, damit auf den Flohmarkt zu gehen.

Amir war skeptisch. Wer sollte seine alten Sachen kaufen? Trotzdem standen sie am Sonntagmorgen früh auf, packten alles ins Auto und bauten einen kleinen Stand auf. Neben ihnen verkaufte ein älterer Mann Schallplatten, auf der anderen Seite eine Frau Geschirr und Pflanzen.

Die ersten Kunden schauten nur und gingen weiter. Amir fühlte sich komisch. Seine Dinge lagen plötzlich öffentlich auf einem Tisch. Ein Buch, das er früher geliebt hatte, wurde von einer fremden Person hochgehoben und wieder hingelegt. Das fühlte sich persönlicher an, als er erwartet hatte.

Dann kaufte eine Studentin zwei seiner Bücher. Sie sagte, dass sie genau solche Romane gesucht habe. Amir freute sich. Nicht nur wegen des Geldes. Er mochte die Vorstellung, dass die Bücher nicht im Regal verstaubten, sondern weitergelesen wurden.

Am Ende des Tages hatte Amir nicht viel verdient. Aber sein Zimmer war leerer, und er hatte verstanden, dass Dinge einen zweiten Weg nehmen können. Seitdem fragt er sich vor neuen Käufen öfter: Wird das wirklich Teil meines Lebens? Oder liegt es bald auf dem nächsten Flohmarkt?

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Was findet Amir beim Aufräumen seines Zimmers?
  2. Was schlägt seine Schwester vor?
  3. Warum ist Amir zuerst skeptisch?
  4. Was verkaufen die Menschen neben ihm?
  5. Warum fühlt es sich für Amir komisch an, seine Sachen auf dem Tisch zu sehen?
  6. Was kauft eine Studentin?
  7. Warum freut sich Amir nicht nur wegen des Geldes?
  8. Welche Frage stellt Amir sich seitdem vor neuen Käufen?
TEXT 9

Der Nebenjob verändert den Blick aufs Geld

↑ Übersicht

Bevor Lina im Café arbeitete, sagte sie oft: „Das kostet doch nur zehn Euro.“ Zehn Euro für ein Essen, zehn Euro für ein Taxi, zehn Euro für etwas, das sie online sah. Es fühlte sich nicht viel an. Geld war für sie eine Zahl auf dem Konto.

Dann bekam sie einen Nebenjob in einem kleinen Café. Am ersten Tag musste sie Tische abräumen, Bestellungen aufnehmen, Milch aufschäumen und freundlich bleiben, auch wenn Gäste ungeduldig waren. Nach vier Stunden taten ihr die Füße weh.

Als sie ihren ersten Lohn bekam, rechnete sie anders. Ein Pullover für vierzig Euro bedeutete plötzlich mehrere Stunden Arbeit. Ein Kaffee zum Mitnehmen war nicht mehr nur ein Kaffee, sondern ein Teil ihres Stundenlohns. Das machte sie nicht geizig, aber aufmerksamer.

Einmal kam eine Gruppe ins Café, bestellte viel und ließ den Tisch chaotisch zurück. Früher hätte Lina darüber nicht nachgedacht. Jetzt wusste sie, dass jemand danach aufräumen musste. Sie begann, Dienstleistungen anders zu sehen: nicht als selbstverständlich, sondern als Arbeit von Menschen.

Mit ihrem ersten Lohn kaufte Lina sich trotzdem etwas Schönes: gute Kopfhörer. Aber sie hatte vorher verglichen, gewartet und bewusst entschieden. Genau deshalb freute sie sich länger darüber.

Der Nebenjob brachte Lina nicht nur Geld. Er brachte ihr ein neues Gefühl für Wert. Seitdem fragt sie nicht nur: „Kann ich mir das leisten?“ Sondern auch: „Ist es mir die Arbeit wert?“

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Wie denkt Lina früher über zehn Euro?
  2. Wo bekommt Lina einen Nebenjob?
  3. Welche Aufgaben hat sie am ersten Tag?
  4. Wie fühlt sie sich nach vier Stunden Arbeit?
  5. Warum rechnet Lina nach dem ersten Lohn anders?
  6. Was merkt sie über Dienstleistungen?
  7. Was kauft Lina sich mit ihrem ersten Lohn?
  8. Welche neue Frage stellt Lina sich beim Kaufen?
TEXT 10

Sparen für etwas Eigenes

↑ Übersicht

David wollte seit Monaten eine gute Kamera kaufen. Nicht die beste und teuerste, aber eine, mit der er endlich bewusst fotografieren konnte. Bisher machte er Fotos nur mit dem Handy. Für Spaziergänge, Reisen und kleine Projekte wünschte er sich etwas Eigenes.

Der Preis war hoch. David hätte die Kamera mit Ratenzahlung kaufen können. Der Online-Shop bot sogar an, sofort zu bestellen und später zu zahlen. Für einen Moment war er versucht. Dann stellte er sich vor, wie er jeden Monat eine Rechnung bekam, lange nachdem die erste Freude vorbei war.

Also machte David einen Plan. Jeden Monat legte er einen festen Betrag zur Seite. Außerdem verkaufte er einige Dinge, die er nicht mehr benutzte: alte Kopfhörer, ein Stativ und zwei Bücherpakete. Das Sparen dauerte länger, als er gehofft hatte. Manchmal war er ungeduldig.

Einmal wollte er fast aufgeben, weil ein Freund die gleiche Kamera schon gekauft hatte. David fühlte sich kurz zurück. Aber dann merkte er, dass sein Ziel nicht verschwand, nur weil jemand anderes schneller war.

Nach fünf Monaten hatte er genug Geld. Im Geschäft nahm er die Kamera in die Hand und fühlte sich stolz. Nicht nur, weil er sie endlich kaufen konnte. Sondern weil sie nicht mit Schuldgefühlen verbunden war.

Am ersten Wochenende machte David Fotos im Park. Viele waren unscharf. Einige waren gut. Aber jedes Foto erinnerte ihn daran, dass Warten manchmal Teil der Freude ist. Sparen hatte den Wunsch nicht kleiner gemacht. Es hatte ihn echter gemacht.

Fragen zum Text

8 Fragen
  1. Was möchte David seit Monaten kaufen?
  2. Warum möchte er eine Kamera haben?
  3. Welche Möglichkeit bietet der Online-Shop an?
  4. Warum entscheidet David sich gegen die Ratenzahlung?
  5. Wie spart David für die Kamera?
  6. Was verkauft David zusätzlich?
  7. Warum möchte David einmal fast aufgeben?
  8. Warum fühlt sich die Kamera am Ende besonders gut an?
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Was hast du aus allen zehn Texten verstanden?

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01Was hilft Mira, ihre Ausgaben besser zu verstehen?
02Warum kauft Ben den reduzierten Pullover nicht?
03Was entdeckt Felix in den Vertragsdetails?
04Welche Konsequenz zieht Sara aus den vielen Online-Bestellungen?
05Was gehört zu Tims neuem Budget?
06Warum wählt Laura die Schuhe ohne bekannte Marke?
07Warum ist Niklas’ verspätete Rückzahlung für Eva problematisch?
08Was gefällt Amir am Verkauf seiner Bücher besonders?
09Wie verändert der Nebenjob Linas Blick auf Preise?
10Warum bedeutet Davids Kamera ihm besonders viel?
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