PROFIL

Schreibbibliothek

Diese Schreibaufgabe auf einer Website, Lernplattform oder Kursseite verwenden.
Germannika
B2.2

Gefährliche Ablenkung durch Faszination · Vom unsicheren Verdacht zur Schuldzuweisung · Tragische Sagen zwischen Erinnerung und Tourismus

FASZINATION, SCHULDZUSCHREIBUNG UND KULTURELLE VERMARKTUNG1 Begleitmaterial3 Aufgaben

Begleitmaterial

Begleitmaterial · Video

Die Loreley

Arbeitsauftrag
Sieh dir das Musikvideo vollständig an und lies anschließend den Gedichttext. Achte darauf, wie eine zunächst unbestimmte Traurigkeit mit Landschaft, Sage, Gesang und tödlicher Ablenkung verbunden wird. Untersuche besonders den Blick des Schiffers, die Formulierung „Ich glaube“ und den Übergang von einer Vermutung zur abschließenden Schuldzuweisung. Wähle danach eine der drei Schreibaufgaben.
Heinrich Heines Gedicht verbindet eine persönliche, nicht eindeutig erklärte Traurigkeit mit einer alten Sage vom Rhein. Eine außergewöhnlich schöne Frau sitzt auf einem Felsen, kämmt ihr goldenes Haar und singt mit gewaltiger Wirkung. Der Schiffer richtet seine Aufmerksamkeit vollständig auf sie und bemerkt die gefährlichen Felsenriffe nicht mehr. Das lyrische Ich vermutet, dass Wellen den Schiffer und sein Boot verschlingen, und führt das Unglück schließlich auf den Gesang der Loreley zurück. Daraus entstehen Fragen nach gefährlicher Faszination, nach vorschneller Schuldzuweisung und nach einer verantwortungsvollen touristischen Vermarktung tragischer Sagen.
AKTE FREIGEGEBENGedichttext: Die LoreleyErst nach dem Hören oder Sehen öffnen.FREIGEGEBEN
AKTE · TRANSKRIPTFREIGEGEBEN
Die Loreley
Nach dem Gedicht von Heinrich Heine

Strophe 1
Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
Dass ich so traurig bin;
Ein Märchen aus alten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Strophe 2
Die Luft ist kühl, und es dunkelt,
Und ruhig fließt der Rhein;
Der Gipfel des Berges funkelt
Im Abendsonnenschein.

Strophe 3
Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar,
Ihr gold’nes Geschmeide blitzet,
Sie kämmt ihr goldenes Haar.

Strophe 4
Sie kämmt es mit goldenem Kamme
Und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame,
Gewaltige Melodei.

Strophe 5
Den Schiffer im kleinen Schiffe
Ergreift es mit wildem Weh;
Er sieht nicht die Felsenriffe,
Er schaut nur hinauf in die Höh.

Strophe 6
Ich glaube, die Wellen verschlingen
Am Ende Schiffer und Kahn;
Und das hat mit ihrem Singen
Die Loreley getan.
Quelle & Rechte anzeigen
Heinrich Heine, Originalgedicht; Germannika, Textbearbeitung, musikalische Interpretation, Vertonung, Aufnahme und Video · „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten (Die Loreley)“ · YouTube-Kanal Germannika / Wikisource
Abruf: 31.07.2026
„Die Loreley“ – musikalische Interpretation und Textbearbeitung nach dem gemeinfreien Gedicht von Heinrich Heine. Bearbeitung, Vertonung, Aufnahme und Video: Germannika.
PDF-ARBEITSBLATT

Aufgabe als PDF

Öffne das vollständige Arbeitsblatt mit Schreibseiten oder lade es direkt herunter.

B2.2Gefährliche Ablenkung durch Faszination · Vom unsicheren Verdacht zur Schuldzuweisung · Tragische Sagen zwischen Erinnerung und Tourismus