PROFIL

Schreibbibliothek

Diese Schreibaufgabe auf einer Website, Lernplattform oder Kursseite verwenden.
Germannika
C1.1

Bezahlbarer Wohnraum · Prävention von Wohnungslosigkeit · Soziale Rechte und Marktinteressen

ARMUT, WOHNUNGSKRISE UND SOZIALE VERANTWORTUNG1 Begleitmaterial1 Aufgabe

Begleitmaterial

Begleitmaterial · Sachtext / Artikel

Armut und Wohnungskrise in Europa

Arbeitsauftrag
Lies den Artikel vollständig. Markiere die genannten Zahlen, politischen Ziele und vorgeschlagenen Maßnahmen. Unterscheide zwischen kurzfristiger Unterstützung für bereits betroffene Menschen und langfristiger Prävention von Armut und Wohnungslosigkeit. Achte außerdem darauf, welche Aufgaben der EU, nationalen Regierungen, Städten, Unternehmen und sozialen Einrichtungen zugeschrieben werden. Bearbeite anschließend die Schreibaufgabe.
SACHTEXT / ARTIKELEuropäische Union, Originalartikel; Germannika, didaktische Erweiterung, Neugliederung und sprachliche Bearbeitung · Website der Europäischen Kommission
Armut und Wohnungskrise in Europa
Welche Maßnahmen die Europäische Kommission vorschlägt

Armut und unsicheres Wohnen betreffen in Europa sehr viele Menschen. Nach Angaben der Europäischen Kommission ist jeder fünfte Mensch in Europa von Armut betroffen. Unter Kindern trifft dies sogar auf jedes vierte zu. Gleichzeitig sind in der Europäischen Union ungefähr eine Million Menschen wohnungslos. Diese Zahlen zeigen, dass Armut nicht nur ein Mangel an Einkommen ist. Sie kann auch den Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, angemessenem Wohnen und gesellschaftlicher Teilhabe einschränken.

Welche Ziele verfolgt die EU?

Im Mai 2026 stellte die Europäische Kommission neue Maßnahmen gegen Armut und Ausgrenzung auf dem Wohnungsmarkt vor. Die erste EU-Strategie zur Armutsbekämpfung soll dazu beitragen, die Zahl der Menschen, die von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht sind, bis 2030 um mindestens 15 Millionen zu verringern. Langfristig wird das Ziel unterstützt, Armut bis 2050 zu beseitigen.

Die Strategie konzentriert sich auf mehrere Bereiche. Menschen sollen besseren Zugang zu hochwertigen Arbeitsplätzen, sozialen Dienstleistungen und Einkommensunterstützung erhalten. Ältere Menschen sollen durch angemessene Renten geschützt werden. Außerdem ist eine breitere Zusammenarbeit zwischen nationalen, regionalen und lokalen Verwaltungen, Unternehmen und Zivilgesellschaft vorgesehen. Menschen, die selbst von Armut betroffen sind, sollen an politischen Entscheidungen beteiligt werden, die ihr Leben unmittelbar beeinflussen.

Warum benötigen Kinder besonderen Schutz?

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Stärkung der Europäischen Garantie für Kinder. Sie soll bedürftigen Kindern den Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und Schulmahlzeiten erleichtern. Der neue Ansatz berücksichtigt jedoch nicht nur einzelne Leistungen für Kinder. Auch Familien sollen bessere Möglichkeiten erhalten, hochwertige Arbeit, Kinderbetreuung und verlässliche soziale Sicherheitsnetze zu nutzen. Zusätzliche Unterstützung soll durch Mentoring und Angebote im Bereich der psychischen Gesundheit entstehen.

Wie hängt Armut mit der Wohnungskrise zusammen?

Bezahlbarer Wohnraum wird zu einer immer dringenderen sozialen Frage. Nach Angaben der Kommission sind die Wohnimmobilienpreise seit 2013 um 60 Prozent gestiegen. Steigende Preise können Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen zunehmend vom Wohnungsmarkt ausschließen. Wer einen großen Teil des Einkommens für die Wohnung ausgeben muss, hat weniger Geld für Ernährung, Gesundheit, Bildung oder Rücklagen. Ein Wohnungsverlust kann wiederum bestehende soziale Probleme verstärken.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen setzen deshalb auf langfristige Lösungen gegen Ausgrenzung auf dem Wohnungsmarkt. Gefordert werden insbesondere mehr soziale und erschwingliche Wohnungen. Gleichzeitig reicht es nicht, erst dann zu handeln, wenn jemand bereits ohne Wohnung ist. Notwendig sind auch Beratung, Einkommenssicherung, zugängliche Dienstleistungen und eine frühzeitige Unterstützung gefährdeter Haushalte.

Wer trägt Verantwortung?

Die Wohnungskrise lässt sich nicht durch eine einzelne Maßnahme lösen. Öffentliche Stellen müssen soziale Rechte schützen und ausreichend bezahlbaren Wohnraum ermöglichen. Unternehmen und private Anbieter beeinflussen jedoch ebenfalls Preise, Bauprojekte und den Zugang zum Markt. Soziale Einrichtungen unterstützen Menschen in akuten Notlagen. Betroffene selbst sollten nicht nur Empfängerinnen und Empfänger von Hilfe sein, sondern an der Entwicklung von Lösungen beteiligt werden.

Die zentrale Frage lautet daher nicht nur, wie viele Wohnungen gebaut werden. Entscheidend ist auch, für wen sie bezahlbar sind, wie Wohnungslosigkeit verhindert wird und ob wirtschaftliche Interessen mit dem Recht auf ein sicheres Zuhause vereinbar bleiben.
Quelle: Europäische Union, Originalartikel; Germannika, didaktische Erweiterung, Neugliederung und sprachliche Bearbeitung · „Kommission schlägt neue Maßnahmen zur Bekämpfung von Armut und Wohnungskrise vor“ · Website der Europäischen Kommission · Europäische Kommission, Generaldirektion Kommunikation: „Kommission schlägt neue Maßnahmen zur Bekämpfung von Armut und Wohnungskrise vor“, Presseartikel vom 06.05.2026, Lesedauer 2 Minuten. · Abruf: 01.08.2026Der Originalartikel wurde für den Sprachunterricht neu gegliedert, sprachlich bearbeitet und didaktisch erweitert. Zwischenüberschriften, Erklärungen zu den Zusammenhängen zwischen Einkommen, sozialer Teilhabe, Wohnkosten und Wohnungslosigkeit sowie ein abschließender Verantwortungsabschnitt wurden ergänzt. Die im Original genannten Zahlen, Ziele und Maßnahmen wurden inhaltlich beibehalten. Das Originalbild wurde nicht übernommen und wird nicht automatisch von der Quellseite geladen. · „Kommission schlägt neue Maßnahmen zur Bekämpfung von Armut und Wohnungskrise vor“ – Europäische Union, 2026, CC BY 4.0. Für Germannika didaktisch erweitert, neu gegliedert und sprachlich bearbeitet. · Lizenz: CC BY 4.0
Originalquelle öffnen ↗
PDF-ARBEITSBLATT

Aufgabe als PDF

Öffne das vollständige Arbeitsblatt mit Schreibseiten oder lade es direkt herunter.

C1.1Bezahlbarer Wohnraum · Prävention von Wohnungslosigkeit · Soziale Rechte und Marktinteressen